Cloud-Infrastrukturen zu komplex? Nutanix macht den Daten Beine

Von Dr. Dietmar Müller

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Unternehmen fordern zunehmend einfache Lösungen für das Management immer komplexer werdender Cloud-Infrastrukturen. Nutanix will als Vorreiter der hyperkonvergenten Infrastruktur seine Erfahrung ausspielen und offeriert immer mehr Lösungen für das Infrastrukturmanagement.

Unternehmen fordern endlich einfache Lösungen für das Management immer komplexer werdender Cloud-Infrastrukturen.
Unternehmen fordern endlich einfache Lösungen für das Management immer komplexer werdender Cloud-Infrastrukturen.
(Bild: gemeinfrei, ID 652234 / Pixabay )

Der Worldwide Quarterly Enterprise Infrastructure Tracker von IDC sieht sich die Ausgaben für Cloud Computing ganz genau an. Bei der Betrachtung der Zahlen für das laufende Jahr fällt auf, dass immer mehr für die Infrastruktur und ihr Management aufgewendet wird als für jede andere mögliche Baustelle im Bereich Cloud Computing. Konkret stiegen die Ausgaben für Rechen- und Speicherinfrastrukturprodukte bei der Cloud-Bereitstellung im ersten Quartal im Jahresvergleich um 17,2 Prozent auf 18,3 Milliarden US-Dollar.

Bis zum Jahresende erwartet IDC, dass 90,2 Milliarden Dollar für die Cloud-Infrastruktur ausgegeben wurden – ein Wachstum von 22 Prozent im Vergleich zu 2021. Die Infrastruktur für Public Clouds wird im Gesamtjahr voraussichtlich um 24,3 Prozent auf 63,9 Milliarden Dollar wachsen, während die für dedizierte Clouds („Private Cloud“) den Umsatz um 16,8 Prozent auf 26,3 Milliarden Dollar steigern wird.

Infrastruktur ist neue Melkkuh der IT-Branche

Nicht-Cloud-Infrastruktur wird nur um 1,8 Prozent auf 60,7 Milliarden Dollar wachsen. IDC rechnet mit „einer anhaltend starken Nachfrage nach Public Cloud-Infrastrukturen, wobei die Ausgaben 2022 voraussichtlich erstmals die Ausgaben für Nicht-Cloud-Infrastrukturen übersteigen werden“.

„Immer mehr Unternehmen in Deutschland kommen zu dem Schluss, dass sie ihre Digitalisierungsziele nicht mit herkömmlichen Rechenzentrumsinfrastrukturen erreichen können. Deshalb setzen sie auf Cloud Computing und das heißt Softwaresteuerung auch im eigenen Rechenzentrum“, so Peter Goldbrunner, Vice President & General Manager Central Europe bei Nutanix. „Der Schlüssel ist also kein Entweder-Oder in Sachen Private und Public Cloud, sondern ein Sowohl-als-Auch und das am besten nicht nebeneinander, sondern in einem integrierten Miteinander. Das Ideal der Unternehmen in Deutschland – Umfragen bestätigen das immer wieder – ist die hybride Multi-Cloud. Sie zentral, flexibel und einfach zu managen wird damit zur Königsdisziplin der IT.“

Cloud-Infrastrukturprobleme sind altbekannt

Cloud-Infrastrukturen bestehen grundsätzlich aus integrierter Hardware und Software und offerieren immer öfter eine zentrale Managementplattform für mehrere Clouds. Es gibt sie für Private Cloud-, Public Cloud- und Hybrid Cloud-Systeme. Zudem können Infrastrukturkomponenten als Infrastructure-as-a-Service (Iaas) gemietet werden.

Peter Goldbrunner, Vice President & General Manager Central Europe bei Nutanix: „Das Ideal der Unternehmen in Deutschland ist die hybride Multi-Cloud.“
Peter Goldbrunner, Vice President & General Manager Central Europe bei Nutanix: „Das Ideal der Unternehmen in Deutschland ist die hybride Multi-Cloud.“
(Bild: Goldbrunner )

Hört sich bekannt an? Auch im Fall von konvergenten Infrastrukturen müssen alle Komponenten Hand in Hand zusammenarbeiten, leider aber auch individuell gewartet werden. Nutanix als Pionier der hyperkonvergenten Infrastruktur (HCI) setzte dem Hochskalierbarkeit und übergreifendes Management entgegen. Die Intelligenz, die bisher in den einzelnen Geräten saß, wurde durch eine, die IT-Infrastruktur überspannende, Gesamt-Intelligenz ersetzt. Über Hypervisor- und Management-Software bildet sie die gesamte Infrastruktur in einer virtuellen Umgebung ab und steuert die Funktionen der Hardware-Einheiten.

