Modernisierung der IT-Arbeitsplätze

Top 10 der Digital-Workspace-Trends 2018

| Autor / Redakteur: Oliver Bendig / Andreas Donner

Die Modernisierung der IT-Arbeitsplätze wird auch 2018 ganz oben auf der Agenda der europäischen Unternehmen stehen.
Die Modernisierung der IT-Arbeitsplätze wird auch 2018 ganz oben auf der Agenda der europäischen Unternehmen stehen. (Bild: © – alphaspirit – stock.adobe.com)

Unternehmen werden auch 2018 mithilfe neuer Technologien die Arbeitsumgebungen ihrer Mitarbeiter verbessern, um damit deren Effizienz und Produktivität zu erhöhen. Ebenfalls auf der Agenda stehen die Umsetzung rechtlicher Anforderungen und die Automatisierung des Lizenzmanagements.

Die Gestaltung ihrer Digital Workspaces beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen maßgeblich. Die Modernisierung der Arbeitsplätze ist zwar mittlerweile in vollem Gang, aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Zudem eröffnen neue Technologien laufend weitere Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung. Die folgenden zehn Digital-Workspace-Trends werden 2018 relevant werden:

1. Automated Digital Workspace Security

Das größte Sicherheitsrisiko sind heute Angriffe von innen, genauer gesagt. von Mitarbeiterarbeitsplätzen aus. Traditionelle Sicherheitsmechanismen wie Antivirenscanner und Firewalls sind nicht mehr ausreichend für die Absicherung der Endgeräte, vor allem, weil heutzutage alle zwölf Minuten eine neue Variation von Malware oder Ransomware auftaucht und somit von traditionellen Virenscannern nicht erkannt wird. Für eine bessere Absicherung der digitalen Arbeitsplätze sind neue Konzepte wie „Post Infection Protection“ und „Endpoint Detection und Response“ notwendig. Hierdurch werden Angriffe auf den Geräten gemäß dem Verhalten von Applikationen und Anwendern und nicht mehr über Mustererkennung verhindert. Wichtig ist hierbei, dass dies in Echtzeit und zum Zeitpunkt des Ausbruchs von Schadsoftware geschieht.

2. EU-DSGVO – Privacy by Design

Die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) wird 2018 noch viele Unternehmen intensiv beschäftigen. Workspace-Lösungen müssen „by Design“ sicherstellen, dass Anwender die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten haben und ihr Recht auf Einsicht, Änderung und Löschung jederzeit ausüben können.

3. Unified Endpoint Management

Die einheitliche Verwaltung von mobilen, traditionellen und hybriden Geräten bleibt auch 2018 auf der Agenda der IT-Abteilungen. Laut IDC arbeiten erst 45 Prozent der Unternehmen an der Einführung von Unified Endpoint Management, das die Verwaltung der Arbeitsumgebung für Administratoren unabhängig von den benutzten Geräten macht.

4. Servicification of IT / Beyond-IT-Servicemanagement

Die Methoden, Prozesse, Standards und Lösungen des IT-Servicemanagements halten Einzug in andere service- und kundenorientierte Fachabteilungen. Manuelle Geschäftsprozesse werden automatisiert. Enterprise-Service-Management-Systeme werden zunehmend eingesetzt in Personalabteilungen, im Lieferanten- und Fuhrparkmanagement, in technischen und Außendienst-Services sowie in verschiedensten Shared-Services-Organisationen.

5. License Management for Cloud und Mobile First Era

Mobiles Arbeiten und die Cloud bringen neue Anforderungen ins Lizenzmanagement. Insbesondere Applikationen wie Microsoft Office 365 und Adobe Creative Cloud erzeugen Fragen, wie Mietlizenzen optimiert und wie die Lizenzanforderungen der dahinter liegenden Serversysteme erfüllt werden können.

6. Cloud-based Workspace

Der Umzug der Arbeitsplätze in die Cloud hält ungebrochen an. Der Browser wird zum Betriebssystem. Die IT ist gefordert, diese cloudbasierten Arbeitsplätze sicher und komfortabel zur Verfügung zu stellen. Hierbei geht es vor allem um ein einfach nutzbares Identity Management und Single Sign-on für Mitarbeiter.

7. Artificial Intelligence / Context Based Workspace Provisioning

Noch nie war es technologisch so einfach, Daten automatisiert zu sammeln und auf ihrer Basis eine bessere Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen. Die Systeme erkennen u.a., wo, wann und mit welcher Internetbandbreite ein Mitarbeiter arbeitet, und registrieren, welche Applikationen und damit auch welche Lizenzen er wie häufig nutzt. Die Analyse dieser Informationen können die IT-Abteilungen verwenden, um Verbesserungen umzusetzen und den Nutzungskomfort der digitalen und cloudbasierten Arbeitsplätze zu erhöhen.

8. Virtual Personal IT-Assistants / Voice Control

Der Einsatz virtueller sprachgesteuerter IT-Assistenten führt dazu, dass Mitarbeiter wieder stärker mit ihrer IT sprechen – allerdings vorrangig nicht mit den IT-Mitarbeitern selbst, sondern mit den Voice Assistants namens Alexa, Cortana oder Ok Google. Die mit einem Problem angesprochene Maschine stellt im Idealfall die Lösung direkt bereit, z.B. indem sie eine Rekonfiguration der Geräte durchführt oder eine aktuellere Softwareversion installiert. Oder sie organisiert durch eine Integration mit dem Servicedesk automatisch Hilfestellung durch die IT.

9. Workspace Chatbots / Zero Call Resolution

Je mehr Vertreter der Generation Z in das Berufsleben einsteigen, desto mehr verändert sich auch die Kommunikation. Speziell junge Mitarbeiter erwarten ganz selbstverständlich, Informationen unstrukturiert in ein Chatfenster eingeben zu können und daraufhin eine Problemlösung angeboten zu bekommen. Im Idealfall wird das Problem direkt über einen Chatbot gelöst, ohne dass ein Anruf in der IT notwendig ist.

10. Predictive Workspace Analytics and Maintenance

Oliver Bendig.
Oliver Bendig. (Bild: Matrix42)

Indem moderne Systeme Workspace-Daten automatisiert sammeln und auswerten, können nicht nur Aktualisierungen und Reparaturen automatisiert angestoßen werden. IT-Verantwortliche profitieren darüber hinaus, da sie wiederkehrende Aufgaben oder langwierige Prozesse, etwa Rollouts, im Vorfeld simulieren können. Simulationen sparen Zeit und Kosten.

Über den Autor

Oliver Bendig ist CEO von Matrix42.

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