OpenStack als Basis für die Public Cloud

Offenes Betriebssystem fürs Cloud Computing

| Autor / Redakteur: Lena Tausend / Florian Karlstetter

Über die Vorzüge von OpenStack als Grundlage für eine Public Cloud.
Über die Vorzüge von OpenStack als Grundlage für eine Public Cloud. (Bild: © mindscanner - Fotolia.com)

OpenStack ist die perfekte technische Grundlage für den erfolgreichen Einsatz einer Public Cloud: Vollkommen überzeugt von dieser Aussage sind Kurt Garloff und Sebastian Wenner, Cloud-Spezialisten der Telekom-Großkundentochter T-Systems. Aber warum?

Was ist eigentlich OpenStack? Einfach erklärt ist OpenStack ein Betriebssystem für Clouds, das große Mengen an Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen verwaltet. Mithilfe eines Dashboards erhalten nicht nur Administratoren volle Kontrolle über diese Leistungen, die Nutzer werden auch dazu ermutigt, sich ihre Lösung individuell zusammenzustellen. Die Besonderheit: OpenStack ist ein offenes Gemeinschaftsprojekt, an dem jeder mitarbeiten kann. Entwickler auf der ganzen Welt haben Zugriff auf den Code von OpenStack, können ihn einsetzen, verändern und weiterentwickeln. Dabei muss jede Adaption allen anderen zur Verfügung gestellt werden, womit auch die Funktionalität geprüft wird.

Kurt Garloff, OpenStack Cloud Architect bei T-Systems.
Kurt Garloff, OpenStack Cloud Architect bei T-Systems. (Bild: Alexander Weber / Deutsche Telekom)

Offenheit als Stärke

„Genau dieser Community-Approach macht OpenStack so stark“, ist Kurt Garloff überzeugt. Durch den öffentlich zugänglichen und in einem offenen Prozess weiterentwickelten Code werden die einzelnen OpenStack-Module und -Schnittstellen nachvollziehbar und transparent. „Mit OpenStack hat kein Anbieter die Möglichkeit, die volle Kontrolle über das Framework zu erhalten“, so Garloff. Ein Vendor-Lock-In werde so effektiv vermieden.

Diese spezifischen Eigenschaften von OpenStack überzeugen – auch die Deutsche Telekom, die das Open-Source-Betriebssystem als Basis seines Public-Cloud-Angebots „Open Telekom Cloud“ nutzt. „Nicht auf einen Anbieter festgelegt zu sein bedeutet für unsere Kunden einen hohen Investitionsschutz“, betont Garloff. Sogar der eigene Betrieb einer eigenen OpenStack Umgebung ist möglich. „Zudem können sie größtmöglichen Einfluss nehmen und sind Teil einer sehr innovativen Bewegung.“ Denn OpenStack genießt als weltweit anerkannter Standard die breite Unterstützung der Industrie. Das zeigen auch die zahlreichen Unternehmen, die sich in der OpenStack Foundation engagieren. „Als Gold-Mitglied sind wir selbst sehr aktiv in der Community“, erzählt Garloff. „Nicht in erster Linie, indem wir selbst aktiv Codes verbessern; unsere Hauptaufgabe ist ja nicht Entwicklung. Vielmehr sehen wir unsere Aufgabe darin, den Anwendern von OpenStack eine Stimme zu geben und ihre Anforderungen zu verstehen, zu bündeln und das Produkt an die Developer weiterzuleiten.“

Public Clouds für jeden geeignet

Wer gewinnt besonders bei Public Clouds, die mit OpenStack betrieben werden? „Eigentlich profitieren fast alle Unternehmen von der Public Cloud“, ist Garloff überzeugt. Dennoch nutzten 2016 laut des aktuellen Cloud-Monitors (PDF) des Digitalverbands Bitkom weniger als ein Drittel (29 Prozent) der Unternehmen Public-Cloud-Angebote; dies hatte sich im Vergleich zu 2015 auch um nur drei Prozent gesteigert. „Viele Firmen kommen aus einem klassischen IT-Umfeld. Für sie ist es nicht so einfach sich an den Gedanken von Cloud Computing zu gewöhnen“, sagt Garloff. „Gewohnte Unternehmensprozesse und -strukturen werden durch die neue Technik in Frage gestellt. Deshalb nutzen viele Unternehmen heute noch die scheinbar sicherere Private Cloud.“ Doch der Experte ist überzeugt, dass das lediglich ein Zwischenschritt auf dem Weg zu Hybrid-Cloud- und in vielen Fällen gar zu vollständigen Public-Cloud-Modellen ist.

Sebastian Wenner, Technical Lead - Open Telekom Cloud bei T-Systems.
Sebastian Wenner, Technical Lead - Open Telekom Cloud bei T-Systems. (Bild: Alexander Weber / Deutsche Telekom)

Dem stimmt auch Sebastian Wenner, ebenfalls Cloud-Experte der Telekom, zu: „In unserem Public-Cloud-Angebot haben wir im Prinzip zwei Kategorien von Kunden: die erfahrenen Cloud-User und Kunden, die ihre IT bisher vor Ort hatten. Besonders letztere benötigen Beratung und Unterstützung bei dem Weg in die Cloud.“ Denn ihren größten Nutzen entfalten Clouds nicht, wenn lediglich alte Systeme in das neue Umfeld migriert werden. Vielmehr müssen Anwendungen für die automatisierte und dynamische Umgebung in der Public Cloud konzipiert werden, um das volle Innovationspotential auszuschöpfen.

OpenStack als Werkzeug zum Erfolg

Das stimme besonders, wenn man sich die Nutzerstruktur der Open Telekom Cloud ansehe, sagt Wenner. „Viele Mittelständler und Start-ups nutzen unser Angebot. Während letztere ja eher zu den Cloud-Natives zählen, benötigen erstere meist noch eine ausführliche Beratung, welche Applikationen sinnvollerweise in die Cloud verlagert werden sollten“, berichtet er. Um sie nicht zu verschrecken, ist die Open Telekom Cloud ein einfacher Einstieg in die OpenStack-Welt.

Der Nutzer sieht erst einmal nur wenig vom Betriebssystem. OpenStack gibt ihm Mittel und Werkzeuge an die Hand, die er nutzen kann, aber nicht muss“, so Wenner. Auf einer übersichtlichen Weboberfläche können sie Ressourcen konfigurieren, schreiten die Kenntnisse und Fähigkeiten fort, kann dann auch vieles automatisiert werden. „Man muss nicht von 0 auf 100 gehen“, sagt der Cloud-Experte. OpenStack sei vielmehr Mittel zum Zweck, um den Kunden mit immer neuen Funktionen Mehrwerte zu verschaffen.

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