7. Summit beschwört den respektvollen Umgang mit Daten

OVHcloud präsentiert sich als Keyplayer der europäischen Provider-Landschaft

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Seit 20 Jahren hat sich OVH ständig weiterentwickelt und seine Position als Cloud-Anbieter im globalen Markt gefestigt.
Seit 20 Jahren hat sich OVH ständig weiterentwickelt und seine Position als Cloud-Anbieter im globalen Markt gefestigt. (Bild: OVHcloud)

Ein französischer Anbieter mit globaler Präsenz, in Europa marktführender Cloud-Provider und einer der zehn besten Cloud-Infrastrukturanbieter der Welt: OVH muss sich mit seiner inzwischen 20-jährigen Firmengeschichte nicht verstecken – und will es auch nicht.

In Konsequenz dieses stetigen Entwicklungsprozesses firmiert der französische ISP künftig als OVHcloud. Es war eine der wichtigsten Ankündigungen auf dem inzwischen siebten OVHcloud Summit 2019 in Paris: „OVH wurde vor 20 Jahren in den Anfangstagen der Virtualisierung von Services als PaaS, IaaS oder SaaS – das, was wir heute kurz die Cloud nennen – gegründet. Wir wollen, dass unsere Marke dies weltweit widerspiegelt“, erklärte CEO Michel Paulin den zahlreichen Summit-Teilnehmern.

Europa beweist Stärke

Dass man sich heutzutage als europäischer Technologieanbieter nicht vor den Riesen der Branche aus den USA oder China fürchten muss, sollte auch anderen europäischen Unternehmen das Selbstbewusstsein stärken, betonte Frankreichs Staatssekretär für die Digitalwirtschaft, Cédric O, in seiner Keynote: „Die EU und Frankreich müssen weiter Gas geben im globalen Wettbewerb der Technologien. Und man darf nicht immer wieder einknicken vor der scheinbaren Übermacht der USA oder China!“

Das Beispiel OVHcloud beweise, dass ein französisches Unternehmen ebenso wie andere IT-Unternehmen in Europa durchaus in der Lage sei, es mit den globalen Tech-Spielern aufzunehmen eigene global wettbewerbsfähige Cloud-Services und entsprechende Applikationen entwickeln könne. Wichtig sei nun, betonte Cédric O, dass sich ein europäisches Ökosystem entwickele, für das die jeweiligen Regierungen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.

Zenit und Meilenstein zugleich

Mit dem inzwischen siebten Summit setzte OVHcloud zum 20-jährigen Bestehen einen neuen Meilenstein: Hauptaugenmerk des Unternehmens liegt nun auf der Cloud und auf dem Ausbau eines wachsenden europäischen Ökosystems vertrauenswürdiger Lösungen. Inzwischen erzielt der Provider mehr als 70 Prozent des Umsatzes mit Cloud-Lösungen. Doch nun stehe man vor dem Beginn einer neuen Ära: „Die alte Welt existiert so nicht mehr, die neue Welt basiert auf Daten“, erklärte OVH-Gründer Octave Klaba den Teilnehmern und versprach: OVHs Ziel werde sein, das Maximum aus diesen Daten zu holen und gleichzeitig weiterhin die Freiheit zu bieten – ohne Vendor Lock-in, ohne versteckte Kosten.

Seit der Gründung 1999 in den Anfangstagen der Virtualisierung hat sich OVHcloud zu einem der zehn größten Cloud-Anbieter weltweit gemausert.
Seit der Gründung 1999 in den Anfangstagen der Virtualisierung hat sich OVHcloud zu einem der zehn größten Cloud-Anbieter weltweit gemausert. (Bild: OVHcloud)

Die Vision einer „SMART“ Cloud möchte OVHcloud weiterleben und vorantreiben, im Sinne von einfach zu bedienen (simple), multi-lokal, erschwinglich (accessible), umkehrbar (reversible) und vertrauenswürdig(transparent). Angesichts der Herausforderungen auch durch den Cloud Act will OVHcloud nicht müde werden, vertrauenswürdige Lösungen und Produkte anzubieten, die die europäischen Werte respektieren. Dass Datenschutz heute mehr als ein wirtschaftliches Thema sei, betonte CEO Michel Paulin ausdrücklich. Heute sei es ein gesellschaftliches und politisches Thema mit unterschiedlichen, teils gegensätzlichen Ansichten: Einerseits der US-amerikanische Cloud Act sowie ähnliche Konstrukte in Russland oder China – andererseits das europäische Datenschutzgrundgesetz, das nur die Personen schützen will, aber nicht auf Unternehmensdaten Zugriff nimmt. OVHcloud will in diesem Sinne, dass Unternehmen ihre Daten selbst kontrollieren können und ihnen eine vertrauenswürdige, sichere Cloud bieten, die keinen extraterritorialen Gesetzen unterliegt.

Daher habe sich OVHcloud auch verpflichtet, mit anderen Akteuren zusammen zu arbeiten, die sich zur Wahrung des Datenschutzes alternative Ökosysteme schaffen, insbesondere auch im Bereich künstlicher Intelligenz. Man beteiligt sich deshalb an IA4EU, einem Netzwerk 79 europäischer Unternehmen, die eine kollaborative Plattform europäischer Unternehmen schaffen wollen, zur Entwicklung von KI-Lösungen, die einer bestimmten Ethik folgen. Außerdem arbeitet OVHcloud auf Initiative des France KI Hubs gemeinsam mit Dataiku und Cosmian an einer sicheren Datenaustauschplattform, die es Teams ermöglicht, Daten auszutauschen, ohne dass eines der Mitglieder die sensiblen Daten eines anderen Mitglieds sehen kann.

Weiteres Wachstum mit Partnern und Innovationen

Und als reiner IaaS-Anbieter will OVHcloud auch weiterhin auf sein umfassendes Partnernetzwerk setzen. Cloud-Pionier und OVH-Gründer Octave Klaba wurde nicht müde den Partnern und Kunden „Danke“ zu sagen, „für 20 Jahre, die ihr mit uns durch Höhen und Tiefen und auch gegen alle Widerstände gegangen seid“. Und damit die Zusammenarbeit auch künftig Früchte trägt, hat OVHcloud sein Partnerprogramm international verfügbar gemacht. Zwei Partnerschaftslevel sind auf unterschiedliche Ziele der Zusammenarbeit zugeschnitten. Bis Ende 2019 soll auch das OVH Partner Directory verfügbar sein, in das jeder Partner aufgenommen wird. Dieses Verzeichnis erleichtert dann Unternehmen und Anwendern die Suche nach Anbietern mit passendem Fachwissen in ihrer Region und geeignete Services zur Verfügung stellen.

DevOps und Server-Cluster

Doch auch produktseitig gab es einige Ankündigungen. Noch in diesem Jahr wird das Bare-Metal-Portfolio um Dedicated-Server-Cluster erweitert, die auf einem privaten Netzwerk mit garantierter Leistung basieren und über Standard-APIs für eine vereinfachte Automatisierung verfügen. Außerdem sind in Kürze Verbesserungen bei den High-End-Servern zu erwarten, ausgestattet mit der neuesten Generation von Intel Cascade Lake und AMD EPYC CPUs der zweiten Generation. Zudem wird OVHcloud die globale Zertifizierungsstrategie fortsetzen und den SecNumCloud-Qualifizierungsprozess durchlaufen. On-Demand-Ressourcen mit offenen und interoperablen Standards stellen auch weiterhin sicher, dass skalierbare, cloud-basierte Anwendungen in der Public Cloud entwickelt werden können. Public Cloud Storage unterstützt ab sofort S3-APIs. Außerdem wird die Anpassung der Public Cloud an RefStack-Tools bald abgeschlossen sein.

In diesem Jahr hat OVHcloud auch bereits sein Dedicated-Server-Portfolio neugestaltet für ein einfacheres und vielseitigeres Angebot. Außerdem ist seit kurzem eine neue Reihe von Infrastructure Dedicated Servern auf dem Markt. Mit ihnen lassen sich Server-Architekturen in Clustern aufbauen und große Datenbanken verwalten. Alle Server dieser Reihe sind mit der neuen Technologie OVHcloud Link Aggregation (OLA) ausgestattet. Mit dieser können Nutzer die Netzwerkschnittstellen jedes Servers aggregieren, um seine Verfügbarkeit zu erhöhen und ihn gleichzeitig vom öffentlichen Netzwerk und möglichen Bedrohungen zu isolieren. Einige Server der Infrastructure-Reihe bieten mit der Intel Software Guard Extension-Technologie (SGX) zudem erweiterte Sicherheitsfunktionen, die den laufenden Code und die zu verarbeitenden Daten vollständig isolieren. Anfang 2020 will OVHcloud außerdem das neue Virtual-Private-Server-Angebot vorstellen, das besonders einfach zu leicht zu skalieren sein soll. Unter anderem soll es starke Optionen wie ein automatisiertes Backup mit einem SLA von 99.9 Prozent bieten.

OVHcloud heute – Zahlen, Daten, Fakten

  • OVHcloud betreibt 30 Rechenzentren an 12 Standorten weltweit.
  • Seit 1999 hat OVHcloud mehr als eine Million Server hergestellt.
  • Weltweit sind 2.200 Mitarbeiter beschäftigt.
  • 1,5 Millionen Kunden werden in 132 Ländern betreut.
  • Bis 2020 will OVHcloud 1,5 Millionen Euro investieren (beginnend mit 2016).
  • OVHcloud betreibt inzwischen 115.000 Private Clouds, 300.000 Public-Cloud-Instanzen und hostet 3,8 Millionen Websites.
  • In den Rechenzentren laufen 380.000 physikalische Server.

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