Definition: Migration im IT-Umfeld - ETL, Cloud & Co.

Was ist Migration in der IT?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Worauf bei Migrationsprozessen in der IT zu achten ist.
Worauf bei Migrationsprozessen in der IT zu achten ist. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Der Begriff Migration beschreibt verschiedenste Umstellungs- oder Verschiebeprozesse kompletter IT-Systeme oder einzelner Bestandteile davon – seien es Daten, Anwendungen, Hardware oder Dienste.

In der IT kann der Terminus Migration für verschiedenste Umstellungsprozesse gebraucht werden, die sich in der Regel schrittweise und allmählich vollziehen. Dies gilt insbesondere für so genannte „sanfte“ Migrationen, bei denen vorhandene Systeme und Architekturen zunächst parallel zu ihren Nachfolgern weitergenutzt und etappenweise durch diese ersetzt werden. Im Gegensatz zur Migration beschreibt die Portierung häufig einen größeren Umbruch. In Bereich der Softwareentwicklung bezeichnet eine Portierung überdies den Wechsel von Laufzeitumgebungen, Plattformen, Programmiersprachen oder Entwicklungsumgebungen.

Migrationen können alle Aspekte von IT-Landschaften betreffen, ganz gleich ob Hardware, Software oder Services. Häufig gehen die Veränderungen dabei auch Hand in Hand: Wird etwa die Prozessorarchitektur gewechselt, müssen auch Anwendungen dem entsprechend umgestellt werden – sei es durch Anpassungen des Softwarecodes oder zusätzliche Emulationsschichten. Je nach Umfang und Sichtweise lassen sich auch ein größere Updates oder Upgrades von Anwendungen oder Betriebssystemen als Migration auffassen.

Wenngleich es naheliegend erscheint, müssen Migrationen nicht zwangsläufig mit einer Modernisierung von IT-Landschaften einhergehen. Im Kontext von Speichersystemen mit Daten-Tiering beschreibt der Begriff eine Medienmigration als inhärente Funktion innerhalb des Gerätes – je nach Nutzungshäufigkeit werden Daten dabei automatisiert zwischen unterschiedlich leistungsstarken Datenträgern verschoben, um den bestmöglichen Kompromiss aus Performance und Speicherkosten abzubilden.

Ähnlich verhält es sich mit der Migration virtueller Maschinen, wenn diese lediglich als Arbeitslasten zwischen verschiedenen (gleichartigen) Servern verschoben werden. Hierbei handelt es sich dann weniger um eine Modernisierung als um eine bloße Managementaufgabe.

Im Einzelnen lassen sich folgende Migrationen auf folgende Arten näher charakterisieren:

Cloud-Migration

Unter Cloud-Migration versteht man das Verschieben von klassischen IT-Anwendungen in die Cloud oder zwischen verschiedenen Cloud-Umgebungen.

Live-Migration

Werden virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb von zwischen verschiedenen Hosts verschoben spricht man von Live-Migration. Das Verfahren eignet sich insbesondere bei Wartungsarbeiten oder, um die Auslastung von Servern zu optimieren.

Medien-Migration

Bei der Medien-Migration ändert sich das physische Datenträgermedium. Bleibt das Datenformat dabei unverändert spricht man von Refreshment (Kopie auf Datenträger gleichen Typs) oder Replikation (andere Datenträgerarten möglich). Werden auch Archivpakete oder Datenobjekte selbst verändert handelt es sich um Repackaging oder Transformation.

Software-Migration

Zur Software-Migration zählt die Umstellung zu einer neuen technologischen Umgebung. Während das für einfache Aktualisierungen oder Upgrades nicht zutrifft, kann man bei einem Major Release bereits von einer Software-Migration sprechen. Beispiel hierfür sind etwa der Wechsel von SAP R/2 auf SAP R/3 oder ein größeres Windows-Update. Auch die Anpassung plattformgebundener Programme auf andere Hardwaresysteme zählt zur Software-Migration.

Hardware-Migration

Eine Hardware-Migration kann sich mit einer Software-Migration überschneiden und stellt ähnliche Anforderungen. Sollen keine plattformgebundenen Programme auf die neue Plattform überführt werden, ist bei Treibersoftware dennoch eine gewisse Migration notwendig. Neben einem Wechsel von Mikroprozessorarchitekturen lässt sich auch der Wechsel von Netzwerkstandards dem Bereich der Hardware-Migration zuordnen.

Daten-Migration

Bei einer Daten-Migration wird die Plattform ersetzt, mit der Daten vom bisherigen System verwaltet wurden. Als mögliche Plattformen in diesem Sinne kommen physische Datenspeicher oder auch Datenbankmanagementsysteme infrage. Daten können in drei Schritten übertragen werden, die sich an den ETL-Prozess eines Data-Warehouse anlehnen. Zunächst werden die Daten nach relevanten Informationen gefiltert (Extract), dann dem Datenmodell des Zielsystems angepasst (Transform) und schließlich ins Zielsystem geladen (Load).

