Definition: Cloud Financial Management – Disziplin, um Kosten zu optimieren Was ist FinOps?

Von zeroshope

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FinOps ist der Name eines Konzepts, das in einem Unternehmen ein Bewusstsein für die Kosten schaffen soll, die durch Nutzung der Cloud-Dienste entstehen. Ziel ist es, dass die Mitarbeiter verantwortungsbewusst und ergebnisorientiert arbeiten.

Unter FinOps versteht man eine Disziplin, um ein Bewusstsein für Cloud-Kosten zu erzeugen und möglichst zu optimieren.
Unter FinOps versteht man eine Disziplin, um ein Bewusstsein für Cloud-Kosten zu erzeugen und möglichst zu optimieren.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

FinOps ist die Kurzform für „Finanzen und Entwicklungsoperationen (DevOps)“. Es beschreibt ein Konzept, das für ein dauerhaftes Bewusstsein bei Entwicklern eines Unternehmens dafür sorgen soll, welche wirtschaftlichen Anstrengungen mit der Nutzung von Cloud-Diensten verbunden sind. Gängige Synonyme sind deshalb Begriffe wie „Cloud Cost Management“, „Cloud-Finanzen-Optimierung“ oder auch „Cloud-Kosten-Verwaltung“. Sie sind ebenfalls weit verbreitet in ihren englischen Übersetzungen „Cloud Financial Optimization“ sowie „Cloud Cost Management“.

Es handelt sich nicht um ein bestimmtes Werkzeug oder eindeutig definierte Prozesse. Vielmehr beschreibt FinOps eine Sammlung konkreter Praktiken, um die eigene Arbeitsweise so anzupassen, dass die kostenpflichtigen Cloud-Dienste bestmöglich ausgenutzt werden. Im angelsächsischen Sprachraum ist von einer „Kulturpraktik“ die Rede, um zu beschreiben, was sich hinter dem Konzept verbirgt. Damit ist gemeint, dass es zu einer allgemein eingeforderten Normalität wird, das eigene Verhalten in einer bestimmten Weise anzupassen.

Problembeschreibung: „Umsonst ist nur der Tod...“

Entwickler waren lange nicht mit dem Problem konfrontiert, sich über die Kosten Ihrer Werkzeuge Gedanken machen zu müssen. Die Anschaffung von Hard- und Software erfolgte als vorgelagerter Prozess und wurde als Investition verbucht. Wie effizient das Team mit den Instrumenten arbeitete, war für die laufenden Kosten nicht von Bedeutung. Mit dem Siegeszug der Cloud änderte sich dies.

In vielen Unternehmen hatte allerdings schon etwas stattgefunden, das Organisationsexperten als „Silobildung“ bezeichnen. Abteilungen waren vollständig voneinander abgekapselt und hatten kein Bewusstsein für die Probleme der anderen. Entwickler ließen Dienste abonniert, obwohl sie diese nicht benötigten, weil sie es gewohnt waren, auf alle Werkzeuge stets zuzugreifen. Ein altes Sprichwort sagt: Umsonst ist nur der Tod – und der kostet das Leben. FinOps hat das Ziel, seinen tieferen Sinn zu verdeutlichen: Alle Beteiligten müssen sich bewusst sein, dass immer Kosten entstehen.

Die typischen FinOps-Prinzipien

FinOps beruht als Konzept auf bestimmten Prinzipien, die bei der Zielerreichung helfen sollen:

  • Zusammenarbeit – Alle Abteilungen müssen gemeinsam tätig sein. Teams, die noch nie kooperiert haben, müssen sofort zusammenkommen.
  • Individuelle Verantwortung – Die einzelnen Abteilungen müssen die Verantwortung für ihre Cloud-Nutzung übernehmen. Dies bedeutet, sie müssen diese nachlaufend rechtfertigen.
  • Entscheidungen hängen vom Wert der Cloud-Nutzung ab – Sind Cloud-Dienste gebucht, sollten sie so gut wie möglich genutzt werden. Dieses Kriterium ist maßgeblich für Entscheidungsprozesse.
  • Transparentes Berichtswesen – Alle FinOps-Dokumente müssen schnell sowie einfach zugänglich sein.
  • Flexible Preise nutzen – Cloud-Dienste haben flexible Preismodelle. Diese sollten genutzt werden.
  • Klare Verantwortung für FinOps – Das Konzept verursacht Arbeit und verlangt Verantwortung. Deshalb sollte es ein Team oder Gremium geben, das für die Umsetzung zuständig ist.

Der klassische Zyklus von FinOps: Vor- und Nachteile auf einen Blick

Unternehmen, die Erfahrungen mit FinOps gemacht haben, beschreiben einen klassischen „Crawl-Walk-Run-Zyklus“. Dieser weist zugleich die Vor- und Nachteile des Konzepts aus:

  • 1. Kriechen („crawl“): Die anfängliche Umsetzung ist langsam und mühsam. Es gibt viele Widerstände. Die Versuchung aufzugeben ist groß. In dieser Phase ist es zentral, Informationen zu liefern und vom Konzept zu überzeugen.
  • 2. Gehen („walk“): Das Unternehmen passt sich an. Prozesse laufen effizienter. Erst jetzt können wirklich alle Optimierungen vorgenommen werden.
  • 3. Rennen („run“): FinOps ist Teil der DNA des Unternehmens geworden. Die Entwicklung arbeitet in jeder Hinsicht effizienter. Ist dieser Zustand erreicht, fordern selbst die Entwickler FinOps von neuen Kollegen ein, weil sie den Mehrwert täglich erleben. Dies ist der große Vorteil des Konzepts: Einmal verstanden, reproduziert es sich künftig weitgehend autonom und benötigt nur noch Koordination. Es geht jetzt primär darum, die Zusammenarbeit zu steuern.
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