ERP Trend-Check 2021 des Bitkom Die Cloud soll das „Monster“ bändigen

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Enterprise Ressource Planning spielt bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle und wurden daher vom Bitkom einem „Trend-Check“ unterzogen. Nicht zuletzt soll Cloud Computing dafür sorgen, dass überkomplexe Systeme noch gewartet werden können.

Enterprise Ressource Planning spielt bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle und wurden daher vom Bitkom einem „Trend-Check“ unterzogen.
Enterprise Ressource Planning spielt bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle und wurden daher vom Bitkom einem „Trend-Check“ unterzogen.
(Bild: gemeinfrei© KristopherK / Pixabay )

Immer wieder unterzieht der Branchenverband Bitkom Unternehmenstechnologien einen „Trend-Check“. Nach u.a. CRM und ECM war nun das Enterprise Ressource Planning (ERP) an der Reihe. Neben vielen Aspekten wurde auch der Einfluss des Cloud Computings auf den Einsatz der Software untersucht. Ergebnis: Die Cloud soll helfen, überkomplex gewordene ERP-Systeme weiter am Laufen zu halten.

Denn in den letzten Jahrzehnten habe die Branche sehr gut vom Verkauf der Standardsoftware, den Wartungserlösen und der Anpassung an die Abläufe der Anwender-Unternehmen gelebt. Dabei seien aber „unternehmensindividuelle Monster“ kreiert worden, die nicht mehr wartbar seien. Dies sei ein echtes Dilemma für die Anbieter, weil sie Updates „nicht mehr relativ komfortabel“ einspielen könnten. Entsprechend erschließe sich immer weniger Kunden der Sinn von Wartungsverträgen für Updates.

Wartung ja, Autonomie nein

Mit einer Umstellung auf ERP-as-a-Service, wie er etwa von der SAP seit Jahren propagiert wird, verlören die Anwender einen weiten Teile der ihnen wichtigen Unabhängigkeit vom Softwarehersteller, sie könnten aber dafür sicher sein, dass ihre Software immer auf dem neusten Stand ist: „Anwender erhalten zum Preis der Aufgabe einiger Autonomie aktuelle Software, deren Funktionalitätenumfang wächst und auch neuere technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz oder Machine-Learning-Komponenten liefern kann“, so die Studienautoren des Bitkom.

Auf Seiten der Anbieter müsse durch den Wechsel des Betriebskonzepts kurzfristig mit Einnahmeverlusten gerechnet werden, langfristig aber könne mit stetigen Einnahmen gerechnet werden, „die höher und beständiger sind als die Kombination aus Wartungs- und Verkaufserlös“.

Der Bitkom verweist für einen Ausblick auf die Analysten-Gemeinde, die dem Cloud Computing im Bereich des Enterprise Resource Planning eine wachsende Bedeutung voraussagen: Laut Gartner etwa wird der weltweite Gesamtmarkt für Public-Cloud-Services weiter auf 249,8 Milliarden US-Dollar anwachsen. Software-as-a-Service (SaaS) bleibt dabei das größte Marktsegment, das aufgrund der Skalierbarkeit von abonnementbasierter Software im nächsten Jahr auf 110,5 Milliarden US-Dollar anwachsen soll.

Risiken und Limitierungen von Cloud-ERP immer noch unverstanden

Doch trotz dieser positiven Aussichten und Prognosen gebe es einige Herausforderungen, die insbesondere die Cloud-ERP-Anbieter noch angehen müssten: „Viele Anwenderunternehmen geben immer noch an, einen großen Informationsbedarf in Bezug auf die Vorteile sowie auf die Risiken und Limitierungen von Cloud-ERP zu haben. Vielleicht auch deshalb bleibt der Sicherheitsaspekt und das Risiko des Datenverlusts Gründe für viele Organisationen, sich gegen Cloud-ERP zu entscheiden.

Der Bitkom sieht ein „Mischmodell“ auf Anbieter wie Anwender gleichermaßen zukommen, der Verband nennt es „On-Premise-Software zur Miete“. Bei einem solchen Lizenzmodelle verbleibt der Betrieb der Infrastruktur beim Kunden. Anbieter wie IFS oder Microsoft würden bereits entsprechende Pakete schnüren.

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