Robotic Process Automation

Die Cloud – die nächste Hürde für RPA

| Autor / Redakteur: Per Stritich* / Florian Karlstetter

Intelligente Automatisierung mit Robotic Process Automation.
Intelligente Automatisierung mit Robotic Process Automation. (Bild: © BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Immer mehr Unternehmen führen Robotic Process Automation (RPA) ein. Das Analystenhaus Gartner sah in RPA das am schnellsten wachsende Enterprise Software-Segment weltweit mit einem Umsatzwachstum von 63,1 Prozent auf 846 Millionen US-Dollar im Jahr 2018. Dieses Jahr soll der Umsatz sogar 1,3 Milliarden US-Dollar erreichen. Trotz dieser signifikanten Wachstumszahlen steht RPA noch am Anfang.

Wohin diese Technologie weltweit agierende Unternehmen ebenso wie die Gesellschaft führen wird, steht noch nicht fest. Bei der von IDG durchgeführten „Future of Work” Studie gaben 86 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass „die Arbeit von Menschen, KI-Systemen und Automatisierung bis 2020 gut integriert sein muss“. Nur zwölf 12 Prozent sagten allerdings, dass ihre Unternehmen dies „bereits heute wirklich gut machen“.

Um die RPA-Akzeptanz zu beschleunigen, muss die Technologie breiter zugänglich und leicht skalierbar sein. Ziel ist es, dass auch nicht-technische Nutzer ihre eigenen funktionsspezifischen Software-Bots erstellen können. Die Technologie muss die integrierte künstliche Intelligenz (KI) einsetzen. Nur dann ist eine intelligente RPA-Plattform überhaupt möglich. Diese ist dann intuitiver zu bedienen und leistungsfähiger als jemals zuvor.

Ein weiterer wichtiger Punkt: RPA muss über eine Vielzahl von Kanälen verfügbar sein. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen des CompTIA-Berichts „2018 Trends in Cloud Computing“ gibt an, dass 31 Prozent bis 60 Prozent ihrer IT-Systeme in der Cloud liegen. Angesichts der Vorteile, die die Cloud hinsichtlich Flexibilität und Kosten bietet, verwundert es nicht, dass „81 Prozent der Unternehmen sagen, dass die Cloud ihre Bemühungen um die Automatisierung stark verbessert oder zumindest moderat erhöht hat.“ Organisationen suchen definitiv nach Möglichkeiten, die Cloud zu optimieren und sie bestmöglich zu nutzen.

Kombinieren Unternehmen diese Geschäftsanforderungen – also RPA mit integrierter KI, das sich von jedem Mitarbeiter mit Web-Zugriff nutzen lässt – entsteht eine Cloud-basierte intelligente RPA-Plattform. Diese ist leicht zugänglich, einfach zu bedienen und zu skalieren. Sie arbeitet außerdem mit allen Applikationen zusammen, egal, ob on-premise (Im Unternehmen, auf dem Desktop oder einem Server) oder in der Cloud.

Heute verändert die Cloud-basierte Architektur radikal, wie wir über die Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung von Anwendungen denken. Cloud-native RPA, das Prozesse und Workflows innerhalb eines Unternehmens ausführt und orchestriert, ist das nächste Puzzle-Teil einer intelligenten Automatisierung, zumindest für Firmen, die die Vorteile der Technologie nutzen möchten.

Cloud-native versus Pseudo-Cloud

Was genau bedeutet aber der Begriff „Cloud-native“? Laut der Cloud Native Foundation bedeutet es, dass die gesamte Anwendung – von der Steuerungsebene bis hin zur Datenebene – entwickelt wurde, um die Möglichkeiten der Cloud komplett auszuschöpfen. Cloud-native Applikationen nutzen Funktionen, die in Containern (wie Kubernetes), oder als Microservices (Sammlungen lose vernetzter, unabhängiger Services) auf einer elastischen Cloud-Infrastruktur bereitgestellt werden – und zwar durch agile DevOps Prozesse und über kontinuierliche Delivery-Workflows.

