Support-Ende von Microsoft-Produkten nutzen

Neue Lizenzen für Exchange 2010, Windows Server 2008 und SQL Server 2008

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Wilfried Platten

Das Support-Ende diverser Microsoft-Programme öffnet Systemhäusern Tür und Tor für neue Projekte.
Das Support-Ende diverser Microsoft-Programme öffnet Systemhäusern Tür und Tor für neue Projekte. (Bild: Thomas Joos)

Am 14. Januar 2020 läuft der Support für Exchange 2010, Windows Server 2008/2008 R2 und SQL Server 2008/2008 R2 aus. Unternehmen müssen spätestens dann handeln. Systemhäuser und Reseller können hier mit Rat und Tat einspringen.

Im nächsten Jahr läuft der Support für eine ganze Reihe von Microsoft-Produkten aus: Exchange 2010, Windows Server 2008/2008 R2 und SQL Server 2008/2008 R2. Microsoft plant den Support für Exchange 2010 zwar bis zum 13.10.2020 zu verlängern, das ändert aber nichts daran, dass Unternehmen handeln müssen. Ab dem Ablaufdatum werden keine Updates mehr zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass die Sicherheitsgefahr deutlich ansteigt wenn Sicherheitslücken auftauchen, die nicht mehr geschlossen werden.

Dazu kommt, dass es keine Unterstützung mehr von Microsoft bei Problemen mit dem Produkt gibt. Software, die auf dem Server installiert ist, unterstützt bei Aktualisierungen ebenfalls das Betriebssystem nicht mehr. Datenbanken, die auf SQL Server 2008/2008 R2 bereitgestellt werden, verlieren ebenfalls ihre Unterstützung und auch hier steigt die Sicherheitsgefahr deutlich an. Meistens ist es sinnvoll auf eine aktuelle Version zu wechseln.

Im nächsten Jahr läuft zudem die Unterstützung von Windows 10 Version 1709/1809 aus. Auch hier muss zu einer aktuelleren Version von Windows 10 gewechselt werden. Ende 2020 endet dann der Support für Windows 10 Version 1803 und 1903. Das zeigt, dass Unternehmen regelmäßig auch auf den Arbeitsstationen Unterstützung brauchen, um aktuelle Windows 10-Versionen zu nutzen. Hier wird Beratung bei der Bereitstellung benötigt, Schulungen für den Umgang mit neuen Funktionen und Hilfe bei der Verteilung von neuen Windows 10-Versionen.

Chance für den IT-Channel

Das Support-Ende für ein Microsoft-Produkt stellt eine Chance für Berater dar und für Unternehmen, die Lizenzen verkaufen oder vermitteln. Aber auch das Unternehmen, das neue Software-Versionen einführen muss wenn der Support ausläuft, profitiert.

Neue Serverversionen sind für aktuelle Herausforderungen der IT gewappnet. Dazu gehören moderne Sicherheitstechnologien, Funktionen wie die Unterstützung der Cloud und Container sowie eine deutlich verbesserte Leistung. Neue Serverversionen benötigen eine bessere Hardware. Auch diese muss im Rechenzentrum in Betrieb genommen werden. Hier lassen sich in vielen Fällen Server konsolidieren, zusammenlegen und neue Strukturen aufbauen, die besser an die Herausforderungen der nächsten Jahre angepasst sind. Durch eine ganzheitliche Planung profitieren Berater, Dienstleister und der Kunde selbst von den Möglichkeiten der neuen Versionen. Aktuelle Systeme bieten unter anderem hyperkonvergente Netzwerke, bei denen Hard- und Software aus einer Hand stammen und effektiver zusammenarbeiten, als veraltete Versionen von Windows-Server und SQL-Server.

Mit neuen Produkten neue Wege gehen

Endet die Unterstützung für ein Produkt, besteht die Chance für IT-Dienstleister nicht nur darin, neue Lizenzen und Hardware zu verkaufen und das Produkt zu installieren. Neue Produkte bieten immer auch neue Wege der Umsetzung und des täglichen Betriebs. Aktuelle Produkte von Microsoft, wie Windows Server 2019, Exchange Server 2019 und SQL Server 2019 sind nicht nur moderner, sicherer und schneller, sondern auch wesentlich flexibler. Genau hier ist Beratung notwendig.

