Software-as-a-Service & Multi-Cloud

SaaS-Anwendungen im Fokus

| Autor / Redakteur: Jörg Knippschild / Andreas Donner

"SaaS-Anwendungen sind ein Segen für Unternehmen – vorausgesetzt, die Netzwerkleistung stimmt", sagt Jörg Knippschild von Riverbed.
"SaaS-Anwendungen sind ein Segen für Unternehmen – vorausgesetzt, die Netzwerkleistung stimmt", sagt Jörg Knippschild von Riverbed. (Bild: Riverbed)

Software-as-a-Service (SaaS) eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Vorbei sind die Zeiten umständlicher Hardware-Updates und riesiger Serverräume. Flexibilität, Skalierbarkeit und Ease of Use sind Kern-Features der Cloud-Apps. Doch wenn die LAN- und WAN-Performance nicht stimmt, verkehren sich die Vorteile in Nachteile.

Von der Lohnabrechnung bis zum Marketing erleben viele Abteilungen hautnah die Vorteile von SaaS-Technologien: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dank Office 365 und Salesforce effektiver zusammen, während die Finanzabteilung große Datenmengen sicher in der Cloud speichern und schnell tiefgreifend analysieren kann.

Kein Zweifel: Die Endanwender profitieren vom SaaS-Zeitalter, doch für die IT-Abteilungen verläuft dieser Wandel nicht immer reibungslos.

Weit verzweigte Enterprise-Architekturen beruhten in der Vergangenheit auf zentralisierten Rechenzentren und den dort bereitgestellten Anwendungen. Zugleich sollten die Netzwerke den Mitarbeitern in Zweigstellen Zugang zu geschäftskritischen Anwendungen ermöglichen. Doch die Welt der Unternehmen hat sich weiterentwickelt. Heute müssen die IT-Teams eine andere Herausforderung meistern: Eine Multi-Cloud-Umgebung.

Die Multi-Cloud verwalten

Diese relativ neue Art der Infrastruktur soll verschiedene Workloads adressieren. Und sie muss mit einer wachsenden Zahl an SaaS-Anwendungen zurechtkommen, die Geschäftsfunktionen vormals im Hause abgebildeter Prozesse übernehmen. Zugleich sollen IT-Abteilungen sicherstellen, dass sich ihre Systeme mit den neuen Arbeitsweisen der Angestellten weiterentwickeln.

Diese sind heute dynamisch und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten, dass Cloud-basierte Anwendungen nach Bedarf zugänglich sind – orts- und zeitunabhängig. IT-Teams haben nun neue Herausforderungen zu meistern: Anstatt eine Infrastruktur für diese Anwendungen aufzubauen und zu warten, kämpfen sie mit der Anwendungs-Performance.

Laut einer aktuellen ESG-Studie kämpft die Hälfte einer verteilten oder international aufgestellten Belegschaft konstant mit einer schlechten Nutzererfahrung bei kritischen Saas-Anwendungen – das berichteten 42 Prozent der befragten Unternehmen. Wenn die Anwendungs-Performance leidet, leidet die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Wenn so viele Mitarbeiter von schlechten SaaS-Erfahrungen berichten, ist klar, dass Unternehmen noch einen langen Weg vor sich haben, bis sie von allen SaaS-Vorteilen profitieren.

SaaS scheitert in Unternehmen oft an vier wesentlichen Gründen – die gute Nachricht ist, dass sie sich alle lösen lassen – wenn die IT-Teams ihr Infrastruktur-Management neu denken.

  • Entfernung
    Klar, im Büro laufen SaaS-Anwendungen effektiv – solange sie sich nahe am Cloud Point of Presence (PoP) befinden. Doch immer häufiger sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mobil und arbeiten von verschiedenen Standorten aus. Viele sind dann jedoch mit einer schwächelnden Performance konfrontiert und bleiben hinter ihrer möglichen Produktivität zurück.
  • Bandbreite
    In Innenstädten sind Unternehmen in der Regel mit günstigen Zugängen zu hoher Bandbreite gesegnet. Viele Unternehmen arbeiten jedoch außerhalb der Ballungsräume, wo hohe Bandbreite oft teurer ist. Bleiben die Firmen bei ihrer bisherigen Bandbreite, kann das den Cloud-Traffic jedoch erheblich ausbremsen: Netzwerke, die traditionelle Standardnutzung gerade noch bewältigen konnten, werden nun mit Anwendungen wie Office 365 konfrontiert, die täglich und die ganze Zeit im Einsatz sind. Auch in Fällen, wo Bandbreite relativ günstig zu haben ist, lässt dies die Alarmglocken schrillen, denn beim Umstieg auf SaaS bleibt Unternehmen keine Wahl: Wollen sie einen Performance-Verlust vermeiden, müssen sie die Bandbreite erhöhen.
  • Sicherheit und Compliance
    SaaS funktioniert am besten, wenn es in allen Unternehmensbereichen umgesetzt wird. Allerdings erfordern es die Compliance-Regeln oftmals, dass der SaaS-Traffic aus Sicherheitsgründen durch das Rechenzentrum geleitet wird, was eine zusätzliche Infrastrukturebene erzeugt und die Latenz erhöht. Natürlich planen viele der betroffenen Unternehmen diese Hürde zu überwinden – allerdings wird das Zeit in Anspruch nehmen. Bis es soweit ist, verursacht das Backhauling größere Distanzen und damit höhere Latenzen, unter denen die Performance leidet.
  • Roaming und Remote-Zugriff
    Wie erwähnt gibt es eine wachsende mobile Belegschaft, die sich von Zuhause, von Flughäfen oder Cafés aus ins Firmennetz einloggt – also von Orten, die außerhalb der Kontrolle der IT liegen. Das wird in Zukunft immer problematischer. Denn Unternehmen können sich blinde Flecken heutzutage nicht mehr leisten – für die mobilen Mitarbeitern brauchen sie deshalb eine neue Infrastruktur, die Visibilität sicherstellt.

Die Visibilitäts-Lösung

Auf den ersten Blick sehen die vier genannten Problembereiche schier unüberwindbar aus. Doch allen Schwierigkeiten liegt prinzipiell die gleiche Ursache zugrunde: fehlende Visibilität. Mit ausreichender Visibilität können IT-Teams die Nutzererfahrung jedes Anwenders verstehen, egal, wo er sich befindet. Effektiv implementiert, ist eine Visibility-Lösung daher ein einfacher Weg, um die SaaS-Performance zu beschleunigen und Produktivität sicherzustellen.

Jörg Knippschild.
Jörg Knippschild. (Bild: Riverbed)

IT-Verantwortliche wollen heute weder auf die Einfachheit noch auf die Skalierbarkeit von SaaS-Anwendungen verzichten. Daher sollten sie unbedingt sicherstellen, dass sie die Kontrolle behalten und stets Einfluss darauf haben, wie die Benutzer die Anwendungen erleben, die im digitalen Geschäft eine so wichtige Rolle spielen. In der schnelllebigen und wettbewerbsorientierten Welt können Sekunden und Minuten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Cloud-basierte Anwendungen haben das Potenzial, einen Wettbewerbsvorteil zu ermöglichen – sie sollten Unternehmen daher auf keinen Fall ausbremsen.

Über den Autor

Jörg Knippschild ist Senior Manager Solutions Engineering bei Riverbed Technology.

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