„Die Software sitzt quasi als eigene Ebene zwischen Hardware und Datenabfrage. Die Visualisierung der IT-Infrastruktur als Gesamt-Appliance ermöglicht es Unternehmen, flexibler auf den Bedarf der Services zu reagieren“, so die Expertin Sina John in CloudComputing Insider. Kurz gesagt: „Hyperkonvergente Systeme funktionieren prinzipiell wie Cloud-Dienste.“

Das macht HCI-Experten naturgemäß auch zu Experten für das Management von Cloud-Infrastrukturen generell. An erster Stelle wäre hier der HCI-Pionier Nutanix zu nennen. Seine jüngsten Vorstöße in der Sache sind die Infrastruktursoftware AO 6.1 sowie die Veröffentlichung von Nutanix Database Service (NDB) 2.4, früher Nutanix Era genannt.

Ein Betriebssystem für die Infrastruktur

Bereits vor Wochen erschienen ist die AOS 6.1-Infrastruktursoftware, die vor allem mit verbesserten Orchestrierungsfunktionen für die Hybrid Cloud auffiel. AOS 6 war Ende vergangenen Jahres freigegeben worden, zehn Jahre nach der Lancierung der ersten Nutanix-HCI-Lösung auf der VMworld 2011. Erklärtes Ziel war es, „eine Brücke zur hybriden Cloud zu schlagen“.

Zu den neuen Funktionen von AOS 6.1 gehören:

  • Memory Overcommit ermöglicht es Administratoren, eine größere Anzahl von VMs pro Host bereitzustellen, indem sie den nicht verwendeten Arbeitsspeicher kombinieren und ihn VMs zuweisen, die ihn benötigen.
  • Anforderungen an eine einzelne vdisk werden jetzt an mehrere Threads innerhalb des Kerndatenpfads verteilt, wodurch die einzelne vdisk effektiv "Sharding" wird, ohne dass eine Administratorinteraktion erforderlich ist. Das führt zu erheblichen Verbesserungen der Leseleistung für MS SQL-Workloads.
  • Die Funktionen Blockstore und SPDK ermöglichten es, NVMe und Intel Optane Drives getrennt zu nutzen, vorher wurden sie im Extent Store auf der gleichen Stufe zusammengefasst. Ähnlich wie bei hybriden HDD/SSD-Clustern führt das Nutanix Intelligent Lifecycle Management (ILM) Migrationen zwischen Datenebenen basierend auf Zugriffsmustern durch. Daten, auf die häufig innerhalb einer bestimmten Zeit zugegriffen wird, werden auf die Optane-Ebene migriert, was zu einer besseren Leistung um durchschnittlich etwa 30 Prozent über verschiedene E/A-Werte führt.
  • Integration der Verschlüsselung des Disaster Recovery (DR)-Replikationsdatenverkehrs, ohne dass VPN- oder SSL-Tunneling-Produkte von Drittanbietern erforderlich sind. Diese Funktion verschlüsselt den Datenverkehr zwischen Nutanix-Clustern sowohl für Schutzdomänen als auch für den Nutanix Leap DR-Service.
  • Ein verbesserter VSS-Provider unterstützt vollständige und inkrementelle Backups.
  • Der Autonomous Extent Store (AES), eine Funktion, um die Leistung durch Lokalisierung von Metadaten zu maximieren, kann nun vorhandener Nicht-AES-Container auf All-Flash-Cluster konvertieren.
  • Das Speicherzusammenfassungs-Widget zeigt jetzt den von Snapshots verwendeten Speicherplatz im Detailbereich an.

