Mangelware Business Apps

Wer Mobile sagt, muss auch App sagen

| Autor / Redakteur: Frank Engelhardt * / Florian Karlstetter

Business Apps sind oft noch Mangelware - hier sollten Unternehmen entsprechend umdenken.
Business Apps sind oft noch Mangelware - hier sollten Unternehmen entsprechend umdenken. (Bild: © iconimage - Fotolia.com)

Wer den Mitarbeitern Smartphones in die Hand drückt, ohne die zum Arbeiten erforderlichen Business Apps bereitzustellen, fährt seine Digital-Workplace-Initiative an die Wand. Zu viele Unternehmen sind den ersten Schritt zum mobilen Arbeiten gegangen und scheitern derzeit am zweiten.

Diesen Unternehmen entstehen enorme Kosten für die mobile Hardware, Mobile Device Management-Lösungen etc., ohne dass sie das Potenzial in Form von einer höheren Produktivität und Effizienz ihrer Mitarbeiter ausschöpfen. Es ist höchste Zeit, diesen „App-Gap“ zu schließen.

Der feste Arbeitsplatz im Unternehmen ist ein Auslaufmodell. Das moderne Büro misst ein paar Dutzend Quadratzentimeter und passt in die Jackentasche. Laut einer Studie von Crisp Research im Auftrag von Citrix haben bereits 43 Prozent der Unternehmen Digital Workplace-Projekte initiiert. Beide Seiten – Arbeitgeber und -nehmer – versprechen sich davon Vorteile wie weniger Reisekosten und Mietausgaben, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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„App-Gap“: Kluft zwischen privater und beruflicher Mobilnutzung

Doch derzeit sind die meisten mobilen Büros quasi leer: Die Ausstattung in Form von Business Apps fehlt. Das ist das Kernergebnis einer Befragung des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag von Salesforce. Demnach nutzen zwar 83 Prozent Apps in ihrer Freizeit, aber nur 17 Prozent im Beruf – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil es (noch) keine Business Apps für sie gibt. Doch wenn Software fehlt, können die Mitarbeiter kaum effizient mit den Mobilgeräten arbeiten. Als würde man den Mitarbeitern zwar Räume zur Verfügung stellen, aber nicht mit dem notwendigen Equipment einrichten.

Dabei verschenken Unternehmen enorme Potenziale für die Steigerung von Effizienz, Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit. Denn die Bereitstellung von mobilen Anwendungen für den Zugriff auf Unternehmensinformationen, Dokumentationstools, Reisebuchung und Arbeitszeitenerfassung wünschen sich 52 Prozent der Befragten, etwa um Warte- und Reisezeiten effektiv nutzen zu können.

Business Apps sind der Motor des mobilen Arbeitens

Dabei sind innovative Business Apps nur einen Klick entfernt. Die App Stores bieten bereits einige Applikationen, mit denen sich Office-Dokumente bearbeiten, Arbeitszeiten erfassen und Reportings erstellen lassen. Office 365 Mobile ermöglicht etwa die Bearbeitung von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen auf Tablet oder Smartphone. Mit der App Tripit lassen sich Geschäftsreisen organisieren, Concur ermöglicht es, mobil Quittungen und Rechnungen zu erfassen. Zudem bietet der Business App-Store Salesforce AppExchange mehr als 3.000 Apps für unterschiedliche Bereiche und Branchen.

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Wie sinnvoll allerdings tatsächlich die Entwicklung einer eigenen mobilen Applikation ist, zeigt das Beispiel des Norderney Zimmerservice (NZS). Der Anbieter von Ferienwohnungen auf der ostfriesischen Insel nutzt die Tatsache sehr effektiv, dass mittlerweile fast alle Touristen rund um die Uhr ihr Smartphone zur Hand haben und begleitet seine Kunden von der Ankunft bis zur Abreise mit mobilen Serviceangeboten, die einen echten Mehrwert darstellen. Die App, die Geschäftsführer Hans Vollmer anbietet, ist ein persönlicher Reiseführer, der seinen Gästen je nach Aufenthaltsort hilfreiche, interessante Informationen zu Natur und Kultur der Insel liefert. Darüber hinaus bietet die App praktische Hilfestellung etwa zur Funktionsweise des Fernsehers in der Ferienwohnung.

Für den Geschäftsführer und sein Team hat die App viele weitere unmittelbare Vorteile: Sie erleichtert die früher sehr aufwendige Schlüsselverwaltung für gut 300 Ferienobjekte. Über die App kann Hans Vollmer jederzeit sehen, welcher Gast welche Schlüssel hat und welche bereits zurückgegeben wurden. Bei der Abreise löst die Schlüsselrückgabe gleich den Reinigungsauftrag für die betreffende Wohnung aus. Und nach erfolgter Reinigung gibt das Putzteam die Wohnung via App wieder für den Bezug frei. Dem innovationsbegeisterten Unternehmen ist es so nicht nur gelungen, die Effizienz zu steigern, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Mobiler Arbeitsplatz muss Standard werden

Damit Unternehmen diese Potenziale ausschöpfen können, ist es längst überfällig, dass sie ihre Mitarbeiter nicht nur mit der mobilen Hardware, sondern auch der entsprechenden Software ausstatten. Business-Apps sind elementare Bestandteile des digitalen Arbeitsplatzes, der nicht nur zur Zufriedenheit der Mitarbeiter beiträgt, sondern auch ein enormes wirtschaftliches Potenzial bietet: Laut Berechnungen von Crisp Research hätte ein flächendeckender Einsatz entsprechender Technologien einen positiven volkswirtschaftlichen Effekt in Höhe von rund 84,2 Milliarden Euro (Quelle: Citrix / Crisp Research).

* Frank Engelhardt ist Vice President Enterprise Strategy bei Salesforce.

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