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Im Test: Talend MDM Enterprise Edition 4.0 (Teil 1) Zentrale Datenverwaltung auf Open-Source-Basis

Autor / Redakteur: Götz Güttich / Florian Karlstetter

Das Thema Master Data Management gewinnt zur Zeit aus verschiedenen Gründen eine immer größere Bedeutung. Talend möchte den dazugehörigen Markt, der bisher kostspieligen Produkten für Großunternehmen vorbehalten war, mit einer Open Source Lösung aufrollen. IAIT hat sich angesehen, was diese Software in der Praxis leistet und wie die tägliche Arbeit mit ihr abläuft.

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Zentrale Datenverwaltung auf Open-Source-Basis mit der Talend MDM Enterprise Edition 4.0.
Zentrale Datenverwaltung auf Open-Source-Basis mit der Talend MDM Enterprise Edition 4.0.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Begriff Master Data Management (MDM) bezeichnet das zentrale Verwalten sämtlicher geschäftskritischen Informationen, um eine unternehmensweite Datenkonsistenz sicherzustellen. In der Praxis sieht es oft so aus, dass die Daten in den Unternehmen redundant in unterschiedlichen Datenbanken beziehungsweise „Silos“ vorhanden sind, was die Organisationen zu einem zeit- und kostenaufwendigen Abgleich zwingt und so intelligente Entscheidungsprozesse erschwert.

Ein zentrales Datenmanagement macht den genannten Abgleich überflüssig, da die Pflege und die Verwaltung der Daten eben an zentraler Stelle stattfinden. Von dort aus verteilt das MDM-System sie dann an die angebundenen Lösungen. MDM hat in der letzten Zeit gewaltig an Bedeutung gewonnen, was mit dem Zwang zusammenhängt, zunehmend Verwaltungskosten zu sparen, behördliche Anforderungen an die Datenhaltung zu erfüllen und den Kundenservice zu verbessern.

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In der Praxis sieht es so aus, dass das MDM-System alle kritischen Daten in einer Masterdatei zusammenfasst, die einen allgemeinen Überblick über den aktuellen Geschäftsverlauf beziehungsweise den Status des Unternehmens gibt. Zu den Masterdaten gehören beispielsweise Kundeninformationen, Produktdetails, Referenzdaten, Assets, Niederlassungen, Mitarbeiterdaten und Organisationseinheiten. Es handelt sich also nur um Daten, deren Bedeutung über einzelne Funktionsbereiche hinausgeht, so genannte Stammdaten.

Die Aufgabe eines MDM-Systems besteht demzufolge darin, die Stammdaten an einer zentralen Stelle zusammenzuführen, ihre Verwaltung zu vereinfachen, den zuständigen Mitarbeitern einen Überblick über die darin enthaltenen Informationen zu vermitteln, Redundanzen zu entfernen und die vereinheitlichten Daten dann wieder den einzelnen Unternehmenszweigen zur Verfügung zu stellen. Die Lösung muss folglich in der Lage sein, Daten aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen wie ERP-Systemen, SAP und ähnlichem zu importieren, eine einheitliche Verwaltungsoberfläche zum Datenmanagement besitzen und Änderungen am Datenbestand automatisch wieder in die Quellsysteme exportieren.

Der MDM-Markt wird zur Zeit von umfangreichen, teilweise monolithischen Lösungen für Großunternehmen beherrscht und typische MDM-Projekte bringen Kosten im sechsstelligen Bereich mit sich. Die genannten Lösungen arbeiten oft mit vordefinierten Datendomänen und –strukturen, so dass die Unternehmen ihre Prozesse an das Werkzeug anpassen müssen und nicht umgekehrt.

Talend möchte dies mit seiner Open-Source-Lösung „Talend MDM“ ändern. Dieses Produkt verwendet eine datenmodellgetriebene Integration, ermöglicht die Verwaltung beliebiger Datendomänen und lässt sich iterativ – also in kleinen Schritten – integrieren. Es ist in zwei verschiedenen Varianten erhältlich: Zum einen der kostenlosen „Community Edition“ die jeder ohne Einschränkungen nutzen kann, zum anderen der „Enterprise Edition“, für die eine jährliche Gebühr anfällt und die zusätzliche Funktionen sowie Dienstleitungen mitbringt. Der Quellcode der Enterprise Edition steht für Kunden jederzeit zur Einsicht bereit.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Versionen: Während die Community Edition die wesentlichen MDM-Funktionen an Bord hat, beherrscht die Enterprise Edition zusätzlich das Setzen von Zugriffsrechten für unterschiedliche Benutzer und die Definition des Workflows. In diesem Test haben wir die Enterprise Edition genau unter die Lupe genommen.

weiter mit: Aufbau des Systems

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