Überblick über mehr als 15 Angebote

Homeoffice aus der Cloud

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Mit dem richtigen technischen Equipment, entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und einer durchdachten Kommunikation stellt die Arbeit im Homeoffice keine Hürde dar.
Mit dem richtigen technischen Equipment, entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und einer durchdachten Kommunikation stellt die Arbeit im Homeoffice keine Hürde dar. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In Zeiten des Coronavirus ist es besonders wichtig, die Geschäftskontinuität aufrecht zu erhalten. Bei immer mehr Mitarbeitern, die von zuhause aus ihren Job erledigen, ist eine Collaborative-Lösung unumgänglich. Heute kommt so etwas (natürlich) aus der Cloud.

„Die Maßnahmen, um das Coronavirus einzudämmen, sind mehr als sinnvoll, stellen aber gerade kleine Unternehmen und Freelancer vor große Herausforderungen“, kommentierte stellvertretend für viele Marktbeobachter Michael Moser, Vorsitzender der Geschäftsführung bei GULP. Mit Maßnahmen sind zuvorderst Heimarbeitsplätze gemeint.

Bislang haben wir uns schon den rechtlichen Aspekten des Homeoffice zugewendet, den Gadgets, um die Stimmung und die Sauberkeit am heimischen Schreibtisch zu erhöhen sowie den Möglichkeiten zur Zeiterfassung.

Wir haben uns einige der vielfältigen Optionen angesehen. Prinzipiell kann der „Digital Workplace“ ganz verschieden ausgeformt sein, vom Desktop „as-a-Service“ (DaaS) bis hin zum Thin Client ist alles drin. Entscheidend bei der Wahl ist natürlich das Aufgabengebiet – für so manchen Mitarbeiter mag ein einfaches Collaboration-Tool mehr als ausreichend sein, wieder andere müssen an SAP- oder gar CAD-Systeme angeschlossen sein – was eine entsprechend breitbandige und sichere Verbindung voraussetzt.

Aktuelle Homeoffice-Angebote

In Zeiten von Corona überschlagen sich die Anbieter von Homeoffice-Lösungen mit durchaus interessanten Angeboten. Wir haben die Offerten der vergangenen Tage gesammelt. Die Auflistung ist zwangsläufig unvollständig, das Angebot ist einfach zu groß, um es vollständig zu erfassen. Auch sind die Lösungen sehr unterschiedlich ausgeformt, bei Interesse müssen Verantwortliche den Provider kontaktieren.

  • Die Nachfrage nach Homeoffice-Lösungen, egal welcher Art, ist enorm. Die Stuttgarter Kivito GmbH hat deswegen massiv ihre Rechenzentrumskapazitäten für den selbstentwickelten Heimarbeitsplatz „deskMate Cloud Desktop Service“ erweitert. Der Desktop-as-a-Service wird in Rechenzentren in Deutschland gehostet und kostet ab 29 Euro pro Monat. Enthalten sind dann eine vCore CPU, zwei GB RAM, 40 GB HDD sowie 20 GB Traffic.
  • Mitarbeiter mit einer Cloud-Anbindung per Microsoft Office 365 inklusive Outlook, SharePoint und Teams verfügen im Grunde genommen bereits über alle erforderlichen Voraussetzungen für die Heimarbeit. Informationen dazu gibt es unter anderem im Menüpunkt „Academy“.
  • Apropos Teams: Die Hamburger Unternehmensberatung Trigonum hat Lösungen, Prozesse und Schulungen entwickelt, die auf Microsoft Teams basieren und Unternehmen dabei helfen sollen, Remotearbeit möglichst schnell und effektiv in ihr Unternehmen zu implementieren. Dafür gibt es einen 10-Punkte-Plan unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Informationssicherheit und den Datenschutz im Unternehmen.
  • Ein ähnlicher Klassiker wie Teams sind die Amazon WorkSpaces. Die Desktop-as-a-Service-Lösung (DaaS) für Windows oder Linux lässt sich auch stündlich abrechnen und lohnt sich gegebenenfalls für den Einsatz von Teilzeitkräften. Der Preisrechner gibt darüber Auskunft.
  • Open-Source-Spezialist ownCloud hat mit dem „Cloud-Office“ ein typisches Collaboration-Tool im Portfolio, das die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten in Echtzeit erlaubt. Es integriert Chat, Kommentarfunktionen, Change Tracking, Übersetzer, Sprachausgabe und vieles mehr. Einzelplätze inklusive 500 GB Speicher starten bei 15 Euro pro User und Monat.
  • Oneclick mit seinem Entwicklungszentrum in Prien am Chiemsee offeriert Home-Offices aus der Cloud mit wenigen Clicks. Im Vergleich zu klassischen VDI-Technologien sollen sich viel mehr Benutzer mit der bestehenden Infrastruktur abbilden lassen. Via Streaming eigne sich die Lösung für jede Unternehmensgröße und jedes Applikationsumfeld. Lizenzen starten im Jahresabo bei 12,50 Euro pro Monat.
  • Das Schweizer Cloudworkplace Konsortium bietet KMUs Arbeitsplatz-Lösungen innerhalb weniger Stunden an. Es stehen zwei unterschiedliche MS Windows Arbeitsplatz-Pakete mit gängigen Features und Virenschutz zur Verfügung. Das Home-Office „STANDARD“ startet bei 600 CHF pro Monat, speziell zu Corona gibt es Aktionsangebote.
  • Die STARFACE GmbH offeriert kostenlose, bis 31. Mai 2020 gültige UCC-Premium-Lizenzen für die Einrichtung digitaler Homeoffices mit Schwerpunkt auf den Telefonanschluss. Kleinbetriebe und Start-ups können die kostenlose Cloud-Anlage STARFACE UP installieren, KMU eines der Einsteigerpakete mit digitaler Homeoffice-Option.
  • Die Scopevisio AG hat eine Home-Office Unternehmenslösung entwickelt, die eine intelligente Volltextsuche, Aufgabenmanagement, Kalender und Zeiterfassung enthält. Über das Rechtemanagement kann der Zugriff auf Daten und Dokumente individuell geregelt werden. Die Lösung für den Mittelstand steht bis Ende 2020 kostenfrei zum Download bereit.
  • Die Berliner neXenio GmbH bietet mit ihrer neXboard Software ein Tool für Remote Meetings, Unterricht und Design-Thinking Workshops. Der Betrieb in der Open Deutsche Telekom Cloud ist DSGVO-konform. Die Lösung läuft im normalen Browser und kommt daher ohne weitere Softwareinstallation aus. Sie funktioniert somit gleichzeitig auf unterschiedlichen Betriebssystemen wie Windows, Mac, Linux, iOS und Android. Zudem ist eine Videochat-Funktion integriert. Für Einzelnutzer und KMUs starten die Preise bei 29 Euro pro Nutzer und Monat.
  • SimplexGate des deutschen IT-Security-Anbieters Reddoxx ist als Cloud VPN konzipiert. Der externe Zugang zu den benötigten Anwendungen wie E-Mail, CRM-System oder eine spezielle Branchenlösung lässt sich innerhalb Minuten herstellen. Dabei wird eine hochsichere VPN-Verbindung zwischen dem jeweiligen lokalen Firmennetzwerk und der speziell abgesicherten, auf strengste Datenschutzanforderungen abgestimmten Reddoxx Cloud aufgebaut. Die Lösung sorgt mittels laufend aktuell gehaltener SSL-/TLS-Zertifikate dafür, dass alle Daten ausschließlich verschlüsselt übertragen werden und für Dritte nicht einsehbar sind. Für zusätzliche Sicherheit lässt sich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
  • Die hessische Apiida AG bietet mit Apiida Mobile Authentication eine „as a Service“-Lösung auf PKI-Basis an, die die Anmeldung am Notebook ohne Passwort erlaubt und gleichzeitig Sicherheitsfunktionalitäten wie eine zertifikatsbasierte E-Mail-Verschlüsselung oder eine digitale Signatur mitbringt. Durch die Unterstützung von FIDO2 ist auch die sichere Anmeldung an Cloud-Diensten möglich.
  • Controlware aus Dietzenbach unterstützt Unternehmen gemeinsam mit den Partnern Cisco und Lifesize mit individuellen Cloud-Collaboration-Lösungen, die kurzfristig bereitgestellt werden können. Zusätzlich offeriert der Managed Service Provider eine Testphase von bis zu sechs Monaten.
  • Eine reine Sicherheitslösung für das Homeoffice offeriert DriveLock mit dem Safety Kit seiner Managed Security Services. Diese umfassen Application Control, Device Control sowie BitLocker Management als Add-on – alles aus der Microsoft Azure Cloud. Zusätzlich übernimmt DriveLock das gesamte nur einen Tag dauernde Rollout der Sicherheitsprofile zu Sonderkonditionen.
  • TAP.DE Solutions bietet verschiedene Webinare zur Absicherung von Homeoffice-Arbeitsplätzen an. Ebenfalls wurden alle TAP.DE Akademie-Trainings in virtuelle Events umgeplant.
  • Hardware gibt es auch: Mit dem Mobile Zero Client von Dynabook lassen sich Terminals im kompakten 14 Zoll-Format für mobile Mitarbeiter im Homeoffice per Plug-and-Play bereitstellen. Nach einer Erstinbetriebnahme sind die Clients sofort einsatzbereit. Sämtliche Firmendaten befinden sich dabei in der Cloud. Der Zugriff darauf erfolgt über eine virtuelle Desktop-Infrastruktur.

Praktisch alle Angebote lassen sich für einige Tage kostenlos testen. Jetzt wäre eine gute Gelegenheit dazu. Der Cloud- und Hosting-Anbieter nws.netways.de Netways Web Services stellt die Homeoffice-Apps Rocket.Chat, Jitsi und Nextcloud sogar für drei Monate kostenfrei zur Verfügung.

Tipps von CloudComputing-Insider

Bereits im vergangenen Jahr hat CloudComputing-Insider umfangreiche Tipps für die Einführung von Homeoffice-Arbeitsplätzen gegeben. Es lohnt sich beispielsweise, einen genauen Blick auf den Cloud-Provider und seinen Umgang mit Daten gemäß der DSGVO zu werfen. Auch sollten Daten beim Austausch verschlüsselt werden, Backup-Verfahren installiert und Sicherheitsmaßnahmen implementiert sein, um das Risiko von Cyber-Attacken zu minimieren.

Mit dem richtigen technischen Equipment, entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und einer durchdachten Kommunikation stellt die Arbeit im Homeoffice keine Hürde dar, sondern verhilft Mitarbeitern zu mehr Flexibilität und Zufriedenheit.

Homeoffice aus der Cloud (Teil 2)

Überblick über noch mehr Angebote

Homeoffice aus der Cloud (Teil 2)

31.03.20 - In Zeiten von Corona blüht Angebot und Nachfrage nach Homeoffice-Lösungen. Zuletzt haben wir uns mehr als 15 Lösungen unterschiedlichster Art angesehen, heute schieben wir über zehn nach. lesen

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