Die Produkte bieten durch die Bank eine bessere Hochverfügbarkeit, die in den alten Versionen noch nicht vorhanden war. Hier muss geplant werden, ob und wie diese Lösungen eingesetzt werden sollen. Beispiele dafür sind die Datenbankverfügbarkeitsgruppen in Exchange, Always-On-Gruppen in SQL Server 2017/2019 und die zahlreichen neuen Hochverfügbarkeitsfunktionen in Windows Server 2019.

Die meisten neuen Serverversionen von Microsoft, aber auch neue Windows 10-Versionen, sind wesentlich enger an Microsoft Azure angebunden. Hier muss überlegt werden, ob eine Anbindung an die Cloud im Unternehmen gewünscht ist, und in welcher Form. An dieser Stelle ist viel Beratungsarbeit notwendig, um zu prüfen ob Funktionen aus Azure in lokalen Rechenzentren genutzt werden sollen, oder ob alte Server-Versionen in die Cloud ausgelagert werden können.

Übergangszeiten und Migrationen planen

Im Rahmen der Migration gibt es eine Übergangszeit, in der alte Systeme weiter betrieben werden. Hier ist Beratung notwendig, in welcher Form das geschieht. Am Beispiel von Windows Server 2008/2008 R2 bietet Microsoft hier verschiedene Möglichkeiten an, in der auch Wege in die Cloud möglich sind:

  • Migration zu Microsoft Azure und drei Jahre weitere Versorgung mit Sicherheitsupdates für Windows Server 2008.
  • Aktualisieren der Server auf neue Serverversionen. Dabei stehen Windows Server 2012/2012 R2/2016/2019 zur Verfügung.
  • Kostenpflichtiger Support über den Zeitraum von drei Jahren durch das Extended Security Updates-Programm.

Hier bieten sich viele Chancen für IT-Dienstleister, um zu eruieren, welche Wege beschritten werden sollen. In den meisten Fällen bietet sich eine Aktualisierung zu einer neuen Version an, in Verbindung mit den neuen Funktionen. Aber auch ein Mischbetrieb mit Microsoft Azure kann Sinn ergeben. Hier lassen sich einzelne Dienste übernehmen, oder komplette Server in die Cloud auslagern.

Editionen beachten

Am Beispiel von Windows Server 2008/2008 R2 muss geplant werden, welche Edition der neuen Serverversion zum Einsatz kommen soll. Seit Windows Server 2008/2008 R2 gibt es zum Beispiel keine Enterprise-Edition mehr. Hier muss geplant werden, ob zur teuren Datacenter-Edition gewechselt werden soll, oder zur preisgünstigen Standard-Edition. Hier sind Lizenzspezialisten gefragt, welche Edition auf den Servern notwendig ist.

Die Lizenzierung erfolgt nicht mehr auf Basis der CPUs, sondern auf Basis der CPU-Kerne. Auch die Anzahl der virtuellen Server die betrieben werden, spielt eine Rolle. Die Standard-Edition deckt nur 2 VMs und 2 Container ab. Bei der Datacenter-Edition gibt es diese Einschränkung nicht. Beide Editionen decken immer nur zwei Prozessorkerne des Hosts oder zwei logische CPUs ab. In der Standard-Edition gibt es weder Storage Spaces Direct, noch alle Funktionen in Storage Replica. In Windows Server 2019 lassen sich einzelne Volumes mit einzelnen Zielen auch in der Standard-Edition replizieren. Auch Shielded Virtual Machines fehlen in der Standard-Edition. Sollen diese Technologien eingesetzt werden, muss auf die Datacenter-Edition gesetzt werden. Nach der Installation des Servers kann durch das Einspielen

Vertriebskanäle für Windows-Server

Microsoft bietet seine Windows-Server-Systeme über zwei Kanäle an. Die Long Term Servicing Channel (LTSC) stellen die Hauptversionen von Windows-Server dar, zum Beispiel Windows Server 2016/2019. Diese erscheinen in regelmäßigen Abständen von 2 bis 3 Jahren. Per LTSC erhalten Unternehmen 5 Jahre grundlegenden Support und 5 Jahre erweiterten Support. Außerdem lassen sich optional zusätzlich 6 Jahre Premium Assurance dazu buchen. Neue Funktionen werden in dieser Zeit aber nicht in die Serverversion integriert. Semi-Annual-Channel-Versionen bieten neue Funktionen und werden zweimal pro Jahr aktualisiert.

Mit dem Semi-Annual Channel (SAC) stellt Microsoft alle 6 Monate eine neue Serverversion zur Verfügung, wie zum Beispiel Windows Server 1809 oder Windows Server 1903. Auch hier muss geplant werden, welche neue Version und Edition eingesetzt werden soll.

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