SAP verfolgt eine klare Cloud-First-Strategie. Innovationen und Weiterentwicklungen im SAP-Portfolio sind ausschließlich für Cloud-Editionen der Plattform vorgesehen. Und auch die Nutzung von KI-Funktionen kommt nur für Unternehmen, die das Cloud-Modell nutzen, in Frage.
SAP verspricht Nutzern von „Rise with SAP“ und „Grow with SAP“ modulare Cloud-Lösungen, die sich flexibel an individuelle Geschäftsanforderungen anpassen lassen.
(Bild: nareekarn - stock.adobe.com)
Für den Cloud-Betrieb hat SAP zwei Editionen von SAP S/4HANA Cloud im Köcher: die vorkonfigurierte, sofort einsetzbare Public Edition und die hochgradig anpassungsfähige Private Edition der ERP-Suite. Zusätzliche Tools und Dienstleistungen gibt es im Rahmen der SAP Business Technology Platform (BTP). Darauf aufbauend bietet SAP zwei Migrationsangebote zum Umstieg auf die Cloud an: „Grow with SAP“ und „Rise with SAP“. Zukünftige SAP-Innovationen sollen nur noch in der Cloud verfügbar sein, beispielsweise im Rahmen von „Rise with SAP“ (Lift-Shift-and-Transform), teilte SAP-Chef Christian Klein den Investmentanalysten mit.
Laut dem DSAG-Investitionsreport 2024 würden viele Unternehmen weiterhin zögern, vollständig in die Cloud zu migrieren, da sie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit hätten und unvorhersehbare Kosten befürchteten. Fast ein Viertel der SAP-Nutzer in den europäischen Kernmärkten gibt an, dass sie mit den technologischen, sozialen oder wirtschaftlichen Entwicklungen nicht Schritt halten können. „Transformationen sind umfangreich und in den Unternehmen herrschen oft unterschiedlichste Release-Stände und Ausbaustufen,“ kommentierte DSAG-Vorstandsvorsitzender Jens Hungershausen.
DSAG-Fachvorständin Christine Grimm (Transformation & Sustainability) fordert einen Übergang von einer „produktbezogenen hin zu einer prozess- und erfolgsbezogenen Denkweise“.
(Bild: DSAG e.V.)
Es gebe keinen One-Size-fits-all-Ansatz. Das müsse SAP erkennen und die Unternehmen „noch intensiver“ bei ihrer Transformation begleiten. DSAG-Fachvorständin Christine Grimm schlägt in dieselbe Kerbe. Sie fordert von SAP vorrangig einen Übergang von einer „produktbezogenen hin zu einer prozess- und erfolgsbezogenen Denkweise“.
„Grow“ und „Rise“ mit SAP
„Grow with SAP“ unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Bereitstellung der ERP-Suite in der Public Cloud. Dies ist wahlweise in Microsoft Azure, auf Amazon Web Services (AWS) oder auf Google Cloud Platform (GCP) möglich. Die Public Cloud Edition bietet standardisierte Geschäftsprozesse, die sich schnell und kosteneffizient implementieren lassen – typischerweise in nur vier bis acht Wochen. Die Public Cloud Edition von SAP erhält vierteljährliche Updates mit neuen Funktionen und kann bedarfsgerecht skalieren. Die Bereitstellung dieser Neuerungen erfolgt automatisch, jedoch sind oft manuelle Tests durch die Administratoren erforderlich, um sicherzustellen, dass die Updates reibungslos in die Unternehmensprozesse greifen.
„Rise with SAP“ setzt hauptsächlich auf SAP S/4HANA Cloud, Private Edition, auf. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die maßgeschneiderte und anpassungsfähige ERP-Lösungen benötigen. Diese Edition ermöglicht es Unternehmen, ihre individuellen Geschäftsprozesse beizubehalten. Das Rise-Programm ist primär für größere Anwenderorganisationen und bestehende SAP-Kunden gedacht, die eine umfassende digitale Transformation anstreben und dabei eine flexible, private Cloud-Umgebung nutzen möchten. „Rise with SAP“ in der Public Cloud bietet eine standardisierte, vorkonfigurierte ERP-Lösung, die sich schnell implementieren lässt. Bei „Rise with SAP Migration and Modernization“ übernimmt SAP das Management der Kundensysteme. Updates und Patches kommen direkt von SAP.
Monetäre Anreize – aber nicht mehr lange
Die Migration auf das Cloud-Angebot stellt für bestehende SAP-Anwenderorganisationen eine erhebliche Hürde dar. In Walldorf setzte man auf finanzielle Anreize, um den Übergang zu erleichtern.
