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Lokale Datenhaltung, aber weltweit vernetzt Microsoft startet mit Cloud-Rechenzentrumsregionen in Deutschland

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Mit dem Aufbau lokaler Cloud-Rechenzentrumsregionen in Deutschland unternimmt Microsoft einen neuen Versuch, damit Unternehmen bestimmte Kundendaten in Deutschland speichern und gleichzeitig regulatorische als auch Compliance-Anforderungen erfüllen können.

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Microsoft unternimmt einen neuen Anlauf, cloud-basierte Services mit regionalen Sicherheitsbestimmungen in Einklang zu bringen.
Microsoft unternimmt einen neuen Anlauf, cloud-basierte Services mit regionalen Sicherheitsbestimmungen in Einklang zu bringen.
(Bild: © Roman Milert - stock.adobe.com)

Mit großem Aufwand hatte Microsoft seine Cloud Deutschland in Zusammenarbeit mit T-Systems ins Leben gerufen, um sie knapp zwei Jahre später schon wieder zu beerdigen. Über die Gründe, warum das Treuhandmodell letztlich wieder aufgegeben wurde, schwurbelte Microsoft zu „veränderten Kundenanforderungen“. Immerhin hatte man schon vor dem offiziellen Ende des Treuhandmodells bereits angekündigt, Azure, Office 365 und Dynamics 365 künftig aus eigenen, lokalen Rechenzentren anbieten zu wollen.

Problematisch war wohl im Nachhinein betrachtet, die vollständige Isolation der Datensätze in den deutschen T-Systems-Rechenzentren, die sich als zu kompliziert und auch als Hemmschuh für global agierende Unternehmen herausstellte, weshalb die Microsoft Cloud Deutschland nicht im erwarteten Maße nachgefragt wurde. Nicht anders ist es zu erklären, dass Microsoft nun seine weltweiten Cloud-Lösungen aus lokalen Cloud-Rechenzentrumsregionen anbietet. Und: Die lokalen Rechenzentren sind anders als bei dem Treuhandmodell an das globale Cloud-Netzwerk von Microsoft angeschlossen.

Dabei betont Microsoft, den Prinzipien Sicherheit, Compliance, Datenschutz und Transparenz treu bleiben zu wollen. Durch die Bereitstellung der Microsoft Cloud aus einer bestimmten Region, wie zum Beispiel Deutschland, sollen Unternehmen am Weltmarkt agieren und dabei gleichzeitig lokale Anforderungen an Datenhaltung, Sicherheit und Compliance erfüllen können. Die eigenen, globalen Datacenter-Standards werden mit zusätzlichen deutschen Sicherheitsanforderungen und -zertifikaten kombiniert und aufgewertet.

Reaktion auf veränderte Cloud-Anforderungen

Für die Cloud-Nutzung haben sich in den vergangenen Jahren die regulatorischen Grundlagen hierzulande weiterentwickelt, beispielsweise mit dem Inkrafttreten der DSGVO. Parallel dazu hat Microsoft die in dem Trusted Cloud Label für vertrauenswürdige Cloud-Services festgelegten Sicherheits- und Compliance-Standards auf mehreren Ebenen über physische Rechenzentren, Infrastrukturen und Vorgänge in Azure hinweg erweitert, mit zahlreichen neuen Sicherheitslösungen wie Azure Sentinel und mehr als 90 Compliance-Zertifizierungen und -Bescheinigungen. Doch auch bei den Unternehmen hätte sich, laut Microsoft, einiges verändert. Branchenübergreifend haben demnach 73 Prozent der Unternehmen Cloud-Technologien eingeführt und in das Kerngeschäft integriert. Damit hätten sich auch die Anforderungen an Cloud-Services weiterentwickelt. Datenhaltung sei zwar nach wie vor für 72 Prozent der deutschen Unternehmen wichtig, dringlicher fragten Firmen aber globale Konnektivität, integrierbare Lösungen und neueste, intelligente Dienste nach.

Die neuen deutschen Regionen sind ab sofort für erste Kunden und Partner offen und werden in den nächsten Monaten sukzessive für weitere Kunden und Partner zur Verfügung stehen. Microsoft Azure ist der erste Dienst, der jetzt aus den deutschen Cloud-Regionen verfügbar ist. Office 365, Dynamics 365 und Power Platform, Microsofts Suite für intelligente Geschäftsanwendungen und -werkzeuge sollen voraussichtlich im ersten Quartal 2020 folgen.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de