Ernüchternde Studienzahlen Deutsche Firmen nutzen trotz Datenflut wenig Cloud-Services

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Wenn man den ganzen Tag in der einen oder anderen Form mit Cloud Computing zu tun hat, übersieht man gerne das Wesentliche. Auf das weist uns aber eine neue Forrester-Studie im Auftrag von Dell hin: Trotz der Erfolge „on-demand“-orientierter Unternehmen in der Pandemie ist die Zahl der Unternehmen, die „As a Service“-Modelle nutzen, nach wie vor gering.

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Trotz der Erfolge „on-demand“-orientierter Unternehmen in der Pandemie ist die Zahl der Unternehmen, die „As a Service“-Modelle nutzen, nach wie vor gering.
Trotz der Erfolge „on-demand“-orientierter Unternehmen in der Pandemie ist die Zahl der Unternehmen, die „As a Service“-Modelle nutzen, nach wie vor gering.
(Bild: gemeinfrei, Free-Photos / Pixabay)

Weltweit sind es 20 Prozent, in Deutschland lediglich 13 Prozent, die Services aus der Cloud nutzen. Dabei glauben 65 Prozent (Deutschland 63 Prozent), diese Modelle würden ihr Unternehmen agiler machen. 63 Prozent (Deutschland ebenfalls 63 Prozent) sehen darin die Chance, besser für sich verändernde Kundenanforderungen gerüstet zu sein, 61 Prozent (Deutschland 64 Prozent) erwarten dadurch ein schnelleres Deployment neuer Anwendungen.

Viele Unternehmen sind sich der daraus erwachsenden Probleme bewusst und steuern dagegen: So wollen 69 Prozent Machine Learning zur automatischen Aufdeckung von Datenanomalien einsetzen (Deutschland 63 Prozent), 60 Prozent planen die Nutzung von „Data as a Service“-Modellen (Deutschland 60 Prozent) und 55 Prozent wollen ihren IT-Stack für die Datennutzung überarbeiten (Deutschland 59 Prozent).

Aus den Ergebnissen der Studie leitet Forrester drei Schlussfolgerungen ab, um die Nutzung von Daten für den Geschäftserfolg zu optimieren:

  • 1. Modernisierung der IT-Infrastruktur in Richtung Dezentralisierung: Mit Edge Computing können durch Multi-Cloud-Unterstützung die Daten dort bearbeitet werden, wo sie entstehen.
  • 2. Optimierung der Daten-Pipelines: Beseitigung von Engpässen, die den freien und sicheren Datenfluss behindern, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning.
  • 3. Entwicklung von Software für die personalisierte, durchgängige Nutzererfahrung, die Kunden erwarten.

Weitere auf Deutschland bezogene Ergebnisse: Stichwort Prozessautomatisierung – während global 52 Prozent über zu viele händische Prozesse klagen, sind dies in Deutschland nur 25 Prozent. Auch in Sachen Sicherheit (Data Privacy and Security Weaknesses) schneidet Deutschland mit 27 Prozent (weltweit 49 Prozent) vergleichsweise gut ab. Dagegen sind sowohl die veraltete IT-Infrastruktur (weltweit 40 Prozent, Deutschland 54 Prozent) als auch die Netzqualität (Network Delays: weltweit 24 Prozent, Deutschland 66 Prozent) Schwachstellen, die dringend behoben werden müssen.

Die Untersuchung basiert auf der Befragung von 4.036 Entscheidern in 45 Ländern. Sie baut auf dem zweimal im Jahr erscheinenden Digital Transformation Index von Dell Technologies auf, der den digitalen Reifegrad von Unternehmen weltweit prüft. Bereits 2020 zählte die Problemkategorie „data overload/unable to extract insights from data“ zu den Top 3, in Deutschland lag sie sogar auf Platz 1, während sie vier Jahre zuvor noch nicht einmal in den Top 10 auftauchte.

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist