Ionos Summit 2026 Ionos stellt KI-Infrastruktur und Euro-Office 2.0 vor

Von Michael Matzer 5 min Lesedauer

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Ionos hat auf seinem diesjährigen Summit eine komplette Infrastruktur für KI-Workflows vorgestellt. Die Themen digitale Souveränität und Confidential Computing standen im Vordergrund. Über den neuen vereinheitlichten Ionos Marketplace dürften sich vor allem Partner freuen. Viel Applaus erhielt die Präsentation von Euro-Office 2.0.

Mit Trommelwirbel auf die Bühne: Beim Ionos Summit 2026 in Berlin standen souveräne KI, Euro-Office 2.0 und der Ausbau des Partnerökosystems im Mittelpunkt.(Bild:  Ionos SE)
Mit Trommelwirbel auf die Bühne: Beim Ionos Summit 2026 in Berlin standen souveräne KI, Euro-Office 2.0 und der Ausbau des Partnerökosystems im Mittelpunkt.
(Bild: Ionos SE)

Im Cloud-Geschäft setzt Ionos sowohl auf Datensouveränität wie auch auf den boomenden Markt mit künstlicher Intelligenz (KI). Souverän sei die Ionos Cloud, indem sie nur in europäischen Rechenzentren und unter EU-Jurisdiktion gehostet werde. Tim Kartali, der das globale Partnergeschäft bei der Ionos SE leitet, erläutert: „Wenn ein Kunde seine Daten vorhalten will, dann hätte er die gerne im lokalen Land. Das funktioniert mit unseren verteilten Rechenzentren ganz gut. Die Skalierung ist häufig für ISVs ein Thema, weil sie entweder Cloud-Native bei einem Hyperscaler anfangen oder aus eigenen Instanzen (per Colocation) kommen und dann merken, dass sie einen Cloud-Provider brauchen, der Rechenleistung in unterschiedlichen Ländern bereitstellen kann.“

Um aber aus einem Proof of Concept (PoC) eine funktionierende KI-Applikation zu schaffen, kommen laut Kartali die Partner aus dem Ökosystem ins Spiel: „Da wir nur die Cloud-Infrastruktur liefern und der Kunde eine fertige Lösung möchte, bringen wir das Partnerökosystem ins Spiel – je nach Komplexität ISVs, MSPs oder Beratungsunternehmen.“

Zwischen den beiden bekannten Betriebsmodellen „Public Cloud“ und „Private Cloud“ zieht Ionos eine weitere Ausprägung ein: die „Private“ Public Cloud. Wie die Air-Gapped Private Cloud ist hier die Hardware getrennt, die Instanz aber am Netz und wahlweise in der Ionos-Cloud oder in einem Rechenzentrum der eigenen Wahl.

Um Confidential Computing zu realisieren, bekommt der Nutzer seinen eigenen Bereich in der Ionos Cloud, deployed dort sein eigenes VM Image als Workload, lässt diese Struktur attestieren und verschlüsseln. Diese Instanz läuft dedizierter Hardware mit Massenspeicher, Netzwerk und Hauptspeicher.

Souveräne Cloud für sensible KI-Workloads

Unter dem Kürzel „CADA“ stellte Ionos eine Souveräne KI-Cloud mit Skalierbarkeit vor. Sie umfasst vor allem das „AI Model Hub”. Sie bietet eine Modell-API, über die der Anwender seine bevorzugten KI-Modelle integrieren kann, beispielsweise Mistral. Ein Cloud-GPU überträgt Daten mit 4,8TB/s, ein MCP-Server koppelt über 100 Tools an und über n8n lassen sich u.a. souveräne Agenten und Workflows automatisieren.

Dies sind die Neuheiten in der Ionos Cloud. Ein thematischerSchwerpunkt ist Confidential Computing. Private Bereiche in der Public Cloud sind ebenfalls neu im Umfang der Ionos Cloud. (Bild:  Ionos SE)
Dies sind die Neuheiten in der Ionos Cloud. Ein thematischerSchwerpunkt ist Confidential Computing. Private Bereiche in der Public Cloud sind ebenfalls neu im Umfang der Ionos Cloud.
(Bild: Ionos SE)

Das Paket umfasst zudem Coding-Funktionen und einen AI Assistant in der Collaboration Suite. Zu den Coding-Funktionen gehört ein App- und Site Builder. An mehreren Stellen kann der Nutzer seine Kosten kontrollieren und steuern, so etwa bei den GPUs und beim MCP-Server. Das Ganze läuft in Rechenzentren in der EU, v.a. in Berlin und Frankfurt am Main.

