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Dunkle Wolken über dem IT-Arbeitshimmel Wie Cloud Computing die Arbeitswelt verändert

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

In der deutschen IT-Industrie arbeiten laut Zahlen des Branchenverbandes Bitkom rund 845.000 Beschäftigte. Doch die Branche ist im Umbruch: Cloud Computing, Bring your own Device (ByoD) und Social Media verändern die Art, mit der IT umzugehen. Wie wird die Arbeitswelt in zehn Jahren aussehen? Ein Ausblick ...

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Trends wie Cloud Computing, Bring your own Device und Social Media verändern die Arbeitswelt. (© ktsdesign - Fotolia.com)
Trends wie Cloud Computing, Bring your own Device und Social Media verändern die Arbeitswelt. (© ktsdesign - Fotolia.com)

Der Branchenverband Bitkom geht davon aus, dass die Zahl der IT-Beschäftigten hierzulande von derzeit 845.000 in den kommenden fünf Jahren im niedrigen einstelligen Prozentbereich pro Jahr weiter wachsen wird.

Allerdings wird sich die Zusammensetzung der Belegschaft deutlich von der heutigen unterscheiden, so eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Auftrag gegebene Studie von November 2010 mit dem Titel "Internet der Dienste". In dieser zeigen Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC), Berlecon Research, der International Business School of Service Management (ISS) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf, dass während in Cloud-nahen Bereichen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen werden, in anderen Bereichen des IKT-Sektors - etwa Hardware-Industrie oder im Bereich der Wartung von Software und Hardware - Stellen eher abgebaut werden.

Mit der weiteren Verbreitung des Cloud-Konzepts sollen vor allem Integrationsspezialisten gefragt sein. Wermutstropfen: Langfristig über die Jahre 2020 bis 2025 hinaus, dürfte die Beschäftigung in der IKT-Industrie durch die zunehmende Industrialisierung der IT jedoch leicht rückläufig sein, so PAC und Kollegen.

Survival of the Fittest

Das bestätigt auch eine Studie von Roland Berger aus dem Herbst vergangenen Jahres. "Survival of the Fittest - Wie Europa in der Cloud eine führende Rolle übernehmen kann", entstand in Zusammenarbeit mit der SAP und beziffert das weltweite Umsatzvolumen der Cloud Economy bis 2015 voraussichtlich auf rund 73 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden weltweit nur rund 21,5 Milliarden US-Dollar in Cloud Computing und in die angeschlossenen Dienstleistungen investiert.

Mit dem sprunghaften Umsatzwachstum verbunden soll in den kommenden Jahren auch ein neues wirtschaftliches Ökosystem sein. "Cloud Computing wird vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen eine echte Revolution darstellen", meint Peter Lorenz, Leiter des Bereichs On-Demand-Solutions bei SAP und Mitherausgeber der Studie. Denn diese Unternehmen würden Zugriff auf IT-Architekturen erhalten, die bislang nur Großunternehmen vorbehalten gewesen seien. Dadurch würden sich neue Marktchancen für IT-Anbieter ergeben, ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen und flexible Dienstleistungen anzubieten.

IT aus der Steckdose

Kleines Vor-Fazit: Die Beratungshäuser sind sich einig – die Cloud und andere neue Trends in der IT werden für neue, aufregende Jobs in der IT-Branche sorgen. Was aber sagt Nicholas Carr, umstrittener Vordenker der IT-Industrie, dazu? Seinen kritischen Worten gerade zum Cloud Computing wurde und wird viel Beachtung geschenkt. In seinem Besteller "The Big Switch: Rewiring the World, from Edison to Google" erläutert er, was aktuell in unserer Industrie geschieht: Ganz ähnlich wie im ausgehenden 19. Jahrhundert, in dem Unternehmen in der Regel über einen eigenen Stromgenerator verfügten, diese aber nach und nach durch große Kraftwerke obsolet wurden, beziehen die Firmen demnächst ihre IT "aus der Steckdose". Die Angestellten, die sich um die Server in den Unternehmen kümmern, sind demnächst also überflüssig.

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