Automatisierte und standardisierte Server-Migration Oracle Cloud bringt Entwicklungsumgebung bei BearingPoint-Unit auf Trab

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Zuverlässige Performance und kosteneffiziente Prozesse sind die Basis für das Geschäftsmodell von BearingPoint RegTech. Durch Umstellung von Abacus Banking Testumgebungen auf die Oracle-Cloud-Infrastruktur erzielte das Unternehmen merkliche Leistungssteigerung bei hoher Kostenersparnis.

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Die zu lange Provisionierungszeit der vorhandenen cloud-basierten Bare-Metal-Server führte BearingPoint RegTech in die Oracle Cloud.
Die zu lange Provisionierungszeit der vorhandenen cloud-basierten Bare-Metal-Server führte BearingPoint RegTech in die Oracle Cloud.
(Bild: © deagreez - stock.adobe.com)

Das Unternehmen BearingPoint RegTech bietet RegTech- und RiskTech-Lösungen entlang der Regulatory Value Chain. Die komplexen Lösungen für Kunden setzen flexible Entwicklungsumgebungen mit hohem Testaufwand voraus – Bedingungen, die den Einsatz einer leistungsfähigen Server-Infrastruktur erfordern. Seit 2019 setzen die Software-Experten von BearingPoint daher auf virtuelle Server im Rahmen von Infrastructure-as-a-Service in der Oracle Cloud. Das Ergebnis: Signifikante Verbesserungen in puncto Performance und Kostenaufwand als Folge automatisierten und standardisierten IT-Managements.

Die Finanzaufsichtsbehörden verlangen immer mehr und komplexere Meldungen. Dementsprechend verändern sich die Erwartungen der Kunden von BearingPoint RegTech an die Performance der RegTech-Lösungen mit weitreichenden Konsequenzen für die Server-Infrastruktur. Die Herausforderung: die damals bestehende Infrastruktur, ein proprietärer Cloud-Service auf der Basis von OpenStack, hatte ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Das im Einsatz befindliche Hauptprodukt, Abacus360 Banking, konnte nicht skaliert werden. Um mit der Nachfrage seitens der Kunden Schritt zu halten, entschied sich BearingPoint RegTech dafür, auf eine neue Cloud-Infrastruktur umzusteigen.

Zeit- und Kostendruck ruft Infrastrukturprojekt ins Leben

Um die neue Softwareversion zu entwickeln und Testläufe zu fahren, wechselte BearingPoint RegTech zu einem Anbieter, der Bare-Metal-Maschinen in der Cloud bereitstellte. Ein Nachteil der Lösung: Die Provisionierungszeit, also der Prozess zur Einrichtung der IT-Infrastruktur von der Anforderung eines Systems bis zur Bereitstellung, betrug bis zu zwei Wochen, da alles manuell aufgesetzt und installiert werden musste. Außerdem verursachte die Lösung hohe Infrastrukturkosten. Hinzu kamen enorme Abweichungen zwischen den eingesetzten Systemen, zum Beispiel bei Prozessorleistung und Speicherkapazität, sowie eine fehlende Standardisierung – ein Problem für die Vergleichbarkeit von Varianten bei Testläufen.

Angesichts des Verbesserungsbedarfs legten die Verantwortlichen bei BearingPoint RegTech als Ziel fest, die Bereitstellungszeiten von zwei Wochen auf vier Stunden zu reduzieren. Darüber hinaus sollten die Prozessautomatisierung und die Standardisierung insgesamt ausgebaut werden. „Die Herausforderung wurde durch eine Evaluierung verschiedener Cloud-Anbieter angegangen“, erinnert sich Markus Alandt, Head of Development Infrastructure bei BearingPoint RegTech und Projektleiter für das daraus resultierende Projekt mit der Oracle Cloud.

Die Oracle Cloud kristallisierte sich schnell als die Lösung der Wahl heraus. Es folgte ein Proof of Concept, innerhalb dessen eine Applikation from the scratch – d.h. von Grund auf neu – aufgebaut wurde, um die Performance zu testen. Mit Erfolg: Das breit gefächerte Portfolio mit Rechen-, Speicher- und Netzwerkdiensten ermöglichte direkt einen einwandfreien Betrieb der neuen Abacus360-Banking-Version und zeigte merkliche Laufzeitverbesserungen. Die Ergebnisse führten zu einer vollständigen Migration auf OCI und zur Ablösung des bisherigen Cloud-Anbieters.

