Cloud-Architekturen entwickeln sich weiter Wie Unternehmen jetzt ihre Cloud-Initiativen aktiv steuern

Ein Gastbeitrag von Remco Hoppezak*

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Die Migration von Kernelementen einer IT-Umgebung in die Cloud ist ein Marathon und kein Sprint. Eigentlich ist eine Cloud-Journey auch nie wirklich zu Ende – der Weg ist hier das Ziel, um die Effizienz und Agilität des eigenen Unternehmens zu verbessern.

Mit Cloud-Ressourcen legen Unternehmen den Grundstein, um Geschäftsprozesse zu überdenken und die eigene Organisation neu auszurichten.
Mit Cloud-Ressourcen legen Unternehmen den Grundstein, um Geschäftsprozesse zu überdenken und die eigene Organisation neu auszurichten.
(Bild: zhu difeng - stock.adobe.com )

Mit dem steigenden Reifegrad der eigenen Organisation wandeln sich jedoch die Anforderungen an das Cloud-Management. Es ist daher notwendig, dass die Cloud-Verantwortlichen aus der IT gemeinsam mit ihren Kollegen aus den Fachabteilungen bei den Cloud-Projekten kontinuierlich nachsteuern, relevante Kennzahlen neu priorisieren und auf die jeweils benötigten Dienstleister setzen.

Wohin die Cloud-Reise in Deutschland geht, zeigen die folgenden Marktzahlen: Bereits 8 von 10 Unternehmen verwenden Rechenleistung aus der Cloud, so ein Bitkom-Report aus dem Jahr 2021. Eine Umfrage von Wipro aus dem gleichen Jahr (Wipro FullStride Cloud Services Report „Making Business Thrive“) zeigt, dass schon durchschnittlich 38 Prozent der Business-Anwendungen in Deutschland in der Cloud betrieben werden. Bis 2023 soll sich dieser Wert auf 55 Prozent erhöhen. Dennoch haben viele Organisationen Schwierigkeiten bei der Cloud-Migration. Jedes zweite Unternehmen sagte in der Umfrage, dass die größte Herausforderung darin liege, die geeigneten Technologien für geplante Cloud-Projekte zu identifizieren.

Wann sind wir erfolgreich?

Wie die Umfrage zeigt, waren Projekte vor allem aus zwei Gründen erfolgreich. Zum einen hatten Unternehmen eng mit einem externen Partner oder Cloud Service Provider (CSP) zusammengearbeitet, und zum anderen hatten diese Projekte höher gesteckte Ziele als nur die reine Kostenoptimierung des IT-Betriebs. Mit Cloud-Ressourcen haben diese Unternehmen den Grundstein gelegt, um Geschäftsprozesse neu zu denken und die eigene Organisation neu auszurichten.

Wichtig hierbei: Es ist ein Mentalitätswandel in den Köpfen aller Beteiligten notwendig, um nachhaltige Veränderungen bzw. eine anhaltende Transformation hin zu einem neuen IT-Betriebsmodell zu erreichen.

Ein weiterer wichtiger Faktor: Bei der Transformation sollten die Verantwortlichen in jeder Projektphase den wirtschaftlich besten Nutzen der Cloud ermitteln können. Wem es gelingt, mit einer fortgeschrittenen Cloud-Strategie konkrete wirtschaftliche Vorteile zu erreichen, kann eine zehnmal höhere Kapitalrendite erzielen als Organisationen, die sich jetzt erst mit der Cloud befassen – so eine weitere Aussage der Cloud-Studie. Themen wie IT-Sicherheit, Kostentransparenz, Agilität und Widerstandsfähigkeit (Resilience) bei wirtschaftlichen Krisen sind Aspekte, die bei der Bewertung von Cloud-Initiativen einfließen können. Da viele Unternehmen bei solchen Projekten Neuland betreten, kann ein externer Partner dabei unterstützen, individuelle Kennzahlen in allen Phasen der Transformation zu identifizieren, um so die Migration in die Cloud zu steuern.

Die Rolle des Managements

Je mehr Abteilungen im eigenen Unternehmen die Cloud nutzen, desto mehr Entscheidungsträger müssen involviert werden. Zu viele Köche können jedoch das Cloud-Menü verderben.

Wer aber sollte den Kurs bestimmen? In Deutschland liegt die Verantwortung für die Umsetzung der Cloud-Strategie zumeist bei dem COO (40 %) oder dem CTO (37 %). Danach folgen der CFO (26 %) sowie der CEO und CIO mit jeweils 24 Prozent. Bei knapp jedem zweiten Unternehmen (47 %) hatte der CEO eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der grundlegenden Cloud-Strategie übernommen.