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Cloud-Migration: Große Erwartungen auf dem Boden der Realität

Studie

Cloud-Migration: Große Erwartungen auf dem Boden der Realität

Cloud-Angebote sind längst in den Unternehmen angekommen. Jetzt geht es um den sinnvollen Einsatz und die produktive Nutzung, damit die Cloud ihr Potenzial als Nährboden für digitale Innovation und die Entwicklung völlig neuer Geschäftsfelder entfalten kann. lesen

AWS startet Datenbankdienst DocumentDB

Service für unternehmenskritische MongoDB-Anwendungen

AWS startet Datenbankdienst DocumentDB

Der hochverfügbare Datenbankdienst Amazon DocumentDB ist kompatibel mit MongoDB und soll doppelt so viel Durchsatz bieten wie vergleichbare Lösungen. Wer bisher eigene Server oder EC2 nutzte, kann seine Anwendungen nahezu ohne Auszeit migrieren. lesen

IBM will Nummer eins bei Hybrid-Cloud-Anbietern werden

IBM setzt auf die offene Multi-Cloud

IBM will Nummer eins bei Hybrid-Cloud-Anbietern werden

Ende Oktober wurde ein Mega-Deal bekannt, wie ihn die IT-Branche seit dem Zusammenschluss von Dell und EMC nicht mehr gesehen hat: die geplante Übernahme des Open-Source-Giganten Red Hat durch IBM für rund 34 Milliarden US-Dollar. Mithilfe der Open-Source-Technologie will IBM seine Cloud-Strategie voranbringen. lesen

Strategien und Trends zur Public-Cloud-Nutzung

Externe Dienstleister haben hohe strategische Relevanz

Strategien und Trends zur Public-Cloud-Nutzung

Deutsche Unternehmen legen einen immer stärkeren Fokus auf die Public Cloud und sind dabei auf die externe Expertise von IT-Service- und Consulting-Anbieter angewiesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Nordcloud beauftragte und von Crisp Research durchgeführte Studie. lesen

T-Systems migriert geschäftskritische Workloads zu AWS

Cloud-Partnerschaft

T-Systems migriert geschäftskritische Workloads zu AWS

Seit Kurzem arbeiten T-Systems und AWS eng zusammen. Gegenstand der Partnerschaft ist es, SAP-Systeme und andere geschäftskritische Anwendungen von Kunden in die Cloud zu bewegen. T-Systems erbringt dabei Beratungs-, Migrations- und Betriebsleistungen. lesen

Teknowlogy benennt die IT-Trends 2019

KI auf dem Sprung von der Nische in den Mainstream

Teknowlogy benennt die IT-Trends 2019

Die CXP Group tritt ab sofort als teknowlogy Group auf. Deren vier Einheiten wollen eine vollumfassende Sicht auf die Märkte bieten. Den Rahmen dafür stecken die Analysten und Berater jetzt mit einer Prognose der IT-Trends für 2019 ab. lesen

Das Hybrid-SAP-S/4-HANA lohnt sich. Und wie kommt man dahin?

Agil, schnell, flexibel: Das sollen SAP S/4 HANA und Leonardo bieten

Das Hybrid-SAP-S/4-HANA lohnt sich. Und wie kommt man dahin?

Digitale Transformation lautet das Ziel vieler Unternehmen. Als Plattform dafür bietet sich „SAP S/4 HANA“ an. In der „SAP Cloud“ ergänzt „SAP Leonardo“ dazu Innovationsbausteine wie Blockchain. Wer noch ein Altsystem nutzt, kann schrittweise in die neue SAP-Welt migrieren. lesen

Rackspace will flexible Serviceblöcke anbieten

Von DevOps bis mehr Multicloud

Rackspace will flexible Serviceblöcke anbieten

Cloud heute braucht anpassbare Enterprise Cloud Services, verwaltete Infrastrukturen (IaC) sowie kompetente Multi-Cloud-Beratung und -Verwaltung, so der Managed Service Provider Rackspace. Die so genannten Service Blocks, Managed Infrastructure as Code (IaC)-Bereitstellungen und erweiterte Multicloud-Funktionen sollen die Kunden bei der Auswahl verschiedener Cloud-Plattformen unterstützen und die Möglichkeit bieten, mehrere Public Clouds mit nur einer Systemsteuerung zu verwalten. lesen

EU-DSGVO: Es kommt auch auf die Infrastruktur an

Public Cloud und der Datenschutz

EU-DSGVO: Es kommt auch auf die Infrastruktur an

Auch wenn es der Name nahelegt: Die europäische Datenschutz-Grundverordnung zielt zwar auf die Daten ab, meint aber mindestens ebenso die zugehörigen Unternehmensprozesse. Diese entsprechend anzupassen, hängt immer auch von den Infrastrukturen und der existierenden Applikationslandschaft ab, gerade in der anbrechenden Multi-Cloud-Ära. 100 Prozent Softwaresteuerung über alle Clouds hinweg liefert das dafür erforderliche Maß an Flexibilität und Geschwindigkeit. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45179340 / Definitionen)