Die Community lebt

Rückblick auf die ownCloud Contributor Conference

| Autor / Redakteur: Thomas Schumacher / Florian Karlstetter

Gruppenbild: Die Teilnehmer der ownCloud Contributor Conference vor der TU Berlin.
Gruppenbild: Die Teilnehmer der ownCloud Contributor Conference vor der TU Berlin. (Bild: ownCloud)

Vom 9. bis 15. September hat ownCloud seine jährliche Contributors Conference in Berlin durchgeführt. Mehr als 150 Teilnehmer fanden den Weg an die Technische Universität, um alles zu neuen Entwicklungen rund um die führende Lösung zum Enterprise File Sync & Share zu erfahren und über neue Trends, Techniken, Einsatzgebiete zu diskutieren.

Das Publikum reichte dabei von ehrgeizigen Hobby-Programmierern über Entwickler, Designer und andere Kreative bis hin zu Administratoren und Entscheidungsträgern von nationalen und internationalen Organisationen.

Zum Einstieg in den ersten Tag hielt der in der Open-Source-Szene bekannte Entwickler Cornelius Schumacher eine Keynote zum Thema „Freedom of Webservices“. In der anschließenden Fragerunde wurde zustimmend diskutiert. Einhelliges Fazit: Für alle ownCloud Anwender ist es wichtig, dass Web-Services auf Open-Source-Basis entscheidend sind und Daten vom Nutzer kontrolliert werden sollen.

Speed-Dating für Entwickler: Lightning Talks

Ein spannendes Präsentationsformat stellten die zahlreichen „Lightning Talks“ dar. Teilnehmer der Conference konnten hier im Vorfeld Themen einreichen und durften dann in maximal dreißig Minuten neue Ideen vorstellen, interessante Entwicklungen aufzeigen oder auch nur Themen für anschließende Diskussionen aufwerfen. Einen Schwerpunkt stellte das Thema „Mobile“: ownCloud Entwickler David Velasco berichtete über den aktuellen Status bei der Entwicklung der ownCloud App für Android, seine Kollegin Noelia Alvarez über das Pendant bei iOS.

Einig waren sich praktisch alle Teilnehmer in der abschließenden Diskussion darüber, dass die Bedeutung mobiler Clients zukünftig enorm an Bedeutung gewinnen wird – die eigene Cloud nimmt den Weg in die Hosentasche. Dafür müssen die Apps bei den drei Faktoren „Storage, Network and Battery“ aber noch Fortschritte verzeichnen. Gleich in mehreren Sessions wurde auch das Thema Qualitätssicherung behandelt. Um Bugs zuverlässig auszuschließen, werden in Zukunft mehr automatisierte Tests durchgeführt. Sergio Bertolin Puebla stellte hierzu neue Verfahrensweisen und Technologien vor.

Die Zukunft der Plattform liegt in der Collaboration

Zum Start in den zweiten Tag sprach Michael Meeks von Collabora über die Integration der Online-Version von LibreOffice – Collabora Online – mit ownCloud. Neben dem Teilen und Syncen von Dateien wird der Bereich der Collaboration immer wichtiger: Die private Cloud ist nicht mehr länger nur Speicherort von Dateien, auch die Bearbeitung verlagert sich dorthin – und Teams wollen dabei auch in der Lage sein, gemeinsam und simultan an Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen zu arbeiten.

Office365 oder Google Apps for Work bieten diese Funktionalität bereits seit längerem, jedoch weiß niemand wo und wie diese Daten gespeichert werden. Insbesondere Unternehmen mit sensiblen oder personenbezogenen Daten wünschten sich eine ähnliche Funktionalität mit freier Software und Speicherung im eigenen Rechenzentrum. Die Kombination aus ownCloud und Collabora Online verheißt hier großes Potential.

Spannend in diesem Zusammenhang auch der Blitz-Vortrag von Felix Böhm zur Integration von Jitsi Meet, einer Open-Source-WebRTC-Anwendung, die Videokonferenzen in hoher Qualität und mit vielen Teilnehmern ermöglicht. Auch hier wurde, wie beispielsweise auch im Vortrag von Oscar Arrias Farrera zum Business-Framework VNClagoon, der Trend zur Collaboration deutlich.

