Die Virtualisierung im Auge behalten

Monitoring virtueller Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Ales Zeman * / Florian Karlstetter

Auch im virtuellen Rechenzentrum muss ein Systemverantwortlicher eine Vielzahl von Software- und Hardware-Konfigurationen kontrollieren.
Auch im virtuellen Rechenzentrum muss ein Systemverantwortlicher eine Vielzahl von Software- und Hardware-Konfigurationen kontrollieren. (Bild: Dell Software)

Ein virtuelles Rechenzentrum ist eine komplexe Infrastruktur. Es lässt sich nur effizient betreiben, wenn die Ressourcen genau am Bedarf orientiert werden. Dazu ist der Einsatz von entsprechenden Monitoring-Tools unerlässlich.

Virtualisierung ist eine der erfolgreichsten IT-Technologien der letzten Jahre. Die Möglichkeit, einen Software-Layer zwischen die Hardware und die produktive Software einzuschieben, um so verschiedene Betriebssysteme und Applikationen auf einem physischen Hostsystem zu betreiben, bringt den IT-Abteilungen zahlreiche Vorteile: Sie können Anwendungen schneller und flexibler bereitstellen und sie sparen Aufwendungen für Investitionen und Energie. Einfacher sind Rechenzentren dadurch allerdings nicht geworden. Die schnelle Entwicklung der virtuellen Technologien hat im Rechenzentrum vielmehr zu immer komplexeren Prozessen und Infrastrukturen geführt. Um eine derartige Infrastruktur optimal verwalten zu können, muss die Administration daher jederzeit einen Überblick über die verschiedensten Software- und Hardwarekonfigurationen, Einstellungen und Workflows haben.

Zugleich haben sich aber auch die Anforderungen an die Rechenzentrums-Administration erhört: Die Aufrechterhaltung eines stabilen und performanten Betriebs genügt vielen Unternehmen heute nicht mehr. Man erwartet vielmehr zusätzlich signifikante Beiträge zur Wertschöpfung und womöglich proaktive Teilnahme an der Digitalisierung. So ausgereift die aktuellen Technologien der Virtualisierung auch sein mögen, kann dies nur in einer ständig optimierten virtuellen Landschaft gelingen. Werden an den richtigen Stellen geeignete Werkzeuge eingesetzt, so lassen sich diese Aufgaben auch in komplexen Umgebungen effizient bewältigen.

Keine Verschwendung von Ressourcen

In der Anfangsphase der Virtualisierung kam es in vielen Unternehmen geradezu zu einer Explosion der Anzahl von VMs (virtuelle Maschinen), weil ein physikalischer Rechner nach dem anderen in eine VM umgewandelt wurde. Dies führte oft zu einer Verschwendung von Ressourcen. Selbst die gemeinsame Arbeitsspeichernutzung eines Hostsystems ist nicht mehr effizient, wenn VMs mit Ressourcen konfiguriert werden, die sie gar nicht einsetzen.

Hier muss mit der richtigen VM-Größe ein Gleichgewicht zwischen der Über- und Unterprovisionierung von Ressourcen hergestellt werden. Mit Management-Tools lässt sich das problemlos bewerkstelligen. Ein Kapazitätsverwaltungstool für die Virtualisierung kann ermitteln, auf welchen VMs Leistungsengpässe auftreten und daher mehr Ressourcen benötigen, und welche über zu viele Ressourcen verfügen und sie daher verschwenden.

Diese Verschwendung von Ressourcen ist in virtuellen Rechenzentren oft schwierig festzustellen. Mitunter sind regelrechte Zombie-VMs anzutreffen – heruntergefahrene VMs, die seit Monaten nicht mehr verwendet werden –, nicht verwendete VM-Images oder sinnlose Snapshots, die nur noch altern. Die Anzahl solcher Komponenten, die alle teure Software-, Hardware- und Massenspeicherressourcen verschwenden, steigt stetig, wenn die Administration sie nicht regelmäßig und koordiniert entfernen. Ein unkontrolliert wachsendes VM-Inventar wirkt sich sowohl auf die Leistung als auch auf die Betriebsaufwendungen negativ aus.

