Studien von BMC und TNS Infratest

Digitalisierung fordert höhere Qualifikationen

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Die Sekunde ist die neue Minute

Während traditionelle IT-Lösungen auch weiterhin darauf zielen, Technologiekosten zu senken, stehen bei neuen IT-Methoden die Markteinführungszeit, rasche Anwendungsentwicklung (DevOps) sowie die enge Ausrichtung an Geschäftssparten innerhalb von Unternehmen im Mittelpunkt. Dafür spielt Automatisierung eine immer wichtigere Rolle, doch PAC zufolge gibt es bisher in nur 24 Prozent der deutschen Unternehmen ein DevOps-Konzept.

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Etablierte Anbieter aus der Banken-, Versicherungs- und Transportbranche nutzen diese, um kontinuierlich innovative, sichere und benutzerfreundliche Lösungen einzuführen und ihre Wettbewerbsvorteile zu stärken. Unternehmen, die sich an diesen Prozessen beteiligen, werden bis 2018 ihre Software Development Kapazitäten mehr als verdoppelt haben. Doch eine positive Veränderung innerhalb der Strukturen erfordert ebenso innovative Technologien wie die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern (siehe: Kasten).

Nur diese können einen grundlegenden, langsamen Wandel vorantreiben. Mit den entsprechenden Technologien jedoch erwartet BMC, dass Unternehmen ihr Umsatzwachstum in 2016 signifikant steigern können. 2016 gilt deshalb: „Die Sekunde ist die neue Minute“. Eine schnelle Reaktionsgeschwindigkeit ist bedeutender als je zuvor – dies gilt für alle Beteiligten, vom Entwickler bis zum CEO. Unternehmen, die sich rechtzeitig auf mögliche Probleme einstellen und eine Entwicklungslösung für schnelle, automatisierte Bereitstellungen parat haben, sind am besten in der Lage, Probleme sofort zu bewältigen.

„Unternehmen werden immer abhängiger von ihren IT-Systemen und müssen zugleich mit Anforderungen des digitalen Wandels Schritt halten. Die IT-Abteilung sollte ihre Kapazitäten deshalb zukünftig sowohl auf Legacy-Systeme und deren Management als auch auf Innovationen aufwenden. CIOs, die diese Transformation nicht vorantreiben, werden 2016 noch weiter zurückfallen“, ergänzt Marienfeld.

Die Public Cloud erweist sich als Segen für Unternehmen

Anfang 2015 sah es noch so aus, dass sich Unternehmen aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit nur zögerlich für die Public Cloud entscheiden. Stattdessen erwiesen sich Public Clouds häufig als sichere und zuverlässige Lösungen, die von dezentral organisierten Mitarbeitern einfach genutzt werden können. Zwar wurde die IT-Verwaltung von Private Clouds zur gleichen Zeit preisgünstiger und leichter, doch diese Vorteile allein konnten die Public Cloud nicht mehr verdrängen, vor allem nachdem viele Sicherheitsbedenken entschärft wurden.

BMC geht davon aus, dass im kommenden Jahr Unternehmen deswegen noch stärker Public Cloud-Lösungen sowie Hybrid-Cloud-Strategien einsetzen werden, da diese einerseits alle Vorteile von Private und Public Clouds kombinieren und andererseits neue Einnahmequellen und Märkte erschließen. Viele Unternehmen in Deutschland entschließen sich zu einer Zwischenlösung, wie der Cloud Monitor 2015 vom Branchenverband Bitkom zeigt und verwenden Public Cloud-Anwendungen für Groupware, VoIP oder CRM, die weniger geschäftskritische Informationen beinhalten.

Private Clouds speichern öfter sensible Datensätze. Demnach nutzt bereits jedes zweite deutsche Unternehmen solche Cloud-Dienste, Tendenz steigend. Bis 2018 soll deshalb mindestens die Hälfte der IT-Ausgaben auf Cloud-Anwendungen entfallen. Auch BMC Zahlen belegen, dass das Bedürfnis nach flexiblen und schnellen Cloud-Lösungen weiter wächst, lokale Cloud-Dienste werden dabei zunehmend wichtiger. Dafür sprechen allgemein eine schnellere Aufgabenbewältigung, die bessere Nutzung von IT-Ressourcen sowie eine technische Kostensenkung.

Die Hacker stehen vor jeder Tür

In diesem Jahr wurde das Thema Sicherheit selbst auf Vorstandsebene diskutiert, da viele namhafte Marken Opfer von Schwachstellen, Cyber-Angriffen und Verletzungen der Datensicherheit wurden. Das Beheben von Sicherheitslücken dauert immer noch viel zu lange, wodurch Hacker mühelos auf wertvolle Informationen zugreifen können.

BMC fand heraus, dass 80 Prozent der Schwachstellen zwar bekannt sind, doch vergehen durchschnittlich 193 Tage bis diese behoben werden – das heißt, dass sich Unternehmen über sechs Monate dem Risiko einer potenziellen Sicherheitsverletzung aussetzen. 2016 lautet die Frage also nicht mehr, ob ihr Unternehmen Opfer eines Hackerangriffs wird, sondern, wie und wann.

„IT-Sicherheit ist ein sehr ernstes Thema, das weder allein die Software noch ein Unternehmen betrifft. Sicherheit und Datenschutz wird zu einem wichtigen, grenzübergreifenden Thema, weshalb mehr als drei Viertel der deutschen Firmen die Investitionen in diesem Bereich stark anheben wollen“, sagt Marienfeld. Zahlreiche Datenschutzverstöße und Skandale wie PRISM haben zu einem neuen Bewusstsein für die Sicherheit von Identitäten und Informationen geführt.

2016 sollen die Bemühungen für umfassende Sicherheitslösungen verstärkt werden. Besonders global agierende Unternehmen stehen in der Verantwortung, international anerkannte Datenschutzrichtlinien wie „Binding Corporate Rules“ (BCRs) zu implementieren, die eine sichere Datenübertragung über Ländergrenzen hinweg bei gleichzeitiger Einhaltung regionaler Vorschriften erlauben. „Schließlich sorgen organisierte Kriminalität und das Internet der Dinge für eine nie dagewesene Bedrohungslage, die nach einer Sicherheitsstrategie abseits von ‚Schützen und Verteidigen‘ hin zu ‚Eindämmen und Kontrollieren‘ verlangt“, fügt Marienfeld hinzu.

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