Weltweiter Informationsaustausch

Forestadent schützt Patientendaten mit Brainloop

| Redakteur: Florian Karlstetter

Weltweiter Informationsaustausch: Forestadent schützt Patientendaten mit Brainloop.
Weltweiter Informationsaustausch: Forestadent schützt Patientendaten mit Brainloop. (Bild: © Jürgen Priewe - Fotolia.com)

Die Bernhard Förster GmbH mit der Marke Forestadent zählt heute zu den deutschen Aushängeschildern in der modernen Kieferorthopädie. Mit der Implementierung eines sicheren Datenraums bewies das Pforzheimer Traditionsunternehmen kürzlich auch Fingerspitzengefühl beim Thema Datenschutz. Mit dabei: der Secure Dataroom der Münchner Brainloop AG.

Anbieter von Produkten für Kieferorthopädie packt Datenschutzproblem an der Wurzel: Unter Medizinern gilt der Name Forestadent längst als Qualitätssiegel in der Kieferorthopädie. Spätestens seit 2014 macht der Pforzheimer Hersteller von Brackets und Labormaterial seinem Slogan „Präzision ist unser Geschäft“ auch in IT-technischer Hinsicht alle Ehre: „Begonnen hatte alles mit den Diskussionen um den laschen Datenschutz und die mangelhafte Datensicherheit in den USA“, lässt Stephan Winterlik, internationaler Produktmanager für digitale KFO und Alignertherapie bei Forestadent, ein entsprechendes Projekt Revue passieren. „Wir machten uns deshalb auf die Suche nach einer Lösung für den Datenaustausch, die höchsten Sicherheitsstandards entspricht.“

Die hohen Ansprüche Winterliks an den Datenschutz kommen nicht von ungefähr: Als Anbieter von Lösungen für die Dentaltechnik steht Forestadent beim Datenaustausch in Verbindung mit Zahnärzten und Kieferorthopäden weltweit und ist der Verschwiegenheit für Patientendaten verpflichtet: „Wir müssen sicherstellen, dass sensible Informationen über Patienten wie Röntgenbilder oder 3D-Drucke nicht in falsche Hände geraten und Daten trotzdem sicher mit Ärzten ausgetauscht werden können.“

Keine Alternative: E-Mail oder Filesharing-Dienste aus den USA

Eher schmerzhaft waren denn auch Winterliks Erfahrungen mit der bis zum Projektstart gängigen Methode, Daten über den unverschlüsselten Service des US-Anbieters Dropbox austauschen zu müssen. So bestand mit dem Filesharing-Dienst ständig die Gefahr, dass sensible Informationen ohne Erlaubnis des Eigentümers weitergeleitet und sogar verändert werden. Auch der Umweg über ein separates Werkzeug, das Daten vor dem Versand per E-Mail auf lokalen Rechnern verschlüsselt, war für das Einsatzszenario bei Forestadent auf Dauer nicht praktikabel: „Das haben wir recht schnell ad acta gelegt, weil die Datenmengen mit bis zu 30 Megabyte doch recht groß sind für einen Transfer per E-Mail.“ Ein internes Engagement, etwa in Form eines eigenen Hostings, kam für Winterlik aus Kostengründen nicht in Frage: „Das wäre teuer geworden. Bei unseren Datenmengen ist man schnell bei 150.000 Euro für die Serverkapazität und die entsprechende IT-Infrastruktur, inklusive Programmierung für den Authentifizierungsprozess.“

Triftige Gründe also für Forestadent, professionellen Alternativen für den sicheren Datenaustausch auf den Zahn zu fühlen: Eher zufällig stieß der Projektverantwortliche aus Pforzheim nach einer Internet-Recherche schließlich auf die Lösung des Münchner Lösungsanbieters Brainloop. „Der Secure Dataroom war genau das, was wir uns vorgestellt hatten“, so die Erfahrung Winterliks nach der zehnwöchigen Implementierung.

Dabei handelt es sich um einen so genannten virtuellen Datenraum, der auf dedizierten Servern in Deutschland gehostet wird und über eine extrem hohe und doch flexible Sicherheitsarchitektur verfügt. Die Lösung erlaubt es Anwendern, gemeinsam und über Unternehmensgrenzen hinweg sicher an vertraulichen Dokumenten zu arbeiten und diese geschützt zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört eine Verschlüsselung, die sogar nach dem Download einer Datei greift. Hinzu kommen eine Integration in Microsoft Office, automatisierte Backup- und Notfallwiederherstellungsprozesse, dynamisch generierte Wasserzeichen für zusätzlichen Schutz vor einer unberechtigten Weitergabe und eine benutzerfreundliche Oberfläche.

Winterlik geht ins Detail: Nach der Erstellung eines Templates erhält jeder Mediziner einen komplett eigenen und individuell gestalteten Datenraum von Forestadent bereitgestellt. Aus dieser sicheren Umgebung heraus werden die jeweiligen Ärzte dazu eingeladen, sich mit Namen, E-Mail-Adresse und Handynummer zu identifizieren. Erst nach Bestätigung über einen SMS-Link erhält die jeweilige Person eine Freischaltung für den sicheren Datenraum.

Zu den besonderen Highlights gehört laut Winterlik die revisionssichere Protokollierung: „Ich weiß jederzeit, wer welches Dokument abgelegt, gelöscht oder gelesen hat. Außerdem kann ich per Verantwortungsgruppen definieren, welcher Anwender welche Rechte für welche Dokumente erhält“, erklärt der Verantwortliche. So sei es möglich, Ärzten beispielsweise andere Zugriffsrechte zu erteilen als Mitarbeitern von Serviceteams. „In den Datenraum kommen nur Personen, die vorab hinterlegt oder persönlich eingeladen wurden und wir können überprüfen, wer wann was mit welchen Daten getan hat“, fasst der Projektleiter zusammen.

„Wir müssen garantieren können, dass wir den Datenschutz einhalten“

Heute greifen Ärzte aus der ganzen Welt auf Server im hochsicheren Rechenzentrum in Frankfurt zu. „Wir haben Kunden aus Europa – davon rund 200 alleine in Deutschland mit einer Marktabdeckung bei Kieferorthopäden von zehn Prozent -, Asien, Nord- und Südamerika. Alle Kunden bekommen einen eigenen Datenraum in ihrer Sprache. Trotz der umfangreichen Möglichkeiten zeigt sich Winterlik von der steilen Lernkurve angetan: „Wir sind alle keine IT-Spezialisten – in der Regel reicht ein einstündiges Online-Meeting oder ein kurzes Tutorial-Video.“

Für Winterlik führt für Unternehmen beim Datenaustausch im Internet kein Weg an solchen oder ähnlichen Lösungen vorbei: „Wir müssen garantieren können, dass wir den Datenschutz einhalten, sonst drohen uns im Worst Case Klagen wegen der Verletzung der Geheimhaltungspflicht. Wenn dann noch ein Patient Schaden nimmt, kann es richtig teuer werden. Und schlafen kann ich seitdem auch ruhiger.“

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