Im Test: Talend MDM Enterprise Edition 4.0 (Teil 1)

Zentrale Datenverwaltung auf Open-Source-Basis

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Aufbau des Systems

Talend MDM besteht aus drei verschiedenen Komponenten. Erstens dem Server, der die eigentliche Arbeit mit den Daten übernimmt, zweitens den Web Services, die den Endanwendern den Datenzugriff über ein Webinterface ermöglichen, und drittensdem MDM Studio, über das die Nutzer die Datencontainer, Datenmodelle, Trigger und Prozesse anlegen, die dann im Betrieb die Grundlage für die Arbeit mit den Daten darstellen. Das MDM Studio dient folglich dazu, die Regeln festzulegen, denen die Master Daten im Betrieb folgen. Man kann das MDM Studio als Administrations- und Verwaltungskonsole des MDM Servers betrachten.

Gehen wir an dieser Stelle kurz auf die Arbeit mit dem MDM Studio und die darin enthaltenen Komponenten ein, um für ein besseres Verständnis der Funktionsweise von Talend MDM zu sorgen. Loggt sich ein Administrator mit dem Studio beim MDM-Server ein, so landet er in einer Übersicht, die alle im Server enthaltenen Objekte in einer Baumübersicht anzeigt. Hier haben die zuständigen Mitarbeiter die Möglichkeit, Objektmetadaten einzusehen oder Objektparameter zu setzen. Ein Rechtsklick auf die Objekte öffnet jeweils ein Kontextmenü mit diversen Optionen, wie „Import“, „Export“, „Rename“ und so weiter.

Um mit den Master Daten zu arbeiten, verwendet das MDM Studio verschiedene Komponenten. In diesem Zusammenhang sind zunächst einmal die Datenmodelle zu nennen. Diese umfassen Einträge, Daten, Attribute, Zugriffsrechte, etc. Üblicherweise dienen sie dazu, Geschäftseinheiten wie Lieferanten, Niederlassungen, Kunden und ähnliches abzubilden.

Die nächste wichtige Komponente sind die Datencontainer, die die Stammdaten aufnehmen. Es ist möglich, in einem MDM-Hub mehrere Datencontainer zu betreiben. Auf diese Weise lassen sich die Daten – zum Beispiel nach Domänen – organisieren. Die Inhalte eines Datencontainers sind von einem anderen aus nicht sichtbar.

Die Prozesse fassen im Gegensatz dazu diverse Plugins zu einer Schrittfolge zusammen. Man könnte sie am ehesten mit Skripts vergleichen. Beim Abarbeiten bestimmter Aufgaben führt das System dann Schritt für Schritt die Aufgaben durch, die in dem Prozess definiert wurden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise der Datenimport und –export automatisieren.

Mit Hilfe der Trigger stellt das MDM-System eine Verbindung zwischen dem MDM Hub und den Datenmodellen her, die im Studio definiert wurden. Sie sorgen dafür, dass bei bestimmten Dateneinträgen Aktionen erfolgen. Ändert beispielsweise ein Anwender einen Datensatz über das Webinterface, so kann ein Trigger dafür sorgen, dass die Änderung automatisch an andere Systeme übertragen wird.

Talend MDM erzeugt mit Hilfe der im Studio definierten Rahmenbedingungen automatisch den Code, den das System braucht, um die Datenverwaltung in der gewünschten Form über das Webinterface möglich zu machen. Es stellt also eine Art Entwicklungsumgebung für den MDM-Server dar und die Applikation, die bei diesem Entwicklungsprozess herauskommt, ist das Webinterface, über das die Anwender im Betrieb mit den Daten arbeiten. Ändert ein Administrator beispielsweise mit Hilfe des Studios ein Datenmodell, so wird diese Änderung sofort im Webinterface reflektiert.

weiter mit: Der Testaufbau

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