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Experten-Statement über Bereitstellungsmodelle von Cloud Services Drei Modelle für Cloud-Marktplätze

| Autor / Redakteur: Matthias Kunisch / Florian Karlstetter

Bei Marktplätzen für Cloud-Services lassen sich drei Geschäftsmodelle unterscheiden. Jeder hat seine Vor- und Nachteile, sowohl für Kunden als auch für die Betreiber.

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Bei Cloud-Marktplätzen gibt es verschiedene Geschäftsmodelle und verschiedene Vertragstypen.
Bei Cloud-Marktplätzen gibt es verschiedene Geschäftsmodelle und verschiedene Vertragstypen.
(Fotolia_43632244_S / Forcont)

Der klassische Ansatz

Der erste Typ funktioniert wie die guten alten innerstädtischen Wochenmärkte. Die Cloud-Services werden wie die klassische Handelsware auf dem Marktplatz feil geboten. Der Nutzungsvertrag kommt zwischen dem Händler und dem Käufer zustande. Der Marktplatz fungiert nur als Vermittler und erhält vom Händler eine pauschale Gebühr, mit der er seine Betriebskosten deckt. Alle Beteiligten, d.h. Marktplatz, Anbieter und Käufer, stehen in einem überschaubaren, berechenbaren Verhältnis.

Für den Käufer gibt es allerdings einen Nachteil. Da er mit jedem Anbieter nach dessen individuellen Vorgaben einen Vertrag schließen muss, kommt so unter Umständen eine große Anzahl unterschiedlicher Verträge zustande. Das kann für den Käufer mit viel Aufwand verbunden sein.

Marktplatz als Händler

Der zweite Typ der Cloud-Marktplätze bietet ebenfalls diverse Services an. Im Unterschied zum ersten Typ ist aber der Marktplatz selbst der Vertragspartner und nicht der Dienstanbieter. Das Businessmodell sieht eine Umsatzteilung zwischen Dienstanbieter und Marktplatz vor. Dabei liegt das Risiko stärker auf Seiten des Marktplatzes, da er mit anderen im Wettbewerb steht, über die der Dienstanbieter seine Cloud-Services ebenso anbietet.

Für den Kunden liegt der große Vorteil darin, nur einen Vertragspartner zu haben und über lediglich ein zentrales Login eine Vielzahl von Cloud-Services nutzen zu können. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Marktplatz umfangreiche Integrationsmethoden anbietet, um die verschiedenen Services miteinander zu verbinden.

So lassen sich durch die intelligente Verkettung einzelner Services ganz neue gestalten, die wesentlich komplexere Aufgaben effizient und vor allem bedarfsgerecht bewältigen können. Beispielsweise die Verbindung eines CRM-Systems mit einem Service für Vertragsmanagement oder die Integration einer agilen Personalaktenlösung in ein Personalmanagementsystem.

Beide Cloud-Service-Pakete könnten dann noch mit einem Archivsystem integriert sein. Das Paradebeispiel für diese Art von Marktplatz liefert die Telekom AG mit ihrem Business Marketplace.

Ein Anbieter – ein Marktplatz

Schließlich gibt es noch einen dritten Typ: Einige Cloud-Anbieter offerieren selbst einen Marktplatz für eine spezifische Klasse von Cloud-Services, z.B. alle Services rund um betriebliche Informationssysteme oder für den Aufbau und den Betrieb von privaten Rechenzentren in der Cloud. Für Kunden kann das äußerst komfortabel sein, allerdings begeben sie sich auch wieder stärker in Abhängigkeit.

Ausblick

Der Autor: Matthias Kunisch ist Geschäftsführer von Forcont Business Technology.
Der Autor: Matthias Kunisch ist Geschäftsführer von Forcont Business Technology.
(Bild: Ralph Mueller / Forcont)
Die Cloud-Marktplätze sind noch recht jung. Sie werden aber in Zukunft einen Platz im Reigen der Cloud-Anbieter finden. Die Nutzer haben dann die Wahl zwischen spezialisierten Angeboten, hoher Integration und einfacher Administration. Die Anbieter müssen dazu entweder selbst ein eigenes Portal betreiben oder die Marketingkraft und die Reichweite der Marktplätze nutzen.

In diesem Fall stehen sie aber der nicht zu unterschätzenden Herausforderung gegenüber, unterschiedlichste Onboarding-Anforderungen zu erfüllen und verschiedenste, hochkomplexe Vertragswerke zu akzeptieren. Der Traum von einem standardisierten, einfachen Vertragstyp Cloud ist leider noch nicht Realität. Der Bedarf ist aber schon heute so deutlich zu erkennen, dass alle – Anbieter, Nutzer und Marktplätze – sich auf einen Standard einigen sollten.

* Matthias Kunisch ist Geschäftsführer von Forcont Business Technology

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