Der neueste State of the Cloud Report von Flexera, Anbieter von Lösungen für Software-Lizenzmanagement, gibt uns Auskunft über den Status Quo des Cloud Computings heutzutage – weltweit und in Europa. Wichtigste Erkenntnis: Die Krise lässt kaum jemanden unbeeindruckt, auch wenn der Zug hinein in die Cloud nicht zu bremsen ist.
Die Krise lässt die Anwender keineswegs kalt, aber der Cloud-Zug ist nicht zu bremsen.
Preissteigerungen, Inflation, explodierende Energiekosten und brüchige Lieferketten – alles kein Thema für die Cloud-Branche? Weit gefehlt, auch hier hinterlässt die Krise Spuren. Lediglich 45 Prozent der für den „State of the Cloud Report“ von Flexera befragten Verantwortlichen aus 750 Anwenderunternehmen weltweit gaben an, dass die wirtschaftlich angespannte Lage der letzten Monate nur „sehr geringfügig“ auf ihre Cloud-Nutzung und den damit verbundenen Ausgaben eingewirkt hat.
Der Anteil an Unternehmen, die die Cloud intensiv nutzen, steigt jedoch kontinuierlich weiter und liegt nun bei 65 Prozent. Mehr als die Hälfte der Workloads (53 %) und Daten (51 %) werden in der Public Cloud ausgeführt bzw. gespeichert. Der Mittelstand setzt hier seinen Sprint vom Vorjahr fort und greift mittlerweile bei 63 Prozent aller Daten und bei 67 Prozent aller Workloads auf die Public Cloud zurück. Dabei wählen die KMUs häufig einen einzigen Cloud-Anbieter, um Komplexität und Overhead möglichst klein zu halten. Bei 9 Prozent der Unternehmen überschreiten die Ausgaben für die Public Cloud die geplanten IT-Budgets deutlich mehr als erwartet.
Gar revolutionär mutet folgendes Umfrageergebnis an: Erstmals seit zehn Jahren steht das Management der Cloud-Ausgaben (82 %) auf der Prioritätenliste noch vor den Fragen der Cloud-Sicherheit (79 %). Große Unternehmen investieren zudem stärker in Lösungen zur Kostenoptimierung beziehungsweise FinOps (68 %) als in Cloud-Security-Tools (63 %). Auch bei den Top-Initiativen für das kommende Jahr stehen die Cloud-Ausgaben mit 62 Prozent ganz oben auf der Agenda.
KI setzt zum Siegeszug an
In Sachen Künstliche Intelligenz (KI) scheinen die Pläne an Reife zu gewinnen. Das Data Warehouse (56 %) ist zwar wie schon im letzten Jahr die am häufigsten genutzte PaaS, dicht gefolgt von relationalen DBaaS (48 %). Was jedoch das Experimentieren mit neuen Cloud-Services angeht, liegt Machine Learning (ML) und KI mit 27 Prozent an erster Stelle. 21 Prozent der Unternehmen hegen zudem konkrete Pläne, in den nächsten zwölf Monaten ML/KI im Rahmen von Public Cloud Services zu nutzen. Damit hat knapp die Hälfte der Unternehmen (48 %) die ersten Schritte in Richtung intelligente Systeme zurückgelegt.
Die Top Cloud-Anbieter 2023: Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den führenden Cloud-Anbietern geht weiter.
(Bild: Flexera Software GmbH)
Wie auch von anderen Studien bestätigt nimmt der Zug in Richtung Hybrid & Multi-Cloud immer mehr Fahrt auf. Die große Mehrheit der Unternehmen (87 %) setzt bereits auf die Multi-Cloud und greift auf mehr als einen Anbieter zurück (2022: 89 %). Eine leichte Verschiebung zeichnet sich jedoch in Richtung Single Public Cloud ab: 11 Prozent der Unternehmen verlassen sich beim Cloud Computing auf einen einzigen Anbieter (Vorjahr: 9 %). Ein ähnlicher Konsolidierungstrend findet sich auch in der Hybrid Cloud. Dort investieren nur noch 72 Prozent der Unternehmen sowohl in Public als auch in Private Clouds. Knapp ein Viertel (24 %) verzichtet gänzlich auf ein proprietäres Cloud-Hosting (Vorjahr: 16 %).
Die Herausforderung besteht nicht zuletzt in der Migration von Workloads in die Cloud, sie gehört mit 59 Prozent zu den Top-Initiativen von Unternehmen. Die größte Herausforderung bleibt dabei das Application Dependency Mapping (49 %). Kopfzerbrechen bereiten zudem die technische Machbarkeitsprüfung (46 %), das Rightsizing von Instanzen (42 %) und der Kostenvergleich von Cloud und On-Premise (41 %). Insgesamt scheint die Migration von Workloads allerdings ins Stocken zu geraten: So wichtig die Cloud Migration auch ist, in den nächsten zwölf Monaten erwarten nur 44 Prozent der Befragten einen Fortschritt – 13 Prozent weniger als noch im Vorjahr.
