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Checkliste zur Implementierung von Cloud-Lösungen

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Nicht nur KMU in Berlin und Brandenburg können von Cloud-Lösungen profitieren. SIBB-Experte Christian Witt sagt, wie.
Nicht nur KMU in Berlin und Brandenburg können von Cloud-Lösungen profitieren. SIBB-Experte Christian Witt sagt, wie. (Bild: VBM-Archiv)

Dezentrales Arbeiten wächst, nicht nur bei Filialisten und Zweigniederlassungen. Das flexible Arbeiten von theoretisch allen Stellen dieser Welt verlangt nach Möglichkeiten des Zugriffs auf Daten unabhängig von Zeit und Raum. Während Großkonzerne mit Cloud-Anwendungen ihre Unternehmensprozesse längst optimieren, hat sich in den KMU dazu noch immer wenig getan.

Skepsis, mangelnde Zeit zur Beschäftigung, Unwissenheit im Umgang, mangelndes Wissen zum Nutzwert und fehlendes Vertrauen lassen Mittelbetriebe noch immer einen großen Bogen um die virtuelle Datenzentrale machen. Dabei könnten gerade kleine und mittlere Unternehmen mit Cloud-Lösungen massiv Kosten sparen und von innovativer Technologie profitieren, klärt der Cloud-Experte des IT-Branchenverbands SIBB e.V. und Director Strategic Marketing der Berliner Cloud World Services GmbH, Christian Witt, im Interview auf.

CloudComputing-Insider.de: KMU scheuen Cloud-Computing aus Angst um die Sicherheit, bestätigen Anbieter wie unabhängige Marktforscher. Inwieweit stimmt die Gleichung „Cloud = unsicher“ und was antworten Sie Unternehmern dazu?

Christian Witt: Ein gewisses Sicherheitsrisiko beim Cloud-Computing ist nicht zu leugnen. Es ist aber durchaus mit der Bedrohung unternehmensinterner IT-Lösungen vergleichbar, denn jeder Computer mit einer Verbindung zum Internet ist potenziellen Angriffen ausgesetzt. Entscheidend ist hier die Frage, welchen Aufwand ein KMU für die Sicherheit leisten kann und zu welchen internen Kosten. Cloud-Anbieter haben hier eindeutige Vorteile, da sie die Kosten für qualifiziertes Personal und technische Sicherheitsausstattung, wie zum Beispiel Gebäudesicherung und regelmäßige Datensicherung, auf viele Nutzer verteilen können. Auf diese Weise kommt ein KMU in den Genuss von Sicherheitsstandards, die sich sonst nur Großunternehmen leisten können.

Welche Strategien empfehlen Sie?

Witt: Den größten Nutzen erzielen KMUs durch die Möglichkeit, Anwendungen zu überschaubaren Kosten als Cloud-Lösung nutzen zu können, für die sie früher hohe Investitionen in Hardware und Softwarelizenzen hätten tätigen müssen. Daher empfehle ich mittelständischen Unternehmen bei der Einführung neuer Softwarelösungen, die entsprechenden cloud-basierten Varianten in den Fokus zu nehmen. Dabei sollte man sich auf Anwendungen konzentrieren, die einen schnellen Nutzen erzeugen, ohne unternehmenskritisch zu sein. Daher muss es nicht immer gleich das gesamte Kundenmanagement sein, das in die Cloud verlegt wird, sondern beispielsweise ein Eventmanagement-Tool für die nächste Kundenveranstaltung, das einfach mal ausprobiert wird.

Wenn das große „Aber“ kommt, zeigt sich doch: der Kostenfaktor steht in KMU auf der Agenda immer ganz weit vorn, oder?

Witt: Wenn man sich als Mittelständler die Kosten für eine IT-Lösung anschaut, dann spielt, neben den reinen Kosten, auch das flexible Reagieren auf geschäftliche Entwicklungen eine große Rolle. Hier bietet das Cloud-Modell große Vorteile. Ohne große Investitionen können die Lösungen auf Monatsbasis gebucht werden, Zugänge für neue Mitarbeiter und Partner können flexibel hinzu gebucht oder wieder gekündigt werden. Zudem funktionieren Cloud-Anwendungen weltweit schnell und unkompliziert, ohne Installation und das auf verschiedensten Endgeräten. Die meisten Anbieter stellen zudem kostenfreie Testzugänge zur Verfügung, sodass man die Lösungen einfach ausprobieren kann. Das alles kommt kostensensiblen KMUs entgegen.

Cloud allein oder mit Dienstleister – gibt es die eine empfehlenswerte Lösung für KMU?

Witt: Nun, es gibt sicher viele Cloud-Lösungen, die Anwender ohne große Vorkenntnisse konfigurieren und nutzen können. Videokonferenzlösungen zum Beispiel. Andere Lösungen, wie CRM oder ERP machen es nötig, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, wie die Mitarbeiter die Anwendung nutzen sollen und wie die Abläufe entsprechend definiert werden müssen. Hier kann die Beratung eines Dienstleisters hilfreich sein, genauso wie bei der anschließenden Einrichtung der Cloud-Lösung. Daher können KMU auf Portalen wie cloud.de, German Businesscloud oder Deutsche Börse Cloud Exchange den zu einer Lösung passenden Dienstleister bzw. das für sie passende Gesamtpaket ohne großen Aufwand zu finden.

Welche Fragen sollten im Vorfeld des Einsatzes geklärt werden?

Witt: Das ist eine sehr umfangreiche Frage, denn es gibt natürlich viele Aspekte, die im Rahmen der Einführung einer Cloud-Lösung eine Rolle spielen und die ich jetzt unmöglich erörtern kann, ohne weit ausholen zu müssen. Dazu zählen rechtliche, technische und geschäftliche Fragestellungen. Wir haben aber im SIBB-Forum „Cloud Computing & Big Data“ eine Checkliste entwickelt, die jeden, der eine Cloud-Lösung ins Auge fasst, auf die wichtigsten Themen hinweist. Die „Checkliste zur Implementierung von Cloud-Lösungen in das eigene Unternehmen“ kann über die Webseite des SIBB kostenlos heruntergeladen werden.

Oft helfen ja konkrete Beispiele mitunter mehr als theoretische Ausführungen. Stichwort: Learning by doing! Welche Einsatzmöglichkeiten ganz einfacher Art überzeugen selbst den letzten Zweifler?

Christian Witt, Cloud World Services GmbH.
Christian Witt, Cloud World Services GmbH. (Bild: SIBB e.V.)

Witt: Das stimmt wirklich: Mittelständische Unternehmen nehmen Cloud-Lösungen an, wenn konkrete Nutzungsszenarien aufgezeigt werden. Cloud-basierte Lösungen bieten sich an, da sich auch KMUs im Wettbewerb befinden und ständig auf der Suche sind, ihren bestehenden Kunden neue innovative Services und Mehrwerte zu bieten oder neue Zielgruppen zu erschließen. So kann eine Cloud-Lösung die Zusammenarbeit mit Projektbeteiligten außerhalb des eigenen Unternehmens erheblich erleichtern oder ein Arzt kann seinen Patienten mittels Cloud die Möglichkeit geben, einen Termin auf seinem iPad zu vereinbaren. Hier ist die Kreativität der KMUs gefragt.

* Christian Witt ist Director Strategic Marketing der Berliner Cloud World Services GmbH und Cloud-Experte des Interessenverbands der IT- und Internetwirtschaft in Berlin und Brandenburg SIBB e.V.

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