Implementation von Infrastructure-as-a-Service

Als Berater mit hoher Fachexpertise begleitete der Oracle Partner ICT die anschließende Migration der Server in die Oracle Cloud. Dabei erwies es sich als Vorteil, dass die Auslieferung von Software-Versionen durch BearingPoint RegTech an Kunden alle acht bis zwölf Wochen erfolgt. Somit kann jeder Testzyklus prinzipiell auf einer neuen Infrastruktur stattfinden. In der ersten Phase wurde eine Eins-zu-Eins-Migration der Systeme durchgeführt. „Es gab kleinere Anpassungen der Infrastruktur, wo ohnehin entsprechender Bedarf bestand, weil die Systeme am Limit waren. Insgesamt wurden in der ersten Phase 75 Server Eins-zu-Eins umgezogen“, erklärt Alandt.

Im Zuge dessen konnten hohe Kosteneinsparungen bei der Infrastruktur erzielt werden. Hinzu kommen eine Verbesserung der Kostentransparenz und eine verursachergerechte Zuordnung, weil innerhalb der Oracle Cloud über verschiedene Compartments und Meta-Tags entsprechende Strukturen geschaffen wurden. „Es lässt sich für jeden Server nachvollziehen, zu welchem System-Operator er gehört und zu welcher Kostenstelle – ein großer Sprung im Hinblick auf Kostenmanagement und Budgetplanung für die einzelnen Entwicklerteams“, so der Projektleiter.

BearingPoint RegTech managt die Datenbanken von Oracle in den Versionen von 11 bis 19 in der Cloud-Infrastruktur selbst, um Flexibilität und volle Kontrolle in der Projektarbeit zu wahren. Variantenvielfalt für verschiedene Installationsszenarien ist eine weitere Neuerung, durch die je nach Bedarf die passende Infrastruktur bereitgestellt wird. Das gilt für All-in-one-Installationen, bei denen Applikationsserver und Datenbankserver gemeinsam gehostet werden, ebenso wie für Multi-Tier-Installationen, bei denen beides auf separaten Hosts liegt. Infolge der weitreichenden Automatisierung und Standardisierung können auf den Servern alle Datenbankversionen vorgehalten und installiert werden – als Enterprise Edition, als Standard Edition oder als Container-Datenbank.

Hohe Flexibilität für eine optimale Testabdeckung

Die Entwicklerteams haben die Option, je nach den konkreten Vorgaben eines Projekts maßgeschneiderte Server anzufordern. „Heute sind wir in der Lage, einen Server mit Datenbank und Applikationen innerhalb von zwei Stunden bereitzustellen. Das ist zwei Stunden schneller als in der Zielsetzung fixiert“, berichtet Alandt. Darüber hinaus lassen sich die bereitgestellten Systeme präzise auf das Set-up der Kunden zuschneiden. Oracle Cloud Infrastructure ermöglicht es, durch Performance- und Regressionstests einzelne Komponenten wie das Betriebssystem, eine Java-Version oder eine Datenbankversion auszutauschen und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen – ein entscheidender Vorteil der Standardisierung. Auch Software-Updates der 130 Systeme, die sich jetzt in der Cloud befinden, lassen sich infolge der Automatisierung einfach per Mausklick ausführen.

Die Wahl einer Private Cloud mit direkter VPN-Verbindung inklusive zusätzlicher Authentifizierung im Unternehmensnetzwerk hat die Sicherheit im Bereich der Entwicklungssysteme signifikant verbessert. Einen weiteren Beitrag zum Sicherheitsmanagement leistet das Prinzip Security First innerhalb der Oracle Cloud. Heute befinden sich die meisten Systeme in der Private Cloud. Über eine VPN-Verbindung sind diese Systeme nur noch intern erreichbar und nicht mehr über das Internet. Ausnahmen bilden lediglich einzelne Anwendungsszenarien im Sales- und Demo-Bereich für Kundenpräsentationen, für die auch ein Public Cloud-Szenario vorgesehen wurde. Bei diesem Szenario werden temporär Systeme provisioniert, die über das Internet erreichbar sind, aber isoliert und ohne Verbindung zum Firmen-Netzwerk.

Die Ergebnisse hinsichtlich Performance, Kosteneffizienz und Flexibilität sprechen für sich und auch vom Service und Support zeigt sich Projektleiter Alandt überzeugt: „Was Oracle von anderen Anbietern unterscheidet, ist die direkte Kundenbetreuung inklusive Customer Success-Management, an das wir uns jederzeit wenden können, wenn Fragen auftauchen.“ Für die Zukunft ist bereits die Container-Orchestrierung auf Grundlage von Kubernetes als neues gemeinsames Projekt geplant.

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