Fehlendes Personal bremst die Reise

Das Management einzubeziehen, reicht jedoch nicht aus, denn es müssen qualifizierte IT-Experten die Migration steuern und anschließend die Infrastruktur betreuen und managen. Diese Experten zu gewinnen ist vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels eine echte Herausforderung. Für 30 Prozent der befragten Unternehmen ist die größte Hürde bei einem Cloud-Projekt der Mangel an erfahrenen Fachkräften.

Auch dies ist ein weiteres Argument, punktuell auf externe Dienstleister mit breitem Technologie- und Branchenwissen zurückzugreifen. Diese können zum Beispiel den Einsatz neuer Technologien wie Machine Learning, künstliche Intelligenz oder blockchain-basierte Smart Contracts vorschlagen und zeigen, wie sich dadurch das Geschäftsmodell optimieren und verbessern lässt.

Die richtige Auswahl treffen

Welche Kriterien spielen bei der Auswahl eines Cloud- sowie Implementierungs- bzw. Ausführungspartner eine Rolle? Zunächst geht es um die geforderte Technologiekompetenz für eine Cloud-Migration sowie Erfahrung aus vergleichbaren Projekten. Referenzprojekte sollte der Dienstleister idealerweise innerhalb der Branche des Kunden vorweisen können, denn auch das branchenspezifische Fachwissen ist wichtig, um Geschäftsprozesse auf Basis innovativer Technologien weiterentwickeln zu können. Bei der allgemeinen Bewertung können Marktforschungsinstitute und Analysten helfen, die eine Befragung unter Anwenderunternehmen zur Zufriedenheit mit ihren IT-Dienstleistern durchführen; hier gibt es auch für Deutschland relevante Aussagen, um die Qualität externer Anbieter zu evaluieren und objektiv zu qualifizieren.

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Schließlich ist die Frage zu stellen, ob der Dienstleister ausreichend erfahrenes Personal zur Verfügung hat. Weltweit aufgestellte Service-Provider können auf ihre globalen Experten zurückgreifen und sind so in der Lage, Projekte mit den benötigten Mitarbeitern auszustatten.

Weiterhin sollten Unternehmen einen cloud-native Partner wählen, der Legacy-Systeme versteht und diese sicher in die Cloud migrieren kann – auch in der praktischen Umsetzung. Dieser sollte zudem Microservices, DevSecOps und cloud-native Ansätze nutzen, wo deren Einsatz sinnvoll ist, und die notwendige IT-Security realisieren können.

Und ein letzter Punkt: Bei der Entwicklung sollte der Dienstleister auf agile Methoden setzen, um gemeinsam mit dem Kunden schrittweise die gewünschten Funktionen bzw. Ziele umsetzen zu können. Bei dieser Methode kann eine regelmäßige Evaluation des Projektfortschritts erfolgen, was den Projektverantwortlichen dabei hilft, das Vorhaben im eigenen Haus besser zu vermarkten, da immer wieder konkrete Erfolge vorzuweisen sind.

Ziele verändern sich, damit auch die Stationen dorthin

Wer die Cloud-Reise seiner Organisation vorantreiben möchte, muss kein IT-Experte sein. Allerdings sollten Verantwortliche in der Lage sein, die richtigen Fragen zu stellen. Die Ratschläge, die man erhält, sind so gut wie die Fragen, die man stellt.

Die weiter oben aufgeführten Aspekte geben einen guten Überblick, welche Faktoren und Ressourcen für den Erfolg wirklich wichtig sind. Mit fortgeschrittenem Reifegrad werden sich zudem die eigenen Erwartungen an die Cloud verändern. Ging es früher um verbesserte Effizienz der operativen IT, geht es heute vor allem darum, die Agilität und die Innovationsfähigkeit der Organisation zu steigern und neues Wachstum zu generieren.

Remco Hoppezak, Wipro Ltd.
Remco Hoppezak, Wipro Ltd.
(Bild: Wipro )

In Deutschland stimmt knapp jedes zweite Unternehmen (49 %) der Aussage zu, dass sich durch den Einsatz der Cloud die eigenen Umsätze bereits erhöht haben, während 58 Prozent die Profitabilität steigern konnten. Weiterhin konnten 44 Prozent ihre Marktanteile ausbauen und 40 Prozent berichten über eine verbesserte Kundenzufriedenheit. Höchste Zeit also, den eigenen Stand der Cloud-Transformation zu hinterfragen und die nächsten Schritte der Cloud-Journey zu planen.

* Der Autor Remco Hoppezak ist Head of Cloud Sales DACH and Benelux bei Wipro Ltd.

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