Extreme Networks EMEA Partner Conference 2019

Netzwerken aus der Cloud heraus

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Extreme Networks will als „das branchenweit erste Unternehmen für cloud-basierte End-to-End Enterprise-Networking-Lösungen“ wahrgenommen werden.
Extreme Networks will als „das branchenweit erste Unternehmen für cloud-basierte End-to-End Enterprise-Networking-Lösungen“ wahrgenommen werden. (Bild: Dietmar Müller)

„Das Geschäft mit Software ist so viel einfacher als das mit Hardware“ – diese Aussage von Ed Meyercord, President und CEO von Extreme Networks, auf der EMEA Partner Conference 2019 in Athen vergangene Woche erklärt den Schwenk des Unternehmens wohl am besten.

Als Netzwerkexperte gestartet und bekannt geworden vorrangig durch seine Switches, will das 1996 gegründete Extreme Networks nun als „das branchenweit erste Unternehmen für cloud-basierte End-to-End Enterprise-Networking-Lösungen“ wahrgenommen werden. Wie aber soll das gehen – Netzwerken aus der Cloud? Natürlich werden auch weiterhin Switches angeboten werden, nach Aussagen von Chief Technology Officer Eric Broockman gegenüber CloudComputing-Insider macht man aktuell etwa zwei Drittel des Umsatzes mit Hardware. Diese Switches liefern – nicht zuletzt dank der Akquisition von Aerohive im Juni dieses Jahres – eine ungeheure Menge an Daten. Und noch dazu sehr brauchbare. In einer Demo von „Extreme Cloud IQ“ konnte die ehemalige Aerohive-Managerin Alexandra Gates, nun als Director of Product Marketing tätig, verblüffende Informationen über die Smartphone-Nutzung der Konferenzteilnehmer extrahieren. Diese waren per WLAN an die WiFi-Access-Points von Extreme angebunden.

„Die Cloud ist der schnellste Weg zur Implementierung des Netzwerks“, erläuterte Nabil Bukhari, Chief Product and Engineering Officer. Denn darum ginge es vorrangig beim Netzwerken: Geschwindigkeit! („Abgesehen von Flexibilität, Sicherheit, Agilität etc. etc.“) Die Netzwerk-Devices liefern also sehr schnell sehr viele und noch dazu wertvolle Daten, die zunächst einmal irgendwo abgelegt werden müssen. Hier kommt erstmals die Cloud ins Spiel, oder besser gesagt die mehr als zehn Rechenzentren des Unternehmens weltweit. Daten der deutschen Nutzer landen im Rechenzentrum in Frankfurt, weil, wie Abby Strong, Vice President of Product Marketing, Extreme Networks, im Gespräch mit CloudComputing-Insider nicht müde wurde zu betonen, „Extreme Networks größten Wert auf die Einhaltung von lokalen Datenschutzbestimmungen wie der DSGVO legt.“

Extreme Cloud IQ

Um diese Daten sinnvoll nutzen zu können, kommt die Cloud ein weiteres Mal ins Spiel. Mit dem bereits erwähnten Extreme Cloud IQ, bei Aerohive ehemals als „Hive Manager“ bekannt, das als Service aus der Private Cloud bezogen, auf Instanzen der bekannten Hyperscaler abgelegt oder vor Ort betrieben werden kann, lässt sich der Netzwerkverkehr über eine einzige Management-Schnittstelle verwalten. Es handelt sich also um eine einheitliche Managementplattform für Wireless Access Points, Switches, Router und Security/NAC. Das ermöglicht Onboarding, Konfiguration, Monitoring, Troubleshooting, Reporting und viele andere Funktionen für cloudbasierte Anwendungen. „Wir sind der einzige Anbieter der Branche, der das kann“, so Strong und die deutschen Vertreter von Extreme, Henning Jungclaus, Channel Manager DACH, und Olaf Hagemann, Director of Systems Engineering DACH, unisono.

