Umfrage unter CIOs

Private Public Clouds auf dem Vormarsch

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Ergebnisse aus der Trendstudie „Transforming your infrastructure for digital“ von PAC.
Ergebnisse aus der Trendstudie „Transforming your infrastructure for digital“ von PAC. (Bild: PAC - a CXP Group Company)

Ohne die Cloud geht es nicht mehr. So weit, so bekannt. Eine Umfrage unter CIOs durch die Analysten von PAC zeichnet aber ein genaueres Bild von der Cloud-Front. Die Untersuchung belegt, dass für die digitale Transformation von Firmen-Infrastrukturen immer mehr auf Private Clouds gesetzt wird – allerdings in einem Public Cloud-Style.

Die Trend-Studie „Transforming your infrastructure for digital“, für die das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen PAC 200 CIOs und IT-Entscheider in Europa befragt hat, belegt, dass fast alle Unternehmen aktuell Projekte zur Transformation ihrer Infrastruktur am Laufen haben. Bei 44 Prozent ist das Projekt in vollem Gang, aber die Transformation ist noch nicht abgeschlossen. Etwas mehr als ein Drittel (38 Prozent) sehen eher am Anfang der Umstellung.

Obwohl Hyperscale Clouds laut PAC in aller Munde sind, wünschen sich europäische CIOs weniger radikale Lösungen für die Transformation ihrer Infrastruktur. Es lasse sich immer noch eine starke Präferenz für vor Ort installierte Lösungen feststellen. 42 Prozent bevorzugen laut Studie Technologien im Stil einer Public Cloud, die jedoch am Standort des Kunden implementiert werden. Bisher hätten sich auf dieses Marktsegment zugeschnittene Lösungen kaum durchsetzen können, so die Analysten, aber die Branche sei zunehmend daran interessiert, Lösungen anzubieten, die im Rahmen von Vor-Ort-Installationen die Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität von Public Clouds liefern. Man könnte auch von Private Public Clouds sprechen.

„Bei der Umsetzung der digitalen Transformation setzen die Verantwortlichen auf konservative Technologien. Auch wenn die Public Cloud sehr viel mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht, plant doch die überwältigende Mehrheit der Anwender den Einsatz von Private Clouds bzw. Virtualisierung – egal ob in-house oder outgesourced – oder on-premises Clouds wie etwa Azure Pack oder FlexPod“, erläutert Simon Abrahams, Senior Analyst, Cloud and Infrastructure Services, gegenüber CloudComputing-Insider.

Abrahams trennt die verschiedenen von PAC genutzten Kategorien wie folgt voneinander ab: „‘Public-cloud style technologies, delivered to the customers’ own premises‘ bedeutet schlicht, dass der Service innerhalb des Gebäudes des Kunden eingerichtet wird, was für viele Anwender sehr wichtig zu sein scheint. Dadurch können Computing Power und Storage sehr flexibel bezogen werden. Üblicherweise können die Anwender diese on-premises-Ressourcen mit denselben Methoden und Tools verwalten, wie sie auch bei Ressourcen aus der Public Cloud zum Einsatz kommen, also via API oder Portal. Diese Art von Lösungen werden zunehmend von Anbietern wie HPE, Oracle und Microsoft offeriert.“

„Private Clouds“ dagegen sind laut Abrahams eine Generation älter als die gerade beschriebenen Lösungen. Sie liefern den selben Mehrwert, die Konfiguration und das Management erfolgen jedoch über APIs bzw. Portale. Auch kommen andere Werkzeuge und Ansätze zum Einsatz als in Public Clouds. Als Beispiele dafür nennt Abrahams Plattformen von VMware oder der OpenStack Foundation.

„Virtualisierung“ schließlich definiert der Analyst gegenüber CloudComputing-Insider als Ansatz, Server mittels Virtueller Maschinen effizienter als bislang möglich auszulasten. So weit, so bekannt, denn dies war das vorherrschende „Cloud-Modell“ der vergangenen Jahre. Der Mangel an Agilität diskreditiere diese Methode jedoch mittel- und langfristig, so Abrahams.

Ohne Cloud keine digitale Transformation

Obgleich die digitale Transformation definitiv zu Effizienzsteigerungen führt und potenziell die Kosten reduziert, sind dies nicht die Hauptmotive der befragten europäischen Firmen. Laut Studie ist Marktdruck der Haupttreiber für die Transformation von IT-Infrastrukturen. 57 Prozent der Unternehmen nennen Kundennachfrage als treibende Kraft, gefolgt von der Möglichkeit, neue Marktchancen zu nutzen (wesentlicher Treiber für 49 Prozent der Studienteilnehmer). Die Studie belegt die wachsende Bedeutung von Infrastruktur und der Rolle, die ihre Transformation bei der digitalen Transformation von Unternehmen spielt.

„Unternehmen wollten schon immer die Vorzüge sowohl von Private- als auch Public-Cloud-Modellen nutzen. Nun entwickelt sich Public Cloud vor Ort zu einer realen Option, und der Markt zeigt starkes Interesse – was ich sehr gut nachvollziehen kann“, so Mathieu Poujol, Head of Cloud & Infrastructures bei PAC.

Überblick über die Cloud-Modelle, die CIOs als mögliche Lösungen für die digitale Transformation Ihrer Infrastruktur in Betracht ziehen.
Überblick über die Cloud-Modelle, die CIOs als mögliche Lösungen für die digitale Transformation Ihrer Infrastruktur in Betracht ziehen. (Bild: PAC - a CXP Group Company, 2017)

Nicht weniger wichtig für Infrastruktur-Teams sind die operativen Themen. Über 60 Prozent der befragten CIOs nennen Performance und Verfügbarkeit als Prioritäten für ihre Transformationsprojekte. Auch IT Operations Management (einschließlich Operations Analytics, Infrastructure as Code usw.) steht weit oben auf der Liste. Auf die Frage nach den wichtigsten Herausforderungen bei der Transformation der Infrastruktur wird Cyber Security als Hauptthema genannt. 65 Prozent der Studienteilnehmer haben in diesem Bereich große Bedenken bei ihren Transformationsprojekten – mehr als bei allen anderen Themen.

Über die Studie

Die Studie „Transforming your infrastructure for digital“ basiert auf einer im September 2017 durchgeführten telefonischen Umfrage (CATI) unter CIOs und IT-Entscheider in über 200 Unternehmen in Benelux, der DACH-Region, Frankreich, Großbritannien sowie den nordischen Ländern. Die Stichprobe umfasst Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, die in der Fertigungsindustrie, im Dienstleistungssektor und im öffentlichen Sektor aktiv sind. Eine Studienzusammenfassung steht zum Download bereit.

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