CAD-Anwendungen aus dem Rechenzentrum

Kranhersteller Liebherr hebt Desktop-Virtualisierung auf die nächste Stufe

| Redakteur: Florian Karlstetter

Citrix XenDesktop und Citrix NetScaler in der Praxis: Kranhersteller Liebherr setzt bei der zentralen Bereitstellung von CAD-Desktops für Anwender weltweit auf Citrix-Technologien.
Citrix XenDesktop und Citrix NetScaler in der Praxis: Kranhersteller Liebherr setzt bei der zentralen Bereitstellung von CAD-Desktops für Anwender weltweit auf Citrix-Technologien. (Bild: Citrix / Liebherr)

Die Liebherr-Werk Biberach GmbH stellt heute grafikintensive Applikationen über das Rechenzentrum für weltweit verteilte Anwender bereit. Technologien von Citrix und NVIDIA ermöglichen dabei nicht nur performantes und sicheres Arbeiten an jedem Ort, sondern reduzieren gleichzeitig die Hardwarekosten und den Administrationsaufwand.

Von der Simulationssoftware für Auszubildende bis zu 3D-CAD-Anwendungen für Konstrukteure in Brasilien und Indien: Kranhersteller Liebherr setzt bei der weltweiten Bereitstellung virtueller CAD-Desktops auf Citrix XenDesktop und Citrix NetScaler.

Die Liebherr-International AG mit Sitz in Bulle in der Schweiz ist die Dachgesellschaft einer Firmengruppe mit über 41.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Hersteller von Kranen, Baumaschinen, Luftfahrtausrüstungen, Verkehrstechnik, Werkzeugmaschinen und Haushaltsgeräten umfasst. Die Liebherr-Werk Biberach GmbH mit rund 1.260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Biberach zählt dabei zu den größten Turmdrehkranherstellern weltweit und gestaltet den Fortschritt auch in vielen anderen Branchen mit. Neben dem Hauptsitz der Sparte in Biberach gehören auch Produktionsstandorte in Brasilien, Spanien, Indien und Russland zu den Liebherr Tower Cranes.

Um seine Marktposition als einer der führenden Turmdrehkranhersteller zu festigen, entwickelt Liebherr seine Systeme kontinuierlich weiter. Dabei arbeiten nicht nur Spezialisten in Biberach an der Konstruktion neuer Kranmodelle, sondern auch Konstrukteure an den internationalen Standorten. „Wir haben mittlerweile virtuelle Kompetenzteams, die gemeinsam Lösungen entwerfen und sich permanent über Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg austauschen“, erklärt Klaus Röck, Teamleiter IT-Service bei der Liebherr-Werk Biberach GmbH.

Die Bereitstellung von High-End-Workstations mit 2D- und 3D-(CAD)-Anwendungen für die verteilten Standorte war für die IT-Abteilung in der Vergangenheit jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Die einzelnen Workstations mussten mit der notwendigen Software betankt und an die internationalen Standorte geliefert werden. Das Laden und Speichern von komplexen CAD-Modellen über das WAN war mit langen Wartezeiten verbunden und erschwerte die tägliche Arbeit erheblich. Bei Hardware-Ausfällen dauerte es zudem oft sehr lange, bis der Anwender einen Ersatzrechner bekommen konnte.

Zentrale Lösung für weltweit verteilte Konstrukteure gesucht

„So entstand die Idee, die CAD-Anwendungen ins Rechenzentrum zu verlagern und den Konstrukteuren virtuelle Desktops für ihre Aufgaben zur Verfügung zu stellen“, so Klaus Röck. Tochtergesellschaften und Partner in Deutschland oder im Ausland sollten sicheren Remote-Zugriff auf die Anwendungen erhalten, um gemeinsam an CAD-Projekten arbeiten zu können.“

Erste Erfahrungen mit virtuellen Desktops hatte die IT-Organisation von Liebherr bereits bei der Neugestaltung des Ausbildungszentrums in Biberach gesammelt. Alle IT-Arbeitsplätze wurden dort mit Zero Clients ausgestattet – als Desktop-Virtualisierungslösung führte man Citrix XenDesktop ein. Das gemeinsam mit dem Partner ACP IT Solutions GmbH umgesetzte Konzept bietet in der Praxis enorme Vorteile: „Wir müssen Software nicht mehr auf jedem einzelnen Endgerät installieren, sondern nur noch einmal auf den Citrix-Servern im Rechenzentrum“, sagt Klaus Röck. „Mit der Citrix Provisioning Technologie sorgen wir dafür, dass die virtuellen Desktops der Anwender alle von einem Standard-Image booten. Und alle Veränderungen am virtuellen Desktop lassen sich nach einer Ausbildungseinheit schnell wieder rückgängig machen. Mit einem Reboot können wir die Desktops jederzeit wieder in den Ursprungszustand versetzen.“

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Der Partner ACP

Das Projekt im Schulungszentrum zeigte der IT-Organisation auch, dass die Virtualisierung der Applikationen den Anwendern ganz neue Zugriffsmöglichkeiten eröffnet: Die Auszubildenden können Anwendungen wie Simulationssoftware oder Tools für die SPS-Programmierung nicht nur an den stationären Zero Clients nutzen, sondern auch auf Tablet-Rechnern direkt an den Maschinenarbeitsplätzen. Auf dem Endgerät muss dazu nur der Citrix Receiver installiert sein.

Bis zu 32 CAD-Anwender auf einem Server

Mit der Virtualisierung der CAD-Arbeitsplätze wollte die IT-Organisation nun noch einen Schritt weiter gehen und auch professionelle Grafik- und Konstruktionsanwendungen virtualisieren. Unter anderem sollten den Anwendern Applikationen wie der Liebherr 3D-CAD-Kranplaner, der CAD-Converter 3D_Evolution sowie PTC Creo Elements über das Rechenzentrum zur Verfügung gestellt werden.

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Das Unternehmen Liebherr

„Essentiell für den Erfolg des Projekts war, dass die Anwender die gleiche Performance wie auf einer physikalischen Workstation erhalten – und dies in Verbindung mit Datensicherheit, Release-Fähigkeit und zentralem Backup“, hebt Markus Löffler, Presales Consultant bei der ACP IT Solutions GmbH in Ulm hervor, der für die fachliche Umsetzung des Projekts verantwortlich war. „Zudem mussten eine hohe Ausfallsicherheit und Flexibilität des Systems gewährleistet sein.“

Umgesetzt wurden diese Anforderungen durch die Kombination von Citrix XenDesktop mit der Server-Virtualisierungslösung Citrix XenServer und der vGPU-Technologie von NVIDIA. Die Lösungen von Citrix und NVIDIA ermöglichen ein Hardware-basiertes GPU-Sharing auf dem Server. Dies bedeutet: Die Leistung von High-End-Grafikprozessoren kann auf mehrere virtuelle Maschinen aufgeteilt werden – perfekt für Anwender mit hohen Anforderungen an die Grafik-Performance.

Die Virtualisierungsspezialisten von ACP statteten zunächst zwei leistungsfähige Dell-Server mit jeweils zwei NVIDIA GRID K2-Grafikkarten aus. In Verbindung mit Citrix XenServer können so – je nach Auswahl des Grafik-Profils - bis zu 32 virtuelle CAD-Workstations gleichzeitig auf einem Host-Server laufen. Die HDX 3D Pro-Technologie von Citrix XenDesktop sorgt zudem dafür, dass Konstrukteure auch über WAN-Verbindungen mit begrenzter Bandbreite performant mit den Applikationen arbeiten können.

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Kundenzitat und Vorteile auf einen Blick

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