Public-Cloud von Telekom und Huawei

Deutsche Amazon-Konkurrenz mit chinesischer Basis

| Redakteur: Klaus Länger

Das Bild des Amazonas-Deltas als Symbol für das Cloud-Ökosystem bei der Keynote des Huawei-Chefs Eric Xu ist nicht zufällig gewäht. Der Hauptgegner ist Amazon. Und man will ihn gemeinsam mit Telekommunikationsfirmen wie der Deutschen Telekom angehen.
Das Bild des Amazonas-Deltas als Symbol für das Cloud-Ökosystem bei der Keynote des Huawei-Chefs Eric Xu ist nicht zufällig gewäht. Der Hauptgegner ist Amazon. Und man will ihn gemeinsam mit Telekommunikationsfirmen wie der Deutschen Telekom angehen. (Bild: VBM-Archiv)

Die Deutsche Telekom hat auf dem Huawei Cloud Congress ihre Pläne für eine deutsche Konkurrenz zu Amazons AWS oder Microsofts Azure präsentiert. Denn die Public Cloud der Telekom entsteht in Kooperation mit Huawei.

Huawei und die Deutsche Telekom arbeiten bereits seit zehn Jahren zusammen. Schließlich ist der chinesische Konzern einer der führenden Netzwerkausrüster für die TK-Industrie. Nun wird die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Cloud noch ein gutes Stück enger: Huawei wird die Hard- und Software-Basis für das Public-Cloud-Angebot liefern, mit dem die Deutsche Telekom Amazon, Microsoft und Google Konkurrenz machen will.

Dabei hat Huawei aber wohl vor allem Amazon im Visier, und sieht dabei in Carriern wie der Telekom den optimalen Partner. Schließlich ist dieser auch schon im Cloud-Business aktiv, etwa mit der weltweit größten SAP-Cloud.

Laut Jörn Kellermann, Senior Vice President Computing Services & Solutions bei T-Systems, soll die Public-Cloud-Lösung komplett als Telekom- beziehungsweise T-Systems-Angebot vermarktet werden. Wie Kellermann in Shanghai erklärte, soll sie zwar im Rahmen des Digital-Silkroad-Programms auch chinesische Firmen ansprechen, die auf den deutschen Markt expandieren wollen. Das primäre Zielpublikum seien aber deutsche oder andere europäische Firmen. Die Spannbreite reiche hier von der Ein-Mann-Firma bis hin zum Großbetrieb.

Datenschutz als Verkaufsargument

Das Hauptargument für die kommende Public-Cloud-Lösung der Telekom wird laut Kellermann im Datenschutz liegen. Denn die von Huawei gelieferten Server und Storage-Systeme werden im neuen Twin-Core-Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg installiert und unterliegen den deutschen Datenschutzbestimmungen. Die Prozesse werden durch die Telekom gesteuert. Die von Huawei verwendete Software wie etwa CloudOS FusionSphere steht unter einer Open-Source-Lizenz. Bei proprietärer Software hat die Telekom Zugriff auf die Quelltexte.

Start zur CeBIT 2016

Derzeit läuft die Telekom-Public-Cloud im Testbetrieb mit 30 Teilnehmern aus allen Bereichen, teilweise auch großen Enterprise-Kunden. Die Zahl der Testteilnehmer wird schrittweise erweitert. Zur CeBIT 2016 soll das Cloud-Angebot dann allgemein verfügbar sein. Für kleinere Kunden wird das Angebot unter Telekom-Label laufen, für Großkunden über T-Systems. Bei der Preisgestaltung will sich die Telekom an Amazons AWS orientieren. Laut Kellermann ist auch eine Zusammenarbeit mit IT-Systemhäusern und Fachhändlern geplant, um so potenzielle Kunden aus dem Mittelstand zu gewinnen. Wie diese Kooperation aussehen wird, steht noch nicht fest. Auch über ein Reseller-Modell wird nachgedacht.

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