Bei Salesforce.com sind Geschwindigkeit und Vertrauen das Gebot der Stunde

Services von Salesforce künftig aus der Telekom Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Großes Spektakel: auf der Salesforce1 World Tour in München trafen sich rund 2.800 Teilnehmer aus der DACH-Region, um sich über Neuigkeiten aus dem Salesforce-Imperium auszutauschen.
Großes Spektakel: auf der Salesforce1 World Tour in München trafen sich rund 2.800 Teilnehmer aus der DACH-Region, um sich über Neuigkeiten aus dem Salesforce-Imperium auszutauschen. (Bild: Salesforce.com)

Salesforce.com stellte kürzlich in München seine neue Plattform Salesforce1 vor. CEO Marc Benioff ließ es sich nicht nehmen, das neue Angebot persönlich vorzustellen, flankiert von den Chefs der Deutschen Telekom und der Software AG.

"Trust, trust, trust!", also Vertrauen, ist das allerwichtigste Gut, das Benioff den deutschen Anwendern bieten möchte. Während Salesforce.com bei der Veranstaltung in Paris, auf der die Partnerschaft mit dem TK-Konzern Orange verlautbart wurde, Sicherheit kaum erwähnte, wie die PAC-Analystin Nicole Dufft berichtet, stand "trust" in München ganz im Vordergrund. Das ist aber in einem NSA-geschädigten Land, dessen Mittelstand der Cloud immer noch misstraut, vielleicht ganz verständlich.

Mit Salesforce1 will die Benioff-Company jetzt nämlich eine breit angelegte Plattform an den Mann und die Frau bringen, die angeblich "von Grund auf neu entwickelt" wurde, wie Marc Hoenke, Salesforce Director Product Marketing EMEA Central, sagte. Sie vereint die bisherigen Angebote Sales-, Service- und MarketingCloud auf der Plattform Force.com, erweitert durch das Frontend-Entwicklungswerkzeug Heroku. Force.com soll laut Hoenke für jeden bestehenden Salesforce-Kunden kostenlos sein.

Die Cloud-basierte Plattform zur Entwicklung von Websites, Workflows und Analysen soll Kunden helfen, ihr Unternehmen bzw. den Fachbereich mobil zu steuern. Daher sind Open-Source-Werkzeuge für die Entwicklung mobiler Unternehmens-Apps von zentraler Bedeutung. HTML5 wird ebenso unterstützt wie Android, iOS und verschiedene andere Tools, um Nativ- oder Hybrid-Apps zu erstellen.

Internet of Things und die Wertschöpfung für den Kunden

Gleichzeitig soll sich der Kunde künftig über Salesforce1 (SF1) mit allem möglichen vernetzen, natürlich mit anderen Partnern, aber auch mit Maschinen und Dingen wie etwa einer elektrischen Zahnbürste von Philips, die Marc Benioff in höchsten Tönen lobte. Denn der Clou an ihr ist, dass sie drahtlos mit einer SF1-App auf seinem Handy verbunden ist. Diese App zeichnet sein Zahnputzverhalten auf, gibt Empfehlungen für den effektiven Einsatz und erinnert ihn an den voreingestellten Zahnputztermin.

So strahlend sieht für Benioff künftig das "Internet of Things" aus, das um das "Internet of Customers" bereichert wird. Denn Dinge bedeuten für ihn nichts ohne Wertschöpfung für den Kunden. Für diese Integrationsaufgabe bringt SF1 laut Hoenke nun zahlreiche Programmierschnittstellen mit.

Die Entwicklung von Websites, Workflows und sogar Analysen soll nicht mehr Developer-Privileg sein, sondern wird von SF1 in die Hand jedes kundigen Fachbereichsmitarbeiters gelegt. Drag & Drop sowie Point & Click seien gängige Arbeitsmethoden, hieß es seitens Salesforce.com in den Demos während der Keynote.

"Weitere Lösungen, gerade auch für den deutschen Mittelstand", so Hoenke, "lassen sich von AppExchange herunterladen." Deshalb sei eine Lösung wie ExactTarget Marketing Cloud, die nun Monitoring, Interaktion und Targeting zusammenfasst, nicht mehr nur für Großanwender geeignet. Mit Partner-Apps lasse sie sich auch bereits im Mittelstand einsetzen, wie es bereits bei dem Design-Möbelanbieter Ikarus und dem Condé-Nast-Verlag der Fall sei.

Marc Benioff, Gründer und CEO von Salesforce.com während seiner Rede auf der Salesforce1 World Tour in München.
Marc Benioff, Gründer und CEO von Salesforce.com während seiner Rede auf der Salesforce1 World Tour in München. (Bild: Salesforce.com)

Damit die Sicherheit nicht zu kurz kommt, kann dieser kundige (und befugte) Mitarbeiter auch festlegen, bis auf welche Ebene ein Nutzer der Website, Anwendung oder Mobil-App auf die Daten zugreifen kann: "Mithilfe der integrierten rollenbasierten Zugriffssteuerung", so der Hersteller, "können Entwickler festlegen, wo Anwendungen bereitgestellt werden und auf welche Daten jeder Benutzer auf Objekt-, Feld- oder Datensatzebene zugreifen kann. Sie erstellen über Rollen und Profile hinweg benutzerdefinierte Regeln und geben Daten zur richtigen Zeit für die richtigen Benutzer frei."

Benioff legte Wert auf die Feststellung, dass er lediglich eine (mandantenfähige) Unternehmens-Cloud betreibe und nur der Kunde seine Daten besitze - ganz im Unterschied zur Consumer-Cloud von Amazon, Facebook, Google und Konsorten. Bei denen wüssten die Nutzer nicht, wo ihre Daten gespeichert würden. In diesem Punkt kommt Benioff ebenfalls den deutschen Anforderungen entgegen.

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