Kurz gesagt, Cloud-native ist viel mehr als nur die Virtualisierung einer on-premise Anwendung und deren Bereitstellung über die Cloud. Um das Konzept richtig umzusetzen, müssen Unternehmen ihre Anwendungen auf eine komplett neue Art und Weise implementieren, bereitstellen und betreiben. RPA-Anbieter haben ihre Anwendungen traditionell für den on-premise Einsatz entwickelt. Aufgrund der wachsenden Nachfrage wurde diese Software dann in die Cloud migriert. Dieser Ansatz wird umgangssprachlich „Cloud-washed“-Architektur genannt. Der Nachteil dieser Vorgehensweise: Die IT-Teams müssen traditionelle Software und Infrastruktur weiterhin umfangreich implementieren und warten. Die Organisationen profitieren aber nicht von den Vorteilen einer Cloud-native Architektur.

RPA in die Cloud bringen

Die RPA-Branche spiegelt momentan noch nicht die Präferenz der Unternehmen für Cloud Computing. Dies verzögert die Einführung der Anwendungen entsprechend. Dabei bieten Cloud-native, intelligente RPA-Implementierungen enorme Vorteile.

Cloud-native RPA funktioniert für Anwender als Self-Service-Technologie, auf die sie über eine webbasierte grafische Benutzeroberfläche zugreifen können – jederzeit und von jedem Ort. Mit einem einzigen Klick oder einer Drag-and-Drop-Bewegung können Nutzer die Teile jeder Aufgabe automatisieren, die keine menschliche Kreativität, Problemlösungsfähigkeit, Empathie oder Urteilsvermögen erfordern.

Wie bei allen gängigen Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen können Benutzer über eine intuitive Weboberfläche im Browser die benötigten Elemente erstellen. Für viele gängige Bots ist außerdem keine Codierung erforderlich. Große Client-Downloads, die installiert und verwaltet werden müssen, gehören ebenso der Vergangenheit an wie zu speichernde Befehle. Die Automatisierung sowie die Prozesse werden per Drag-and-Drop-Funktionalität und Flussdiagrammen dargestellt.

Da es keine Software-Clients gibt, muss sich die IT-Abteilung nicht um die Bots kümmern. Die Kosten für das Infrastruktur-Management entfallen ebenfalls – so lässt sich auch der Total Cost of Ownership (TCO) deutlich reduzieren. Auch die IT-Teams sehen die Vorteile von RPA: Die Software ist immer auf dem aktuellen Stand. Darüber hinaus ist es nicht notwendig bei neuen Funktionen oder Korrekturen Updates auf allen Rechnern zu fahren. Eine kontinuierliche Integration, Bereitstellung und entsprechende Methodologien gewährleisten, dass die neueste RPA-Technologie nahtlos implementiert wird.

Per Stritich, Vice President Central & Eastern Europe, Automation Anywhere.
Per Stritich, Vice President Central & Eastern Europe, Automation Anywhere. (Bild: Sebastian Widmann / Automation Anywhere)

Darüber hinaus bietet eine ideale RPA-Plattform die Möglichkeit, Daten nativ in der Cloud, on-premise oder in einem Hybrid-Modus bereitzustellen. Bei letzterem sind die Daten on-premise gespeichert, werden aber in der Cloud orchestriert. Da der gleiche Software-Stack sowohl in der Cloud als auch on-premise läuft, müssen Entwickler ihre Bots nicht neu erstellen, wenn sie in einer hybriden Umgebung arbeiten – dies ist heute in vielen Unternehmen bereits die Realität. So lässt sich eine intelligente Automatisierung nahtlos von on-premise bis hin zur Cloud ohne zusätzliche Management-Kosten oder eine höhere Komplexität implementieren.

Die Vorteile von Cloud-basierten Architekturen erstrecken sich über alle Bereiche – in Bezug auf Skalierbarkeit, Management, Sicherheit, Kosten und einfache Zugänglichkeit – und bieten gleichzeitig allen Anwendern ein hervorragendes Erlebnis.

Der Autor: Per Stritich ist Vice President Central & Eastern Europe bei Automation Anywhere.

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