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Neue Deadline zum zwingenden Umstieg auf S/4HANA SAP verlängert Wartung und Support für S/4HANA und Business Suite 7

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Wenn es nach SAP geht, sollen Bestandskunden so schnell wie möglich auf die cloud-basierte Variante ihrer Software wechseln. Nicht zuletzt aufgrund der Kritik an zu eng gefassten Wechselfenstern verlängert der Walldorfer Konzern nun die Wartungszeiträume für SAP S/4HANA und Business Suite 7.

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Mit längeren Wartungszeiträumen will SAP die Transparenz wahren und das Vertrauen in die Produkte stärken.
Mit längeren Wartungszeiträumen will SAP die Transparenz wahren und das Vertrauen in die Produkte stärken.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann - Pixabay / Pixabay )

Mehrere User Groups, unter anderem auch die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG), hatten die von SAP vorgesehenen Umstiegszeiten schon mehrfach als zu kurz bemängelt. SAP zeigte sich auch einsichtig und verlängerte die Fristen.

Langfristiges Bekenntnis zur S/4HANA-Plattform

Jetzt hat SAP noch einmal nachgelegt und sagte Wartungsfristen für SAP S/4HANA bis Ende 2040 zu. Gleichzeitig wird die Mainstream-Wartung für Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 bis Ende 2027 bereitgestellt. Zudem will man eine optionale Extended-Wartung bis Ende 2030 anbieten. Man reagiere damit auf die umfangreichen und daher auch langfristig angelegten Transformationsprojekte der Kunden auf S/4HANA, erklärte Christian Klein, Co-Vorstandssprecher und Mitglied des Vorstands der SAP SE. Daher erwarteten die Kunden auch von SAP ein langfristiges Bekenntnis zu dieser Plattform.

Mehr als 13.800 Kunden haben sich bereits für SAP S/4HANA entschieden und Tausende nutzen die Lösung bereits aktiv. Fast die Hälfte der Kunden plant laut einer DSAG-Umfrage eine Migration auf SAP S/4HANA innerhalb der nächsten drei Jahre und ein Bericht der Americas SAP User Group zeigt, dass die Zahl der Kunden, die keinen Umstieg auf SAP S/4HANA planen, auf null gesunken ist. Die Kunden verlangten zunehmend Wahlmöglichkeiten, erklärt Klein. SAP wolle mit den jüngsten Änderungen den Unternehmen mehr Flexibilität gewährleisten, die individuelles Tempo und die Komplexität der jeweiligen Migrations- bzw. Einführungsprojekte berücksichtige.

Wahlfreiheit und Investitionsschutz

Die Mainstream-Wartung für Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 wird um zwei weitere Jahre verlängert. In dieser Auslaufphase bietet SAP weiterhin alle Leistungen der Mainstream-Wartung, die Kunden benötigen. Es soll dabei weder Vertragsänderungen geben noch sollen zusätzliche Gebühren anfallen.

Nach dieser Phase bietet SAP den Kunden die Möglichkeit zu wählen, wie sie die Wartung für Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 ab 2028 fortsetzen möchten. Kunden, die Support für ihre Anwendungen in längeren Umstellungsphasen auf SAP S/4HANA benötigen, können auf das bewährte Angebot der Extended Maintenance zurückgreifen. Dies ist verbunden mit einem Aufschlag von 2 Prozent auf die bestehende Wartungsbasis für Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 – darunter fallen SAP ERP 6.0, SAP Customer Relationship Management 7.0, SAP Supply Chain Management 7.0 und SAP Supplier Relationship Management 7.0 und SAP Business Suite powered by SAP HANA – und gilt für alle Supportangebote. Extended Maintenance steht für drei weitere Jahre von 2028 bis 2030 zur Verfügung.

Kunden, die sich nicht bis Ende 2027 für die erweiterte Wartung entscheiden, sondern ihre Softwaresysteme mit der SAP Business Suite 7 weiterführen möchten, werden automatisch auf die Customer Specific Maintenance umgestellt. Diese beinhaltet die Lösung bereits bekannter Probleme bei unveränderten Gebühren.

Wahlfreiheit ist illusorisch

Für Darren Roos, CEO von IFS, vermittele die Verlängerung der Wartung bis 2027 zwar die Illusion, man kümmere sich um die Anliegen der Kunden, „letztendlich verschiebt sich das Problem damit aber nur“. Auch bei einer Verlängerung um zwei Jahre seien nicht genügend Ressourcen vorhanden, um alle Unternehmen bis zu diesem Termin zu migrieren. Zudem habe S/4HANA für viele Kunden nach wie vor keinen quantifizierbaren Wert, und die meisten Unternehmen, die sich für die Implementierung entschieden hätten, hätten immer noch kein Projekt im Gange, um von ihrer bestehenden ECC-Instanz zu migrieren.

Daher, so Roos weiter, sollten Unternehmen, wenn es um die Anschaffung neuer Business-Software gehe, die volle Entscheidungsfreiheit haben, um das Modell auszuwählen, das für sie am besten passt. „Grundlegende Aspekte wie die Möglichkeit, die bestehende Datenbank der Kunden zu erhalten, scheinen bei SAP mit ‚S/4‘ vergessen worden zu sein.“ Im Jahr 2020 sollten Unternehmen die Wahl haben und sich nicht durch unflexible Verträge, Compliance-Praktiken, Gebühren für indirekten Zugriff und begrenzte Möglichkeiten in Geiselhaft nehmen lassen. Ross wolle alle betroffenen Kunden dazu ermutigen, sämtliche Optionen zu bewerten, die ihnen offenstehen: „In vielen Fällen wird es eine Alternative geben, die bessere Ergebnisse liefert und die Zeit bis zur Wertschöpfung verkürzt.“

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de