Die größten Cloud-Anbieter bleiben AWS und Azure
Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den führenden Cloud-Anbietern geht weiter. Was den Umfang der Workloads angeht, setzt sich Amazon Web Service (AWS) mit 74 Prozent wieder an die Spitze, gefolgt von Microsoft Azure mit 71 Prozent, das im Vorjahr noch mit 77 Prozent in Führung lag. Etwa gleichauf liegen die beiden Tech-Giganten bei der Anzahl der virtuellen Maschinen (VMs): 58 Prozent der Unternehmen betreiben mehr als 51 VMs auf AWS, im Vergleich zu 56 Prozent bei Azure. Einen deutlichen Vorsprung kann Amazon nur noch im Mittelstand aufweisen. KMUs ziehen AWS mit 71 Prozent deutlich der Microsoft Cloud-Plattform vor (51 %). Andere Anbieter wie Google Cloud (43 %), Oracle Cloud Infrastructure (26 %), IBM Cloud (20 %) und Alibaba (8 %) bewegen sich relativ auf Vorjahresniveau.
Managed Service Provider (MSPs) helfen mehr als der Hälfte (54 %) aller Unternehmen in Sachen Cloud. 27 Prozent überlassen das Management der Public Cloud gänzlich einem Dienstleister. Große Unternehmen setzen wie üblich deutlich stärker auf externe Partner als KMUs (60 % gegenüber 26 %).
Stand: 08.12.2025
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Für die Public Cloud gab fast ein Viertel der Unternehmen (24 %) pro Jahr mehr als 12 Millionen US-Dollar aus. In 56 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen belaufen sich die Cloud-Ausgaben auf mehr als 1,2 Millionen US-Dollar. Im Durchschnitt überschreiten die Ausgaben für die Public Cloud die IT-Budgets von Unternehmen um rund 18 Prozent (2022: 13 %).
Blick nach Europa
Zum Report haben auch 143 IT-Verantwortliche aus europäischen Unternehmen beigetragen. Laut ihren Angaben liegt der Anteil an cloud-nutzenden Unternehmen hier mittlerweile bei 62 Prozent – und damit in etwa auf Augenhöhe mit dem Rest der Welt (65 %). Weitere 20 Prozent nutzen die Cloud im mäßigen Umfang, nur 18 Prozent arbeiten im geringen Maße mit und in der Cloud.
Trotz Befürchtungen vor einer weltweiten Wirtschaftskrise blieben die Cloud-Budgets in 91 Prozent der europäischen Unternehmen auf gleich hohem Niveau – oder wurden sogar erhöht. Der Stellenwert der Cloud zeigt sich unter anderem in einem dedizierten Cloud-Team oder einem Cloud Center of Excellence (CCoE). Noch im Vorjahr verfügte gerade einmal ein Drittel (34 %) der Unternehmen in Europa über eine solche zentrale Anlaufstelle. Mittlerweile findet sich in jedem zweiten Unternehmen ein CCoE (50 %). Weitere 22 Prozent planen entsprechende Ressourcen im Laufe des nächsten Jahres zu schaffen.
Neben der Cloud Governance übernehmen die dortigen Team-Mitglieder eine wichtige Rolle im Rahmen des Cloud Financial Management (FinOps). Dabei werden Cloud-Initiativen entlang klar definierter Governance-Richtlinien optimiert. Bereits die Hälfte der europäischen Unternehmen (50 %) hat ein entsprechendes Team aufgestellt.
Herausforderungen, Initiativen und Top-Anbieter
Die Optimierung laufender Cloud-Ausgaben zählt mit 62 Prozent zu den wichtigsten Aufgaben in Europa. Darin unterscheiden sich die Europäer kaum von ihren Kollegen in Amerika oder Asien. Auf der Liste der Top-Initiativen hat die Migration von Workloads mit ebenfalls 62 Prozent oberste Priorität. Die Umsetzung einer Cloud-First-Strategie verfolgen in Europa 44 Prozent, global 55 Prozent.
Brian Adler, Senior Director, Cloud Market Strategy bei Flexera.
(Bild: Flexera Software GmbH)
Geht es darum, neue Cloud-Services zu testen, experimentiert Europa am liebsten mit Google und schmiedet Pläne auf der Google Cloud Plattform (27 %). In anderen Teilen der Welt präferiert man in diesem Zusammenhang die Oracle Cloud Infrastructure. Aber egal ob in Europa, USA oder Asien – insgesamt gesehen haben auf Anbieterseite Amazon, Microsoft und Google den Cloud-Markt fest im Griff. In Europa setzen gemessen am Umfang der Workloads 80 Prozent auf die Microsoft-Cloud-Plattform, 72 Prozent auf AWS.
„Unternehmen stehen bei der Cloud-Nutzung vor einem Scheideweg“, so Brian Adler, Senior Director, Cloud Market Strategy bei Flexera. „Wir beobachten, wie das Cloud Financial Management (FinOps) an Zugkraft gewinnt und sich die Cloud-Kosten zur wichtigsten Frage für CIOs herauskristallisieren. Hinzu kommt der steigende Druck, den Einsatz von KI-Technologien voranzutreiben. Selbst wenn sich die Wirtschaftslage im kommenden Jahr nur langsam und stockend erholen sollte – die Cloud bleibt, wächst und entscheidet als Treiber der Digitalisierung unmittelbar über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.“
Methodik
Die Umfrage wurde im Winter 2022/2023 durchgeführt. Für den zum 12. Mal in Folge veröffentlichten Jahresbericht kontaktierte Flexera insgesamt 750 Technologieexperten zu der Einführung von Cloud Computing in ihren Unternehmen. Zu den Teilnehmern zählen technische Führungskräfte, Manager und IT-Fachexperten aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen, darunter Technologieservices, Software, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Bildung, Regierung und Gesundheitswesen.