Wie günstig ist die Cloud?

Unternehmenssoftware im Kosten-Check

| Autor / Redakteur: Dr. Markus Cramer * / Florian Karlstetter

Welches Einsparpotenzial bieten Lösungen aus der Cloud? Unternehmenssoftware im Kosten-Check - ein Vergleich der Gesamtbetriebskosten.
Welches Einsparpotenzial bieten Lösungen aus der Cloud? Unternehmenssoftware im Kosten-Check - ein Vergleich der Gesamtbetriebskosten. (© Stephen VanHorn - Fotolia.com)

Wenn es um den Megatrend Cloud Computing geht, werden immer wieder die großen Einsparpotentiale der neuen Technologie betont. Tatsächlich erscheinen die Preise für Unternehmenssoftware aus der Cloud durchaus attraktiv. Ein Vergleich der Gesamtbetriebskosten On-Demand vs. On-Premise.

Rechnungsprogramme aus der Cloud sind schon für fünf Euro pro Monat, Buchhaltungslösungen für zehn Euro pro Monat erhältlich. Immer wieder stehen außerdem die geringen IT-Investitionen ganz oben auf der Hitliste der Cloud-Vorteile. Doch es gibt auch Stimmen, die auf die langfristigen Betriebskosten hinweisen, die sich durch Software as a Service (SaaS) bei mehreren Nutzern über die Jahre hinweg ergeben. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen fragen sich deshalb, ob der der Wechsel in die Cloud wirklich lohnt.

On-Demand vs. On-Premise

Ein Vergleich der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, kurz TCO), bei dem nicht nur die Anfangsinvestitionen, sondern auch die Kosten während der Dauer der Nutzung miteinbezogen werden, gibt Aufschluss. Zugrunde gelegt wurden die Anforderungen eines kleinen Dienstleistungs-Unternehmens mit zehn Mitarbeitern, das Unternehmenssoftware für die Dauer von fünf Jahren als Software as a Service beziehungsweise On-Premise, also installiert auf eigenen Servern, nutzt.

Keine Unterschiede bei den reinen Softwarekosten

Ob CRM-, Projektmanagement- oder Buchhaltungssoftware: Das Zehn-Mann-Unternehmen hat die breite Auswahl – sowohl in der Cloud als auch außerhalb. Für welche Anwendungen sich das Unternehmen entscheidet, hängt stark von der Branche und von den individuellen Anforderungen ab. Deshalb ist es schwierig, einen Standard-Funktionsumfang für das Unternehmen zu definieren. Je nach Umfang und Qualität der gewünschten Unternehmenslösung können die Softwarekosten für den Zeitraum von fünf Jahren bei zehn Anwendern erheblich differieren – von vierstelligen Beträgen bis hin zu mehreren zehntausend Euro ist alles möglich.

Die große Überraschung dabei: Die reinen Softwarekosten unterscheiden sich – wenn man das On-Demand- und On-Premise-Modell vergleicht – nicht erheblich voneinander, sofern auch beim On-Premise-Modell regelmäßige Updates durchgeführt werden. Sowohl bei Software „aus der der Box“ wie auch bei solcher aus der Cloud gibt es günstige Basis-Anwendungen ebenso wie hochprofessionelle, kostenintensivere Business-Lösungen. Die reinen Softwarekosten bei Cloud beziehungsweise Client-Server-Lösungen sind dabei durchaus vergleichbar. Auch Migrations- und gegebenenfalls Schulungskosten fallen bei On-Demand und stationären Lösungen gleichermaßen an. Den großen Unterschied macht die IT-Infrastrukur, wenn Unternehmenssoftware in eigener Regie betrieben wird.

Eigener Betrieb schlägt ins Kontor

Wer Unternehmenssoftware selbst betreiben will, benötigt die entsprechende Hardware. Dafür fallen nicht nur Anfangsinvestitionen, sondern auch laufende Kosten an. Server müssen gewartet werden, sie verbrauchen Strom und erfordern Administration. Wer Unternehmenssoftware aus der Cloud bezieht, hat dagegen erheblich niedrigere laufenden Kosten für die IT-Infrastruktur. Denn im Cloud-Modell wird nicht nur die Software gemietet, sondern der Service gleich dazu. Dies schließt Administration, Wartung und Updates mit ein. Nebenbei werden auch Risiken minimiert: Ein Serverausfall im On-Premise-Modell genügt häufig schon, das komplette Unternehmen mehrere Stunden lahmzulegen.

Sofern ein Unternehmen also ausschließlich auf Cloud-Software setzt, muss es keine Server und Server-Software kaufen und warten, keine Stromkosten zahlen und keinen Serverraum vorhalten. Realistisch betrachtet, haben Unternehmen, die Cloud-Software nutzen, jedoch häufig weitere Lösungen im Einsatz, die einen eigenen Server im Haus und ein Intranet erfordern. Doch selbst wenn Hardware, Energiekosten und Raummiete aus der TCO-Betrachtung anteilig „herausgerechnet“ werden, bleibt im On-Premise-Modell ein beachtlicher Aufwand aufgrund von Wartung, Administration und Datensicherung bestehen.

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