„Die SVA System Vertrieb Alexander GmbH, einer unserer Lösungspartner, hat beispielsweise ein Mandat von einem Endkunden aus einer hochregulierten Branche erhalten, um eine KI-Plattform inklusive Governance aufzubauen“, berichtet Kartali. „Sie nutzen unsere GPUs zum Hosten spezieller LLMs sowie unseren AI Model Hub. Als Layer ist eine intelligente Steuerung integriert, die je nach Prompt-Komplexität entscheidet, welches LLM angesteuert wird, um die Kostenthematik und den Token-Verbrauch zu optimieren.“

Ionos ist der Ansicht, dass auch kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) KI-Applikationen nützlich finden könnten und bietet nun einen KI-Telefon- und Coding-Assistent an. Damit soll der Anwender in der Lage sein, seine Anrufe zu verwalten, aber auch eine eigene Webseite kodieren zu lassen.

Euro-Office 2.0: Alternative zu Microsoft 365

Im März 2026 stellte eine Wirtschaftsinitiative um Ionos und Nextcloud mit „Euro-Office“ eine „Alternative zu Microsoft 365“ vor, die Ende September 2026 eine erweiterte Nachfolgerin erhielt. Euro-Office umfasst sechs Applikationen und 1 TB Speicherplatz, hinzukommt eine Mailbox sowie eine KI-Integration mit Projekt-Management, Formulare usw.

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„Dieses Paket vereint Euro-Office mit der im November 2025 vorgestellten Collaboration Suite Nextcloud Workspace“, erläutert Marcel Meyer, Head of Office & Cloud Storage Applications bei Ionos. „Dieses Angebot deckt 90 Prozent aller Bedürfnisse der Nutzer ab“, so Meyer. „Für Single User liegt die Abogebühr bei 9,00 Euro pro Monat, für fünf User / Monat bei 8 Euro pro Anwender, dann gelten gestaffelte Preise.“

Der Quellcode sei wie bei der Nextcloud offen, könne also individuell angepasst werden. Nextcloud, die quelloffene Software, laufe auf der Infrastruktur der Ionos Cloud. Die Ionos Cloud unterstützt bis zu 5000 User pro Unternehmen. „Mit Euro-Office stoßen wir weltweit auf hohe Resonanz“, freut sich Meyer.

Ionos baut sein Ökosystem aus

Nach den Worten von Tim Kartali ist das Partnergeschäft seit 2020 mit hoher Priorität vorangetrieben worden. „Was wir in den letzten sechs Jahren geschafft haben, ist, ein wirklich starkes Partnerökosystem aufzubauen. Wir haben mittlerweile global über 1.000 Partner. Markus Noga, unser CTO, hat auf der Bühne auf dem Ionos Summit 2026 gesagt, er hätte gern das Zehnfache an Partnern. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber im Endeffekt geht es genau dahin, dass wir wir mehr und mehr Partner brauchen. Wo ich natürlich persönlich einen großen Fokus habe, ist, dass wir in den Ländern Spanien, Frankreich und UK auf ähnliche Größenordnungen kommen, die wir heute schon im deutschsprachigen, unserem Kernmarkt haben.“

Kartali weiter: „Wir legen sehr viel Wert darauf, die Partner zusammenzubringen. Der Endkunde kommt immer über eine Applikation (ERP, CRM, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung). Wir nehmen all diese Use Cases im Ökosystem auf und haben auf der anderen Seite ein großes Netzwerk an MSPs, IT-Dienstleistern und Systemintegratoren als Implementierungspartner. Eine Hand wäscht die andere, um für den Kunden die perfekte Lösung in der souveränen Cloud zu liefern.“

Globaler Marketplace soll Europas Partnergeschäft stärken

Diese Wachstumsstrategie schlägt sich im Anstieg der Zahl von Partnerlösungen im Ionos Marketplace von mehr als 120 in 2025 auf über 250 in 2026 nieder. „Am Ende ist es unsere Intention, diese Lösungen auf unseren Ionos Marketplace zu bringen“, berichtet Kartali. „Im September haben wir den globalen Marketplace gelauncht. Vorher gab es marktspezifische Marketplaces (DE, FR, ES, UK), was für internationale Partner administrativ aufwändig war.“

Jetzt sei alles vereinheitlicht. Partner pflegen ihr Profil und ihre Lösungen in einer Sprache ein, und „unser AI Model Hub übersetzt den Content automatisch auf Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch“, so Kartali weiter. „Nach einem internen Approval-Prozess (Prüfung auf Rechtmäßigkeit und Relevanz) entscheidet der Endnutzer, in welcher Sprache er die Inhalte konsumieren möchte. Das gibt einen richtigen Boost im Ökosystem.“

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