Die Extreme Cloud IQ-Anwendung setzt auf der „Extreme Cloud“-Management-Plattform auf, die sich vom Edge bis ins Rechenzentrum des Kunden erstreckt. Die APIs dafür sind offen und laden Entwickler ein, ihre Anwendungen ebenfalls darauf zu setzen. Extreme Cloud IQ erfasst pro Tag über drei Milliarden hoch instrumentierte Messages und Events – und drei Petabytes an Daten – durch die globale Präsenz der regionalen Cloud-Instanzen.

Und: „Extreme Cloud IQ ist nach ISO/IEC 27001 von der International Standards Organization (ISO) zertifiziert“, so Strong. „Extreme Networks ist der erste große Anbieter von cloud-gesteuerten Netzwerken, der von der ISO für seinen Einsatz von Best Practices und Kontrollverfahren für IT-Security-Management-Lösungen anerkannt wurde.“

Co-Pilot

Für die Auswertung dieser Daten sind verschiedene Funktionen zuständig, etwa der für den 1. April kommenden Jahres angekündigte „Co-Pilot“. Er ist einer von vier vorgesehenen Aufbaustufen – die erste ist für Kunden kostenlos, jede weitere kann mehr und kostet entsprechend auch mehr - bietet Kunden Automatisierung sowie ein maschinengesteuertes Supportchat-Fenster, das Echtzeit- und historische Informationen über ein Gerät oder einen Client durch Eingabe oder Drag-and-Drop-Funktionalität sammelt. „Echte Menschen“ sollen zusätzlich dabei helfen, so Strong im Gespräch mit CloudComputing-Insider, dass dadurch etwa Maintenance-Aufgaben angeordnet werden, noch bevor es zum Ausfall einer Netzwerkkomponente gekommen ist.

Dafür sollen zukünftige Versionen von Co-Pilot „durch den Einsatz von durch Aerohive bereitgestellte ML und KI“ proaktiv die Vergabe von Rücksendenummer (RMA) jedes Infrastrukturgeräts automatisieren, das nach seiner Einschätzung suboptimal arbeitet und über „Auto-RMA“ mit Extreme Cloud IQ verbunden ist. Ein Ersatzgerät werde proaktiv gesendet, ohne den IT-Administrator zu belasten.

Mit Co-Pilot könne auch die Frage schnell entschieden werden, ob DFS-Kanäle (Dynamic Frequency Selection) mit „Auto-DFS“ verwenden werden sollten oder nicht. Ein kontinuierliches Monitoring und ein steter Vergleich dieser wichtigen Kanäle, die mit dem staatlichen Radar geteilt werden, gibt Auskunft über Sauberkeit innerhalb eines bestimmten Netzwerks und anonym über die Extreme Cloud-Plattform. Extreme IT-Administratoren wird proaktiv das endgültige „Go/No Go“ für die DFS-Nutzung zur Verfügung gestellt. Beide neuen Funktionen sollen im ersten Quartal des nächsten Jahres veröffentlicht werden.

Messages und Events werden von der nativen Extreme Cloud IQ durch Machine Learning und Künstliche Intelligenz verarbeitet. „Es verschafft IT-Administratoren Actionable Insights und mit Co-Pilot automatisierte Unterstützung. Co-Pilot unterstützt IT-Administratoren durch Automatisierungsfunktionen, den Aufwand bei Routinearbeiten zu reduzieren, so Strong.

Analystenstimme

„Cloud-Management ist entscheidend für die digitalen Transformationsbemühungen von Unternehmen. Extreme erkennt dies und handelt. In weniger als 90 Tagen nach Abschluss der Übernahme von Aerohive Networks hat das Unternehmen überzeugende neue Automatisierungsfunktionen für ExtremeCloud IQ eingeführt und sich verpflichtet, die Funktionen der Plattform über WLAN hinaus auf die LAN-Infrastruktur zu erweitern“, urteilte Zeus Kerravala, Principal Analyst bei ZK Research. „Kunden und Partnern wird dadurch eine vollständige und bewährte End-to-End Lösung für das Management von Unternehmensnetzwerken geboten. Die Kombination aus Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Automatisierung wird den Kunden von Extreme weiterhin differenzierte Funktionen bieten. Extreme stärkt damit die Position als einer der führenden Anbieter von Cloud Management.“

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