„Das Management hybrider Cloud-Infrastrukturen wird immer herausfordernder. AOS 6.1 kann den Datendurchsatz um etwa 30 Prozent verbessern, etwa wenn eine festplattenbasierte vollständige Wiederherstellung aus SQL Server heraus benötigt wird“, so Peter Goldbrunner gegenüber CloudComputing Insider. Mit AOS 6.1 habe sich auch die Datenbankleistung erheblich verbessert, insbesondere wenn die Gast-VM nur eine einzige Festplatte für alle Datenbankdateien verwendet. „Die zugrunde liegende Änderung wird als vdisk-Sharding bezeichnet. Grundsätzlich ermöglicht es dem Nutanix CVM, die Anzahl der Threads zu erhöhen, die zur Wartung einer einzelnen virtuellen Festplatte unter hoher Last verwendet werden.“

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Im Zentrum der Infrastruktur stehen die Daten

Das erinnert uns daran: Das Management heterogener Cloud-Infrastrukturen hat als oberstes Ziel nicht nur die Bereitstellung und Verarbeitung von Anwendungen und Workloads, sondern auch und vor allem von Daten. Neben den Infrastrukturkomponenten selbst gerät daher sehr schnell der Zugriff auf die Datenbanken ins Visier der Administratoren, denn das explosionsartige Datenwachstum in Verbindung mit einem massiven Anstieg der Datenbank-Workloads stellt eine erhebliche Herausforderung dar.

Mit seinem Database Service versucht Nutanix den Admins unter die Arme zu greifen: Der hybride Multicloud-Database-as-a-Service (DBaaS) soll Anwendern den besten Standort für die Ausführung ihrer Datenbanken – Microsoft SQL Server, Oracle Database, PostgreSQL, MySQL oder MongoDB – anzeigen: On-Premises, in Colocation-Einrichtungen oder in öffentlichen Clouds.

Der jüngst vorgestellte Nutanix Database Service 2.4 offeriert Funktionen, um die Datenbankbereitstellung in großem Umfang zu beschleunigen und Backup- und Recovery-Vorgänge zu vereinfachen:

  • Hunderte von Datenbanken lassen sich nun über Nutanix Cloud Clusters (NC2) lokal oder in der Public Cloud über eine einzige Verwaltungskonsole und API verwalten.
  • Neue Snapshot-Funktionen vereinfachen die Datenbankwiederherstellung aus Backup-Daten, die auf einem beliebigen von NDB verwalteten Nutanix-Cluster gehostet werden.
  • NDB-Kunden können ihre Backup-Daten jetzt mit verschiedenen Benutzern und Gruppen teilen.
  • Backup-Richtlinien lassen sich nun so erweitern, dass Kunden ihre Backups über mehrere Nutanix-Cluster hinweg speichern und bei Bedarf ihre Datenbank einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederherstellen können, unabhängig davon, ob die Backup-Daten lokal auf dem Datenbankserver oder auf dem Remote-Nutanix-Cluster gehostet werden.

„Anwendungen allein sind ohne Datenbanken nichts wert. Deren Administration aber ist komplex und zeitaufwendig. Dieses Problem sind wir grundsätzlich angegangen und haben das Management von Datenbanken zu einem hoch automatisierten Service gemacht, den zum Beispiel Entwickler auch als Self-Service nutzen können. Das entlastet die Administratoren, trägt zu einem besseren Betriebsklima bei und stärkt ganz nebenbei die Innovationskraft der Unternehmen, wenn sich neue Applikationen und Services schneller entwickeln und bereitstellen lassen“, betont Goldbrunner. „Interessierten Anwendern können wir im Übrigen eine kostenlose Probefahrt anbieten.“

Database Summit zum Thema

Diese Thematik stand auch im Mittelpunkt des Nutanix EMEA Virtual Database Summits 2022. Dort brachte es der Analyst Matt Kimball von Moor Insights auf den Punkt: Das Problem mit Datenbank- und Datenbankinstanzen in Unter nehmen sei – analog zum irrwitzigen Anstieg der Daten per se - deren „schiere Verbreitung“. „Genau kann man es nicht sagen, aber ich schätze, dass die durchschnittliche Anzahl der aktiven Datenbanken im Unternehmen in die Hunderte geht“, so Kimball.

Er gab auch Beispiele dafür: „MySQL ist eine sehr beliebte Datenbank auf Abteilungsebene und treibt die Funktionen auf Unternehmensebene voran. Oracle, PostgreSQL und Microsoft SQL Server dominieren das Unternehmenssegment für strukturiertes Datenmanagement. Dies sind vier verschiedene Datenbankverteilungen mit unterschiedlichen Steuerungsebenen und Verwaltungszeitplänen, wie Backup, Patching, Kapazitätsplanung, usw.“ Diese und andere Herausforderungen nehme der Nutanix Database Service (NDB) an.

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