Für Kunden des Microsoft-Angebots „Office 365“ und anderer Produkte des Software-Moguls wird es ab dem 1. April 2023 teurer. Laut Microsoft sind die Wechselkurse daran schuld. Im Gespräch bewertet Andreas E. Thyen, Präsident des Verwaltungsrates bei der Lizenzdirekt AG, die Preiserhöhung.
Eine haarige Geschichte: Micrsosoft erhöht die Preise für Online-Dienste um 11 Prozent.
(Bild: @ virtua73 - Stock.Adobe.com)
Die Microsoft-Lizenzpreise sollen sich bereits zum 1. April 2023 erhöhen und zwar um 11 Prozent. Das gilt für alle Neubuchungen und Vertragsverlängerungen ab dem Stichtag. Angepasst werden die Preise für das komplette Angebot der Microsoft-Online-Dienste, wie „Microsoft 365“, „Office 365“ und „Dynamics 365“.
Die Preisänderungen wirken sich nicht auf Verträge innerhalb einer bestehenden Vertragslaufzeit aus. Ausgeschlossen sind ebenfalls Hardware, On-Premises-Lizenzen und Privatkundenangebote von Microsoft. Allerdings soll das Anziehen der Preisschraube keine einmalige Maßnahme bleiben, so Ankündigungen vom Anbieter, vielmehr sollen Anpassungen alle sechs Monate erfolgen.
Das Gespräch mit Thyen steht als Podcasts- Folge zur Verfügung. Zuhörer werden Zeuge eines Hintergrundgesprächs. Thyen ordnet die Preiserhöhung ein, macht ein wenig Reklame für Gebrauchtsoftware, zeigt aber auch, wie wichtig eine Abnabelung von Marktgiganten wie Microsoft wäre: Thyen handelt mit Gebrauchtsoftware und ist in Softwarelizenzangelegenheiten ein gefragter Experte.
Folgende Fragen tauchen auf:
Microsoft gibt seine gestiegenen Kosten an die Kundschaft weiter. Nutzt das Unternehmen seine Marktmacht mehr oder willkürlich?
Ziehen andere Hersteller, auch lokale Konkurrenz nach oder sind umgekehrt gar vorgeprescht?
Welche ernsthaften Alternativen zu den Online-Diensten gibt es überhaupt?
Gibt es gar Unternehmen, die selbst noch Tabellenkalkulationen und andere Büro-Software betreiben? Und machte das Sinn?
Unter anderem erläutert Thyen, warum übliche Marktmechanismen nicht greifen, wenn es zu Microsoft-Angeboten scheinbar keine oder kaum Alternativen gibt. „Es handelt sich um einen nicht ganz freien Markt“, sagt er. Und: Microsoft habe im vergangenen Jahr bereits schon kräftig aufgeschlagen, bis zu 25 Prozent.
Allerdings ist Microsoft auch nicht der einzige Software-Services-Anbieter, der die Lizenzpreise deutlich steigert, beziehungsweise gesteigert hat: Er nennt explizit SAP. Doch wie gehen Unternehmen mit den fast konkurrenzlosen Angeboten von Microsoft und SAP um? Ziehen Sie aus den Preiserhöhungen beziehungsweise „-anpassungen“ wie Microsoft es nennt, Konsequenzen und ziehen Alternativen in Betracht?
„Es gibt noch Hoffnung“, sagt Thyen, insbesondere weil Europa einige rechtliche Hebel gegen Monopole und Willkür einsetzen könne. Zudem gebe es im Marktumfeld einige „zarte Pflänzchen“, die für Alternativen sorgen können oder könnten.
Datenschutz, Souveränität und und GaiaX
Man erinnere sich an das Durchstarten von „Teams“, das Conferencing- Meeting und Collaboration-Tool, das Microsoft zu Beginn der Pandemie „nahezu kostenlos für jeden in allen möglichen Varianten und Umfang zur Verfügung gestellt“ hat. So schön das damals für die User war, aber „welche Chance hat dann noch ein kleines, meinetwegen deutsches oder österreichisches, meinetwegen europäisches Softwarehaus, was sich auf ein vergleichbares System konzentriert hatte und gerne in den Markt gebracht hätte?
Auf der anderen Seite sei es auch für Behörden und Unternehmen immer schwieriger, alternative Anbieter zu finden. „Andererseits kann ich persönlich nur dafür plädieren, sich immer wieder hinzusetzen und zu schauen welche Alternativen es gibt. Aber die Unternehmen und Organisationen müssten sich auch fragen, welche echten Vorteile eine Software tatsächlich bringt und welche Funktionen tatsächlich gebraucht würden. Thyen zitiert hier auch den Datenschutz, Souveränität und und GaiaX.
Letzteres, sagt er „geht ja schon mal zumindest in die richtige Richtung“, wenngleich es ratsam ist, sich die verschiedenen Initiativen genauer anzuschauen, nämlich dann, wenn die „Monopolisten“ Teil der Lösung sein sollen/wollen. Das Bekenntnis von Thyen: „Ich bin ein sehr starker Verfechter und Anhänger unserer europäischen Rechte, die in keinster Weise, niemals und gegenüber wem auch immer zur Disposition stehen dürfen. Eigentlich müsste es heißen: Das sind unsere Werte, unsere Standards … und wenn ihr hier in Europa verkaufen wollt, müsst ihr euch an diese halten.“
Cloud-Dienst, ein Obligo
Thyen holt noch weiter aus und stellt in Frage, ob es nicht nur aus Kosten- sondern auch aus Verantwortungsgründen gerechtfertigt sei, wenn sich Unternehmen in die Abhängigkeit von Cloud-Angeboten begeben: „Ist es eigentlich okay, wenn ich mich in ein langfristiges Schuldversprechen, sozusagen in ein Obligo, begebe?“ Das gehe noch weit über die Abhängigkeit von einem Softwarelieferanten hinaus.
Die Wahrnehmung von „ChatGPT“, die KI, die über Azure genutzt werden kann und die etwa in „Bing“ integriert werden soll, verdeutlicht zum Beispiel, dass die Innovationen insbesondere bei den großen Cloud-Anbietern riesige Fortschritte machen. Mit dem atemberaubenden Tempo können doch lokale Anbieter kaum mithalten.
Das ist für Thyen die Frage und die Antwort in einem. Er setzt aber hinzu: „Wir müssen in Europa Maßnahmen finden, dass wir Zukunftstechnologien entwickeln, aber auch in den Markt entlassen.“
Stand: 08.12.2025
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