Unkontrolliert wachsende VM-Bestände lassen sich mit einem konsistenten VM-Lebenszyklus-Management vermeiden. Durch die Implementierung von automatisierten Richtlinien und Governance erhalten Administratoren einen Überblick über den Lebenszyklus sämtlicher VMs. Durchgängige Automatisierung und Kontrolle während des gesamten Lebenszyklus machen darüber hinaus manuelle, sich wiederholende Aufgaben überflüssig, die wiederum häufig zu Fehlern führen.

Kapazitäten und Lasten richtig planen

In Netzwerken aus physischen Servern ist in der Regel immer ausreichend Kapazität vorhanden, da physische Server die verfügbare Bandbreite nur zu Bruchteilen nutzen. Durch die Konsolidierung vieler VMs auf einem einzigen Host-System summieren sich jedoch diese Bruchteile. Daher ist die richtige Massenspeicherkonfiguration für die Leistung und Verfügbarkeit einer Infrastruktur entscheidend. Das Identifizieren relevanter Informationen aus vSphere-Statistiken zur Massenspeicherleistung ist dabei nach wie vor eine komplexe Aufgabe.

Die IT-Administration muss jederzeit wissen, wie sich Massenspeicher auf die virtuelle Umgebung auswirken. Sie benötigt dafür Transparenz von den VMs bis zu den physischen Laufwerken. Mit einer einheitlichen und logischen durchgängigen Übersicht über die Virtualisierungsinfrastruktur erhält sie die erforderlichen Informationen, um die Auswirkungen von Änderungen auf die gesamte VM-Leistung zu erkennen. Ein Überwachungstool, das Massenspeicherengpässe identifiziert und per Mausklick Fehler schnell und unkompliziert beheben kann, ist unerlässlich, um optimale Massenspeicherleistung zu gewährleisten.

Ressourcenreservierungen, Speichergrenzen und Freigaben können sowohl auf einzelne VMs als auch auf den Ressourcenpool, in dem diese VMs enthalten sind, angewendet werden. Wohlmeinende Administratoren verwenden manchmal Ressourcenreservierungen und Speichergrenzen, um die Ressourcenverwendung einer VM oder eines Pools einzuschränken oder zu gewährleisten. An mehreren Punkten im Netzwerk gleichzeitig eingesetzt, kann das jedoch das Berechnen von Ressourcen erheblich verkomplizieren und die Effizienz des vSphere DRS Lastausgleichs reduzieren.

Beschränkungen von Ressourcen können erhebliche Probleme verursachen, wenn Freigaben nicht korrekt konfiguriert werden. Ressourcen in beschränkten Pools werden zuerst im Ressourcenpool aufgeteilt. Die Einschränkungen werden erst beim Auftreten von Konflikten aktiviert, was beispielsweise dazu führen kann, dass sich vier Test-VMs ein Drittel der vSphere Cluster-Ressourcen teilen, während sich die verbleibenden 50 Produktions-VMs mit den restlichen zwei Drittel der Ressourcen auskommen müssen. Eine Lösung für Leistungsüberwachung schafft hier einen Überblick über den gesamten IT-Stack und vereinfacht die Bereitstellung, die Ressourcenzuteilung und den Lastausgleich für VMs deutlich.

Auch in einer virtuellen Umgebung ist Wissen Macht. Dieses Wissen kann sich die Administration durch die entsprechenden Monitoring-Tools verschaffen. Dabei sollen sich nicht nur bereits aufgetretene Probleme gelöst werden, sondern auch eine langfristige Planung der virtuellen Umgebungen unterstützt werden.

* Ales Zeman ist Manager Pre-Sales bei Quest.

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