Sechs Tipps für die erfolgreiche Migration von Datenbanken

Ab in die Cloud, aber mit Bodenhaftung!

| Autor / Redakteur: Gerardo Dada* / Elke Witmer-Goßner

Mit entsprechender Vorbereitung ist der Sprung – sprich die Migration – ganzer Datenbanken in die Cloud kein gefährliches Wagnis.
Mit entsprechender Vorbereitung ist der Sprung – sprich die Migration – ganzer Datenbanken in die Cloud kein gefährliches Wagnis. (Bild: Greg Epperson, Fotolia)

Heutzutage scheint jedes Unternehmen zu prüfen, was es in die Cloud verlagern kann – oder muss. Dabei ist die Cloud gar nicht für alle Anwendungen geeignet: Wie bei jeder anderen Technologie müssen auch hier die Vor- und Nachteile jeweils sorgfältig abgewogen werden.

IT-Profis müssen also erst einmal herausfinden, in welchen Fällen die Cloud auf welche Weise für ihre Anwendungen vorteilhaft ist. Datenbanken stellen bei der Bewertung der Cloud-Eignung und der Migrationsplanung in der Regel das am schwersten einzuschätzende Element dar. Jeder Anwendung liegen aber nun einmal Daten zugrunde. Daher muss unbedingt sichergestellt werden, dass Datenbanken sich gut in die Cloud integrieren. Nachfolgend stellen wir einige Konzepte und Empfehlungen vor, die bei der Migration von Datenbanken in die Cloud beachtet werden sollten.

1. Leistung – eine Sorge weniger

Es sind hauptsächlich Leistungsbedenken, die IT-Profis davon abhalten, Datenbanken in virtuelle Umgebungen oder die Cloud zu verlagern. Allerdings sind sie oft unbegründet, da die Leistungsanforderungen vieler Anwendungen von vielen Cloud-Architekturen mehr als erfüllt werden. In den vergangenen drei Jahren hat die Cloud-Technologie große Fortschritte gemacht und unterstützt jetzt mehrere teils hochleistungsfähige Bereitstellungsoptionen für Datenbanken.

2. Transparenz – besser entscheiden

Leistungsprobleme werden häufig auf dem einfachsten Weg gelöst, nämlich indem die Hardware aufgestockt wird. Doch ist diese Vorgehensweise nicht der Weisheit letzter Schluss – insbesondere nicht aus Kostenperspektive. Sinnvoller ist eher ein umfassendes Monitoring. Mithilfe eines Tools für die Datenbanküberwachung werden die tatsächlichen Datenbank- und Ressourcenanforderungen einer Anwendung erfasst. Dazu zählen: CPU, Storage, Arbeitsspeicher, Latenz und Storage-Durchsatz (IOPS ist eine mitunter trügerische Messgröße); das geplante Storage-Wachstum und Backup-Anforderungen; Ressourcenfluktuation auf Grundlage der Anwendungsauslastung in Spitzenzeiten oder bei Batch-Prozessen; und nicht zuletzt Datenverbindungsabhängigkeiten – denn neben den Verbindungen zu den eigentlichen Anwendungen können noch weitere Anforderungen hinsichtlich Datenaustausch, Backups und eingehender Daten bestehen.

Zu den Vorteilen der Cloud gehört die Möglichkeit, Ressourcen bei Mehr- und Minderbedarf dynamisch zu skalieren. Eine Cloud-Bereitstellung muss also nicht nur keine Leistungsbedenken auslösen, sondern kann im Gegenteil die Anwendungsverantwortlichen mit der Tatsache beruhigen, dass sich jeder Anwendung die den Leistungsanforderungen entsprechende Ressourcenkapazität zuweisen lässt. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass diese Anforderungen bekannt sind.

3. Testen – nicht vergessen!

Weitere Vorteile der Cloud – und zwei der offensichtlichsten – sind die geringen Kosten und die vielfältigen Zugriffsmöglichkeiten, die mit ihr einhergehen. Selbst wenn ein Unternehmen noch nicht an einem Migrationsplan arbeitet, sollte es sich bereits mit Cloud-Datenbanken vertraut machen. Hier hilft experimentieren – und die gesammelten Eindrücke für die Migrationsinitiative zu nutzen. Es dauert nur etwa eine Stunde, eine Datenbank in der Cloud einzurichten. Daher sollten interessierte Unternehmen das also einfach einmal ausprobieren, testen und anschließend löschen. Die Kosten sind minimal. Mit etwas mehr Zeit und Geld können sie auch die Kopie einer Produktionsdatenbank in die Cloud verschieben, um dort die Bereitstellungsoptionen zu testen und herauszufinden, wie sich speziell ihre Anwendung und Datenbank in der Cloud verhalten werden.

4. Bereitstellung – das Modell sorgfältig planen

Die Bereitstellung kann in der Cloud auf verschiedene Weise erfolgen. Daher müssen Verantwortliche alle diesbezüglichen Optionen prüfen. So bietet DBaaS („Database as a Service“) als Managed Service eine einfache Bereitstellung und Automatisierung. IaaS („Infrastructure as a Service“) dagegen bietet für Administratoren mehr Steuerungsoptionen beim Ausführen von Datenbankinstanzen auf Cloud-Servern. Gleichzeitig bleibt auch die Oberfläche und Funktionsweise des herkömmlichen On-Premise-Deployments erhalten. Darüber hinaus gibt es mehrere Storage-Optionen, zum Beispiel Block-Storage, SSDs, garantierte IOPS-Werte, dedizierte Verbindungen und für Datenbanken optimierte Instanzen. Da Unternehmen sich Cloud-Ressourcen meist mit anderen Nutzern teilen, ist es außerdem notwendig, neben der theoretischen Spitzenleistung auch die Konsistenz und Variabilität der Leistung zu testen.

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