Vor der Einführung des SAP-Programms „Rise with SAP Migration & Modernization“ und „Grow with SAP“ konnten der Cloud-Strategie von SAP für S/4HANA nur 13 Prozent der befragten DSAG-Mitglieder etwas abgewinnen.
(Bild: DSAG e.V.)
SAP S/4HANA- und SAP-ECC-Kunden erhielten bisher beim Umstieg auf „Rise with SAP“ oder „Grow with SAP“ spezielle Gutschriften, die sich auf Wartungskosten, Cloud-Services oder Cloud-Abonnements anrechnen lassen. Dieses Angebot galt für SAP S/4HANA Cloud und Geschäftsbereichslösungen, darunter Supply Chain Management, Personal- und Ausgabenmanagement, CRM, Business-Transformation-Tools und die SAP Business Technology Platform mit ihren Erweiterungsmöglichkeiten – aber nur noch bis zum 31. Dezember 2024. Nach diesem Stichtag müssen Kunden die regulären Kosten für Wartung, Cloud-Services oder Cloud-Abonnements tragen, ohne die Möglichkeit, diese speziellen Gutschriften zu nutzen. Für die Programme „Rise with SAP“ oder „Grow with SAP“ entfallen diese Gutschriften dann.
Jenen Kunden, die für eine vollständige Migration mehr Zeit benötigen, bietet SAP einen Migrationspfad mit dem Service SAP S/4HANA Cloud Safekeeper. Damit können Anwenderorganisationen mit älteren Releases von SAP S/4HANA (in der Phase Customer-Specific Maintenance) ihre Systeme für eine Aktualisierung auf die neueste Version von SAP S/4HANA rüsten. SAP S/4HANA Cloud Safekeeper enthält Upgrade-Services und eine Optimierung der Infrastruktur. Das Angebot sorgt für Geschäftskontinuität, indem es das SAP-System des Kunden für weitere zwei Jahre mit Updates und Patches versorgt.
Stand: 08.12.2025
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Ursprünglich sollte der Support für die SAP Business Suite 7, zu der auch SAP ECC gehört, 2025 enden. Im Jahr 2020 hat SAP den Mainstream-Support bis zum 31. Dezember 2027 verlängert. Darauf folgt ein optionaler erweiterter Support bis 2030 für jene Unternehmen, die noch etwas mehr Zeit für die Umstellung auf SAP S/4HANA benötigen sollten. Dieser erweiterte Support fällt in die Kategorie „Customer-Specific Maintenance“ und erfordert damit spezifische vertragliche Anpassungen.
Der springende Punkt in Sachen Cloud-Migration sind KI-gestützte Innovationen. SAP-Kunden, die bei der Migration zur ERP-Plattform S/4HANA darauf bestehen sollten, ihre On-Premises-Umgebung beizubehalten, kommen nicht in den Genuss von Innovationen wie Joule, die KI-Engine aus Walldorf.
Mit der Einführung von SAP Joule hat SAP das Potenzial der Automatisierung von Geschäftsprozessen auf ein neues Niveau gehoben. Bei Joule handelt es sich um eine umfassende KI-gesteuerte Lösung, die mithilfe eines Multi-Agenten-Systems verschiedene Aufgaben von hoher Komplexität parallel erledigt. Joule kann auf Echtzeitdaten zugreifen und Handlungsempfehlungen direkt in die SAP-Umgebung einspielen, um etwa Unstimmigkeiten im Rechnungswesen ausfindig zu machen, Bestandsmanagement zu optimieren oder Lieferketten eigenständig zu optimieren.
Mit der Einführung von Joule öffnet SAP die Tür zu einer neuen Ära der Prozessautomatisierung. Die Technologie hinter Joule basiert auf der SAP Business Technology Platform und integriert sich nahtlos in bestehende SAP-Systeme.
Laut SAP kann Joule mittlerweile 80 Prozent der am häufigsten genutzten Geschäftsprozesse in SAP-Systemen abdecken. Neben der Automatisierung alltäglicher Prozesse kann Joule Probleme vorausschauend identifizieren und Lösungen vorschlagen, bevor sie eskalieren.
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist die Möglichkeit, Joule durch den Einsatz von APIs weiter anzupassen und mit Drittanwendungen zu integrieren. Dies erhöht nicht nur die Flexibilität, sondern erlaubt es Unternehmen, spezifische Anforderungen zu adressieren und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.
SAP S/4HANA Cloud – für Public Cloud optimiert
Im Mittelpunkt des SAP-Portfolios steht SAP S/4HANA Cloud, eine intelligente ERP-Suite, die SAP für die Public Cloud optimiert hat. Diese Lösung ermöglicht Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse in Echtzeit zu verwalten und dabei von den Vorteilen der Cloud – wie geringeren Betriebskosten, flexiblen Skalierungsmöglichkeiten und fortlaufenden Innovationen – zu profitieren.
