Datenfluss sauber wie Wasser

Eine Vision für Sicherheit aus der Cloud

| Autor / Redakteur: Dr. Hongwen Zhang* / Elke Witmer-Goßner

Viele User verzichten meist aus Bequemlichkeit oder Überforderung auf ausreichende Sicherung des Web-Datenverkehrs. Service Provider sollten hier in die Bresche springen.
Viele User verzichten meist aus Bequemlichkeit oder Überforderung auf ausreichende Sicherung des Web-Datenverkehrs. Service Provider sollten hier in die Bresche springen. (Bild: © Vera Kuttelvaserova - Fotolia)

Regenwasser aus den Wolken ist destilliertes Wasser, und so sicher wie Trinkwasser aus dem Hahn. Wie würden wir aber auf einen Versorger reagieren, der verunreinigtes Trinkwasser anbietet, wie typischerweise Daten aus dem Internet mit Spam und Malware belastet sind? Das wirft ernsthafte Bedenken auf, die das gesamte zukünftige Internet betreffen.

Im Cyberspace sind es Informationen, die über die vielfältigen Knoten fließen. Und wie beim Trinkwasser sollten hier die gleichen Regeln gelten. Wenn gute Qualität geliefert wird, dann floriert das Business. Dafür müssen aber die Daten sauber bleiben, wie das Wasser. Denn auch Service Provider profitieren nur, wenn sie saubere Daten anbieten können.

Die Abwanderung von Kunden ist eines der größten Probleme der Service Provider. Die jährliche Fluktuation bei mobilen Telekommunikationsservices liegt zwischen 20 bis 40 Prozent und sie steigt mit der Entwicklung der Märkte. Es ist allgemein anerkannt, dass die Kosten für die Gewinnung eines neuen Kunden weit über denen liegen, die für den Erhalt bestehender aufgewendet werden müssen. Sie verringern die Gewinne direkt.

Was also passiert, wenn die Daten aus dem Internet verunreinigt sind? Der Kunde wird gezwungen, sich eigene Filter zu installieren oder er sucht sich andere Versorger. Anwender müssen derzeit in Anti-Virus und Sicherheitssysteme investieren, was wiederum die verfügbaren Mittel für Services verringert. Sie werden sich langfristig bessere und billigere Anbieter suchen.

Die meisten E-Mails sind ungewollt

Der konstante Druck durch ungewollten Spam – sorgfältig und kunstvoll entwickelt, um Aufmerksamkeit zu erregen – zwingt die Nutzer, sich durch die Junk-Mail-Ordner zu wühlen, um die wenigen wichtigen Nachrichten zu entdecken, die ebenso dort gelandet sein mögen. Denn mehr als 97 Prozent aller E-Mails im Internet sind ungewollt, zeigt ein Microsoft Sicherheitsreport. Das tägliche Aufkommen von Spam-Nachrichten überschritt im Jahr 2010 die 200-Milliarden-Marke. Wenn also ein Kunde das Angebot bekommt, einen sauberen E-Mail-Account zu erhalten, dann bedeutet das für den Provider der dies nicht anbieten kann, einen Kunden zu verlieren. 20 bis 40 Prozent Fluktuation sind kein normales Verhalten. Es ist ein Zeichen von Frustration. Die Frustration kann aber durch die Bereitstellung sauberer Daten verringert werden.

Große Organisationen haben bereits umfassend in Sicherheitslösungen investiert, um die besonderen Anforderungen wie erhöhte Sicherheit in Behörden, Hochgeschwindigkeitsübertragung im Finanzwesen oder Datenschutz im Gesundheitswesen zu erfüllen. Dazu kommen noch spezielle Infrastrukturen sowie ein ausgebildetes Team, um diese zu administrieren. Die tatsächlichen Zielgruppen für saubere Datenbereitstellung sind die privaten Nutzer oder kleinere und mittlere Unternehmen. Sie wollen nicht angreifbar sein, es fehlt ihnen aber an der Zeit und den Ressourcen, um für die eigene Sicherheit zu sorgen.

Zielgruppe kleine und mittlere Unternehmen

In Europa wird beispielsweise ein KMU als Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern definiert. Kleine Unternehmen haben weniger als 50 Mitarbeiter. KMUs stellen mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze bereit und schaffen mehr als die Hälfte des Sozialproduktes in der EU. Tatsächlich bilden sie das Rückgrat der europäischen Wirtschaft und haben eine Schlüsselrolle bei den Innovationen inne. Weltweit gibt es etwa 220 Millionen Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Die ökonomischen Vorteile einer sauberen Internetverbindung erschließen sich unmittelbar. Hinzu kommen die unzähligen privaten Nutzer.

Derzeit gibt es mehr als 2,1 Milliarden mobile Web-Nutzer. Gemäß dem China Mobile Security Report weigern sich etwa mehr als die Hälfte der User, Security-Software auf ihren mobilen Endgeräten zu installieren. Das mag den IT-Professional erschrecken, ist aber tatsächlich normales Verhalten, denn die Attraktivität des mobilen Web-Zugangs liegt in der Einfachheit und Direktheit. Diese Simplizität geht natürlich sofort verloren, sobald mehr Passwörter und Security-Mechanismen gefordert werden. Die Attraktivität sinkt.

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