Wie die Cloud-Umstellung erfolgreich verläuft

Drei Schritte zum „Cloud First“-Unternehmen

| Autor / Redakteur: Michael Morton, Dell Boomi / Elke Witmer-Goßner

Unternehmen straucheln nicht bei der Umstellung in die Cloud, wenn sie drei wichtige Schritte berücksichtigen.
Unternehmen straucheln nicht bei der Umstellung in die Cloud, wenn sie drei wichtige Schritte berücksichtigen. (Bild: gemeinfrei (Free-Photos - Pixabay) / CC0)

Hybride IT-Landschaften werden in den nächsten fünf bis sieben Jahren noch das bevorzugte Bereitstellungsmodell darstellen. Allerdings werden bereits ab dem kommenden Jahr nur noch 32 Prozent der Applikationen on-Premise gehostet, wie eine Umfrage von 451 Research zeigt.

Auf lange Sicht heißt die Perspektive also „Cloud first“. Michael Morton von Dell Boomi nennt im Folgenden drei Schritte, die Unternehmen bei der Umstellung auf cloud-basierte Nutzung beherzigen sollten:

1. Das ganze Unternehmen ins Boot holen
Die Implementierung der Cloud als übergreifende Maßnahme ist eine Entscheidung, die von allen Mitarbeitern mitgetragen werden muss. Der CIO muss nicht nur den Segen anderer Führungskräfte aus der C-Ebene abholen, sondern je nach Unternehmensgröße Vertreter der verschiedenen Business Units oder Produktteams involvieren. Denn überwiegend ist die Strategie zur Cloud-Adoption nicht formalisiert und somit inkonsistent. Dadurch entsteht eine Schatten-IT der einzelnen Abteilungen, also Cloud-Anwendungen, die von den jeweiligen Geschäftsbereichen unabhängig und ohne Aufsicht der IT-Abteilung eingesetzt werden. Die Folge sind Probleme bei der Interoperabilität, Sicherheit und Compliance und damit kostenintensive Ablenkungen vom Alltag.
Ein allgemeines Rahmenwerk mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, welche die Cloud-Migration standardisiert, garantiert einen reibungslosen Ablauf. Zuvor müssen wichtige Mitarbeiter auch für das Thema Cloud sensibilisiert werden und anhand von Best-Practice-Beispielen die Vorteile aufgezeigt bekommen.

2. Vorgänge und Einsparungen dokumentieren
Man spricht in Verbindung mit der Cloud von Einsparungen und Effizienzsteigerungen, doch die wenigsten Unternehmen sind in der Lage, den ROI zu quantifizieren, weil sie die Verbesserungen in den Abläufen nicht dokumentieren. Ein gutes Messsystem hebt die Unterschiede hervor und kennzeichnet kritische Punkte, die Probleme bei der Umsetzung verursachen können, wenn die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen. Auf diese Weise können Unternehmen ihre künftige Vorgehensweise beschleunigen, weil sie Klarheit über die Vorgänge liefern.
Dabei sind drei Faktoren besonders wichtig: Zum ersten die Einsparungen von Kosten für Software-Lizenzierung, Server- und Storage-, IT-Personal für Upgrades und Wartung sowie die eingesetzten Berater von Drittanbietern. Zweitens die Geschwindigkeit. Die Zeit, die benötigt wird, um eine neue Anwendung vor Ort im Vergleich zu einem Cloud-Modell zu implementieren, ist nämlich beträchtlich. Es gilt aber auch, die Zeitersparnis der Mitarbeiter einzuberechnen, die durch orts- und zeitunabhängigen Systemzugriff erzielt werden sowie Effizienzsteigerungen durch Prozess- und Workflow-Automatisierung. Und zum dritten sollten die Skaliereffekte von Kosten- und Geschwindigkeitsfaktoren im gesamten Unternehmen über mehrere Jahre hinweg dokumentiert werden. Das hilft dabei, die Skalierung von Geschäftsprozessen in einer reinen Cloud-Umgebung zu schätzen.

3. Interoperabilität sicherstellen
Hybride IT stellt eine große Herausforderung dar, wenn es darum geht, die Interoperabilität zwischen Cloud-Anwendungen und lokalen Systemen zu gewährleisten. Das gilt auch für eine reine Cloud-Umgebung. Anwendungen müssen Daten integrieren und gemeinsam nutzen, um wirklich zu funktionieren. Andernfalls ist das Personal gezwungen, die wichtigen Informationen aus verschiedenen Silos manuell zusammenzustellen. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Herausforderung. Seit Jahrzehnten nutzen IT-Teams vor Ort Middleware wie ETL-Tools (Extract, Transform and Load) und Enterprise Service Busse (ESBs), um Systeme miteinander zu verbinden und Daten auszutauschen.
Cloud-basierte Integration-Platform-as-a-Service (iPaaS) hat die On-Premise-Middleware als bevorzugten Ansatz für neue Integrationsprojekte überholt. Und das aus gutem Grund: iPaaS ist schneller, kostengünstiger und flexibler. Zudem vereinfacht es die Anwendung von Innovationen im Bereich Mobile und Internet of Things.

Planung ist die halbe Miete

Während die Cloud-Adoption immer weiter zunimmt, tut sich eine Lücke auf zwischen Unternehmen, die in der Lage sind, ihre Infrastruktur schnell in die Cloud zu migrieren und ihre Vorteile zu nutzen, und anderen, die den Status Quo an On-Premise-Anwendungen nicht so schnell verlassen können. Grund sind oft eine überhastete und inkonsistente Strategie und unzureichend gewählte Technologien. Für diese Unternehmen wird es entscheidend sein, zeitnah eine übergreifende Strategie zu entwickeln, um schnell den Weg in die Cloud zu finden und sämtliche damit verbundenen Vorteile zu realisieren.

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