Vision und Roadmap für ownCloud

Holger Dyroff, bei ownCloud als COO verantworlich für die Produktstrategie, gab in seiner Keynote einen Ausblick auf die Entwicklungen der nächsten Zeit. Einfacher und sicherer Zugriff auf Files bleibt der Kern von ownCloud, ergänzt um Werkzeuge zur Produktivität und dezentral, aber zusammen arbeitend (Federated Cloud). Der Einsatz moderner Web-Technologien erlaubt Performancegewinne und durch eine integrierte Volltextsuche können die richtigen Dateien einfach gefunden werden. Der Zugriff durch ownCloud kann dabei auf viele verschiedene Storage-Systeme erfolgen, dabei stehen Sync-Technologien sowohl mobil als auch auf dem Desktop zur Verfügung. Mehr serverseitige Funktionalitäten wie Suche, Kommentare oder das Tagging können über APIs auch auf die ownCloud Clients ausgeweitet werden.

Der Marketplace als Katalysator für die Community

Beherrschendes Thema von Tag Drei war der kürzlich angekündigte Marketplace von ownCloud, über den Entwickler zukünftig ihre Erweiterungen und Anwendungen einfach vermarkten und monetarisieren können. ownCloud CEO Tobias Gerlinger, seit dem Sommer an Bord, und Holger Dyroff stellten das Projekt in Ihrem Vortrag vor. Weitere Themen waren die in Version 9 neu eingeführte Zwei-Faktor-Authentifizierung für mehr Sicherheit beim Zugriff auf Dateien, Cornelius Kölbel von NetKnights stellte dazu seine Erweiterung privacyIDEA vor.

Dass sich ownCloud im Enterprise-Umfeld praktisch beliebig skalieren lässt, bewies Sven Bauernfeind von Computacenter in seinem Talk zum „Infinite File Service“, einem Gemeinschaftsprojekt von Computacenter, ownCloud und Red Hat. Zum Abschluss des Tages stellten sich die Geschäftsführer Tobias Gerlinger und Holger Dyroff in einem „Fireside Chat“ den Fragen der Community. Heiß diskutiert wurde insbesondere das Thema der Contributor License Agreements (CLA). Hier stellte Holger Dyroff seine Position klar, der zufolge nur mit einem Dual-Licensing-Modell und CLA Unternehmen die nötige Rechtssicherheit erhalten können.

Think Big: Skalierbarkeit ohne Grenzen

Am vierten Tag wurde es „Big“, Thema war vor allem die Skalierbarkeit. Christian Schmitz, Senior Director Strategic Accounts ownCloud. hielt gemeinsam mit Jakub Moscicki vom Europäischen Kernforschungszentrum CERN einen Workshop zu „Open Cloud Mesh and Federation“, direkt im Anschluss sprach Jakub Moscicki über die geplante Weiterentwicklung der „CERNbox“, bei der ownCloud ein vitaler Bestandteil ist, und die Herausforderungen bei der Architektur. Peter Szegedi von GÉANT gab eine Einführung zum Projekt „Up2U“ (Up to University), das versucht, mit Technologie eine Brücke zwischen weiterführenden Schulen und Universitäten zu schlagen. Schüler sollen in dem Up2U-Ökosystem Anreize und Möglichkeiten entdecken. Digitale Inhalte, Tools und Services sind optimal an die Belange von Schülern angepasst, die sich auf ein Studium vorbereiten.

Den Abschluss der Konferenz bildeten zwei Tage, an denen Entwickler, Partner, Contributors und Kunden an vorher diskutierten Features, Ideen und Verbesserungen arbeiteten. Insgesamt konnten die Besucher der Conference sich aus mehr als 60 Lightning-Talks, Gesprächsrunden, Workshops und weiteren Formaten ihr individuelles Programm zusammen setzen.

Alle Talks, Keynotes und Vorträge des Wochenendes stehen als Aufzeichnungen bei Youtube zur Verfügung. Die Bandbreite des Angebotes, die vorgestellten Projekte und Ideen zeigten ganz deutlich: Die Community lebt – und wie!

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