Kosten und Abhängigkeiten vermeiden

Chancen und Risiken der Public Cloud

| Autor: Florian Karlstetter

Presse-Roundtable: Cloud, Multi-Cloud, Cloud-Brokerage mit Dr. Carlo Velten, Analyst und CEO der Crisp Research AG, Günter Untucht, Justiziar von Trend Micro und Dheeraj Pandey, Gründer und CEO von Nutanix Inc. (v.l.n.r.)
Presse-Roundtable: Cloud, Multi-Cloud, Cloud-Brokerage mit Dr. Carlo Velten, Analyst und CEO der Crisp Research AG, Günter Untucht, Justiziar von Trend Micro und Dheeraj Pandey, Gründer und CEO von Nutanix Inc. (v.l.n.r.) (Bild: © Fotodienst/Robert Auerbacher)

Die digitale Transformation steht industrieübergreifend ganz oben auf der Agenda vieler Unternehmen. Damit eng verbunden auch das Thema Cloud, lassen sich digitale Projekte doch damit bequem umsetzen. Vorsicht geboten ist bei der Public Cloud: neben rechtlicher Bedenken wie dem Datenschutz läuft man auch Gefahr, sich in Abhängigkeiten zu begeben, die nur schwer wieder aufzulösen sind.

Die voranschreitende digitale Transformation hat in Unternehmen vielerlei Einfluss: Allen voran die Optimierung von Prozessen in Produktion, Logistik und der Qualitätssicherung (42,7 Prozent), gefolgt von der Digitalisierung von Kundenbeziehungen in Vertrieb und Marketing mit 31,8 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung von Crisp Research unter 503 CxOs. Weitere Aspekte der Transformation sind die Dynamisierung und Flexibilisierung der IT und die Konzeption neuer Geschäftsmodelle. Auf den hinteren Rängen mit jeweils knapp 20 Prozent folgen dann die Entwicklung von Software- bzw. Sensor-basierter Produkte und die Ausgestaltung der Unternehmens- und Wettbewerbsstrategie.

Bei der Umsetzung einer Digital Infrastructure Platform spielt die Cloud eine tragende Rolle, vereint sie doch alle Schlüsselfaktoren, die man an digitale Infrastrukturen stellt: Skalierbarkeit, einen hohen Grad an Automatisierung, Standardisierung und nicht zuletzt der On-Demand-Ansatz, der für ausreichend Agilität sorgt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bereits 85 Prozent der Unternehmen Cloud-Lösungen bereits nutzen oder deren Einsatz zumindest planen, so Dr. Carlo Velten, CEO von Crisp Research, in seiner Keynote auf einem Roundtable, der gemeinsam mit Trend Micro und Nutanix in München stattfand.

Während im internationalen Umfeld Public-Cloud-Lösungen wie Microsoft Azure oder Amazon Web Services hoch im Trend stehen, werden sie hierzulande aufgrund der Datenschutz-Problematik bislang oft noch gemieden, so der Experte. So habe es ein Großteil der Unternehmen im deutschsprachigen Raum versäumt, sich frühzeitig mit Public-Cloud-Plattformen auseinanderzusetzen. Statt genau jene Workloads in Public Clouds auszulagern, für die deren Flexibilität von Vorteil ist, kommt es häufig zu einem Wildwuchs. Dies macht die Unternehmens-IT oft unnötig komplex und aufgrund falsch geschnürter Cloud-Pakete auch unnötig teuer.

Datenhoheit, klar geregelt

Oftmals viel sinnvoller wäre es, gänzlich oder als Teil einer Hybrid-Lösung auf eine unternehmenseigene Private Cloud zu setzen, empfiehlt der Experte weiter. Als Hauptargument für eine Private Cloud-Lösung dient die klare Datenhoheit, die in diesem Fall beim Unternehmen selbst verbleibt. Denn ob das Safe Harbor-Nachfolgeabkommen „Privacy Shield“ zwischen EU und USA wirklich ausreichend Datensicherheit bietet, bleibt abzuwarten. Bedenken gäbe es jedenfalls genug, erklärte Günter Untucht, Justiziar bei Trend Micro.

Zu den wesentlichen Neuerungen des Privacy Shield zählt unter anderem eine Selbstzertifizierung amerikanischer Unternehmen. Fraglich bleibt an dieser Stelle, ob hierdurch eine wirksame Überwachung der US-Unternehmen erfolgt, denn es bleibt zunächst bei einer Selbstzertifizierung.

Weiterer wichtiger Aspekt ist der Datenzugriff von Behörden. Zwar haben die USA zugesichert, dass dieser aus Gründen der Rechtsdurchsetzung oder der nationalen Sicherheit klaren Beschränkungen, Garantien und Aufsichtsmechanismen unterliegt. Fraglich bleibe aber, ob hierdurch tatsächlich der Umfang des Zugriffs der US-Nachrichtendienste auf Daten von EU-Bürgern begrenzt wird. Wie transparent die US-Nachrichtendienste tatsächlich sind, bleibt also abzuwarten, warnt der Rechtsexperte weiter.

Insgesamt sei abzuwarten, ob das Privacy Shield tatsächlich zu einem angemessenen Datenschutzniveau bei den US-Unternehmen führt. Auch sei damit zu rechnen, dass wiederum der Europäische Gerichtshof zu entscheiden hat, ob das Privacy Shield letztendlich gültig ist und für alle Parteien gleichermaßen verbindlich.

Enterprise Cloud auf Basis einer hyperkonvergenten Infrastruktur

Dritter und letzter Redner bei dem Roundtable in München war Dheeraj Pandey, Gründer und CEO von Nutanix. Das Unternehmen bietet eine hochautomatisierte Web-Scale-Computing-Plattform an und möchte so beim Aufbau und Betrieb von Enterprise-Clouds unterstützen. Nach dem Vorbild einer Public Cloud-Umgebung bietet Nutanix Unternehmen eine All-in-One-Lösung, die Server, Storage und Virtualisierung nativ integriert. Wesentliches Merkmal von Nutanix ist die einfache Administration: so sollen sich Anwendungen jeder Größe in wenigen Minuten bereitstellen und ausführen lassen.

Als Resultat profitieren Kunden von Nutanix von allen Vorteilen einer Public Cloud, ohne dabei die Datenhoheit zu verlieren und sich an proprietäre Technologien der Anbieter binden zu müssen, so Dheeraj Pandey abschließend zur Veranstaltung.

Auf Nutanix sollen alle Workloads laufen können

Von der hyperkonvergenten zur Cloud-Plattform

Auf Nutanix sollen alle Workloads laufen können

07.07.16 - Nutanix erweitert die „Enterprise Cloud Platform“ für physische und Container-basierende Anwendungen. Insgesamt dienen die neuen Features dazu, die IT-Silos zu beseitigen, die durch jede neue Anwendungs-Generation entstanden sind, Sie sollen zudem die Anforderungen von IT-Entwicklern miteinander in Einklang bringen und die Technologie-Stacks unterschiedlicher Hersteller vereinheitlichen. lesen

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