SAP bietet mehrere Lösungen für die Public Cloud an, die speziell darauf ausgelegt sind, Unternehmen bei der Digitalisierung und Optimierung ihrer Geschäftsprozesse zu unterstützen. Dazu zählen:
SAP S/4HANA Cloud, Public Edition: ein sofort einsatzbereites Cloud-ERP-System mit vorkonfigurierten Prozessen, automatischen Updates und Technologien wie KI und maschinellem Lernen;
SAP SuccessFactors: eine Lösung für das Management von Human Capital (HCM) und die Verwaltung der Mitarbeiter;
SAP Ariba: eine Plattform für das Beschaffungsmanagement und die Optimierung von Lieferketten;
SAP Customer Experience (SAP CX): eine Suite mit Lösungen für das Kundenbeziehungsmanagement (CRM), einschließlich Marketing, Vertrieb, Handel und Service;
SAP Business Technology Platform (BTP): eine Sammlung von Tools und Diensten für die Entwicklung, Integration und Erweiterung von Anwendungen in der Cloud.
SAP S/4HANA Cloud, Private Edition, läuft wahlweise auf einer Public-Cloud-Infrastruktur der Hyperscaler oder in Rechenzentren von SAP. Die Public Cloud Edition ist konzipiert für Multi-Tenant-Umgebungen. Mehrere Anwenderorganisationen teilen denselben Infrastrukturunterbau, um ihre IT-Kosten zu senken. Anwender der Private Cloud Edition setzen auf eine dedizierte virtuelle Umgebung, um eine höhere Kontrolle über Sicherheit und Compliance zu gewährleisten. Die Private Cloud Edition bietet zudem einige Anpassungen, Erweiterungen und Module, die in der Public Cloud nicht verfügbar sind, darunter zentrale Beschaffung, Kundenmanagement und Produktionsplanung.
„Rise with SAP“ und „Grow with SAP“ für SAP S/4HANA Cloud. Ende des Jahres 2024 laufen die Gutschriften ab; die beiden Programme bleiben weiterhin bestehen.
(Bild: SAP)
Beide Cloud-Editionen (Public und Private) können mit einer Reihe von Innovationen aufwarten, die in der On-Premises-Edition nicht verfügbar sind. Diese Features umfassen Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen für fortschrittliche Analysen und Automatisierungen sowie die SAP Business Technology Platform (BTP) samt Erweiterungen und größeren Funktionsmodule, die diesen Unterbau voraussetzen.
Die Cloud-Editionen von SAP trumpfen mit den neuesten Technologien und Innovationen, ohne die Komplexität der On-Premises-Verwaltung. Während die Public Edition vollständig in der Public Cloud läuft und für mehrere Mandanten (Multi-Tenant) ausgelegt ist, bietet die Private Edition eine dedizierte Umgebung für einzelne Kunden (Single-Tenant). Sie bietet darüber hinaus mehr Flexibilität und Kontrolle über die Umgebung, einschließlich der Möglichkeit, kundenspezifische Anpassungen und Erweiterungen vorzunehmen. Dies macht sie besonders attraktiv für Unternehmen, die spezifische Compliance- oder Sicherheitsanforderungen haben oder die eine höhere Anpassungsfähigkeit benötigen.
Die SAP Business Technology Platform (BTP) ist ein integraler (wenn auch ein optionaler) Bestandteil der Public Cloud Edition von SAP S/4HANA. Die BTP bietet eine einheitliche Umgebung für Anwendungsentwicklung, Integration, Daten- und Analyse von Geschäftsprozessen, Automatisierung und KI. Während die Nutzung der BTP in der Public Cloud nicht zwingend erforderlich ist, ermöglicht sie Unternehmen, innovative Anwendungen zu entwickeln und ihre SAP-Umgebungen gezielt zu erweitern, ohne eigene IT-Infrastruktur betreiben zu müssen.
Die Nutzung der BTP bringt erhebliche Vorteile bei der Integration und Erweiterung von SAP-Anwendungen sowie bei der Nutzung von KI und Automatisierung. SAP-Module, die auf der BTP basieren, umfassen:
SAP Analytics Cloud für erweiterte Analyse- und Reporting-Funktionen,
SAP Integration Suite für das Zusammenspiel von SAP- und Nicht-SAP-Anwendungen,
SAP Extension Suite für die Entwicklung von Anwendungen und Erweiterungen,
SAP Data Intelligence für das Datenmanagement und -integration,
SAP AI Core für die Implementierung von KI-gestützten Lösungen für SAP.
Cloud-Szenarien und -Anwendungsfälle
Public Cloud und Private Cloud sind zwei sehr unterschiedliche Ansätze, insbesondere im SAP-Kontext. Unternehmen wie Microsoft und Siemens betreiben ihre SAP-Umgebungen auf Plattformen wie Azure, die oft in einem Private-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Modell genutzt werden. Diese Unternehmen bevorzugen häufig eine dedizierte, isolierte Umgebung, die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen besser erfüllt als eine reine Public Cloud.
Public Cloud bedeutet, dass die SAP-Dienste auf einer gemeinsam genutzten Infrastruktur laufen, ohne dedizierte Ressourcen für einzelne Kunden – was in der Regel kleineren und mittleren Unternehmen Kostenvorteile bietet. Multinationale Konzerne und Großunternehmen wählen häufiger eine Private Cloud oder eine Hybrid-Cloud-Lösung, anstatt auf eine reine Public Cloud zu setzen. Kleinere Unternehmen oder solche mit weniger strengen Anforderungen an Datenschutz und Compliance setzen tendenziell auf die reine Public Cloud.
Der DSAG-Investitionsreport 2024 zeigt, dass die Bereitschaft, in S/4HANA zu investieren, insgesamt weiter steigt. Insbesondere große Investitionen in S/4HANA nehmen zu. Dennoch ist die Zurückhaltung vieler Unternehmen, von ihren On-Premises-Lösungen Abschied zu nehmen, weiterhin stark ausgeprägt. 61 Prozent der Befragten weigern sich, den Schritt in die Cloud zu wagen. Als Gründe nennen sie hauptsächlich ein für sie ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis, erhöhte Testanforderungen und eingeschränkte Erweiterungsmöglichkeiten.
Um SAP-Workloads auf der Public Cloud eines Hyperscalers zu betreiben, sind spezifische Lizenzvereinbarungen und Verträge erforderlich, die in der Regel auch an die jeweiligen Standards des Hyperscalers angepasst werden. Unternehmen benötigen hierfür die passenden Lizenzen für SAP S/4HANA oder andere SAP-Module, die speziell für die Cloud-Nutzung optimiert sind. Diese Lizenzen können sowohl direkt von SAP als auch über den Cloud-Partner erworben werden, wobei je nach Anbieter zusätzliche Anpassungen notwendig sein können, um eine optimale Integration in die jeweilige Hyperscaler-Umgebung sicherzustellen.
Als erstes müssen Unternehmen entscheiden, welcher Hyperscaler am besten zu ihren Anforderungen passt. Azure, AWS und Google Cloud bieten alle umfassende Unterstützung für SAP S/4HANA und andere SAP-Workloads, jedoch mit Unterschieden im Hinblick auf die angebotenen Dienste, Kostenmodelle und regionale Verfügbarkeiten.
Ein einfacher und direkter Weg, um SAP-Dienste in der Public Cloud zu starten, führt über die Marktplätze der führenden Cloud-Anbieter (AWS, Azure und Google). Hier können Unternehmen vorkonfigurierte SAP-Lösungen direkt auswählen, abonnieren und bereitstellen. Falls Unternehmen bereits über On-Premises-Installationen von SAP verfügen, steht ihnen eine Migration in die Cloud bevor. Das kann über Tools wie SAP Cloud Appliance Library, SAP Landscape Transformation (LT) und SAP Data Services oder spezialisierte Drittanbieter-Lösungen geschehen.
Auf der gewählten Plattform (Azure, AWS oder Google Cloud) müssen die entsprechenden virtuellen Maschinen, Storage-Lösungen, Netzwerkeinstellungen und Sicherheitsmechanismen eingerichtet werden. Bei der Migration einer bestehenden SAP-Bereitstellung wandern sowohl Datenbanken als auch Anwendungen in die Cloud. Hier müssen die betroffenen Systeme in die Cloud-Umgebung integriert und für den produktiven Betrieb optimiert werden.
Unternehmen müssen sicherstellen, dass die in der Public Cloud genutzten SAP-Dienste den Datenschutz- und Compliance-Vorgaben ihrer Branche entsprechen. Oft entscheiden sich Unternehmen für einen Managed-Cloud-Service-Partner, um den Betrieb ihrer SAP-Lösungen in der Public Cloud zu verwalten.
Fazit der Autoren
Der Umstieg in die Cloud bietet SAP-Anwenderorganisationen enorme Potenziale – wohlgemerkt nach der Bewältigung technischer Herausforderungen. Mit „Rise with SAP“ oder „Grow with SAP“ zeigt sich Walldorf bestrebt, Unternehmen umfassend bei ihrer Transformation zu unterstützen.
* Das Autorenduo Anna Kobylinska und Filipe Pereia Martins arbeitet für McKinley Denali, Inc., USA.