Alternativen zu VMware Horizon CloudVirtuelle Desktops: neue Horizonte jenseits von VMware
Von
CTO und CISO Anna Kobylinska
und
Filipe Pereira Martins
10 min Lesedauer
Mit der VMware-Akquise durch Broadcom kommt in den Markt für virtuelle Desktops plötzlich Bewegung. Viele Nutzer von VMware Horizon und Horizon Cloud sind angesichts neuer Lizenzbestimmungen verunsichert und suchen nach Alternativen.
Es muss nicht immer VMware sein: Virtuelle Desktop- und DaaS-Angebote sind in der IT-Branche heute beinahe allgegenwärtig und fast jedes Unternehmen hat eine solche Lösung im Einsatz.
(Bild: conceptcafe - stock.adobe.com)
Desktop-Virtualisierung „mobilisiert“ die moderne Arbeitswelt zu einer höheren Agilität: Virtuelle Desktops transportieren den digitalen Arbeitsplatz überall dorthin, wo er gerade benötigt wird. Sie sind aus der Ferne sicher zugänglich und dennoch an einer zentralen Stelle wartbar. Mit virtuellen Desktops steht und fällt in vielen Firmen die Produktivität.
Desktop-Virtualisierungstechnologien entkoppeln das Betriebssystem und die Anwendungen von der Hardware und der Infrastruktur. Die gesamte Arbeitsumgebung wird in einem Image erfasst und auf einem Server gesichert (entweder on-premises wie bei VDI oder in der Cloud wie im Falle von DaaS). Das resultierende Image lässt sich via Netzwerk starten und die benötigte Arbeitsumgebung auf einem nahezu beliebigen entfernten Endgerät bereitstellen. Das Endgerät darf auch gerne ein anderes Betriebssystem nutzen, die Apps laufen ja eh im virtuellen Desktop. So erhält jeder Mitarbeiter Zugriff auf seine Desktop-Anwendungen und Daten unabhängig von seinem aktuellen Standort und der vorhandenen Hardware.
Die Vorteile der Desktop-Virtualisierung beschränken sich nicht auf die „Mobilisierung“ der Produktivität oder die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Desktop-Virtualisierung fördert die Datenkonsolidierung und verhindert die Entstehung von Datensilos, was ja hoffentlich nicht zuletzt dem Datenschutz zugutekommt. Auch die Anwendungen werden zentral eingerichtet und zentral gewartet. Dank der niedrigen Systemanforderungen an die Hardware der Endgeräte verlängern sich die Erneuerungszyklen, auch wieder ein Plus.
Zeit, den eigenen Horizont zu erweitern?
VMware bietet mit einer Lösung namens Horizon Cloud eine hybride DaaS-Plattform für die Bereitstellung von Windows-Desktops und -Applikationen. Sie ist verfügbar in der VMware Cloud auf AWS, Microsoft Azure oder der eigenen VMware-Infrastruktur des Unternehmens. Für viele Organisationen war Horizon Cloud in der Vergangenheit die erste Wahl. Doch der neue Eigentümer Broadcom macht gerade einen Frühjahrsputz. Manche Nutzer befürchten Überraschungen wie Preiserhöhungen und suchen vorbeugend schon mal nach Alternativen.
In der Welt der Desktop-Virtualisierung haben sich zwei zentrale Konzepte etabliert: VDI (kurz für Virtual Desktop Infrastructure) und DaaS (Desktop-as-a-Service). Das Ziel ist in beiden Fällen gleich: Arbeitsplatz-Mobilität durch Virtualisierung. Der Unterschied liegt in der Art der Implementierung der Verwaltungsfunktionen und der Bereitstellung.
Bei VDI erfolgt die Bereitstellung aus einem Rechenzentrum des Unternehmens oder einer privaten Cloud und wird von der eigenen IT-Abteilung verwaltet. Im Gegensatz dazu ist bei DaaS von dem gemanagten Service eines Cloud-Anbieters die Rede. In beiden Fällen werden die Desktops zentral gehostet und für Benutzer auf ihren Endgeräten als Dienst zugänglich gemacht.
Die nahezu prohibitiven Lizenz- und Administrationskosten von konventionellem VDI stellen den Nutzwert von diesen Lösungen in Frage. Für viele Firmen kleinerer und mittlerer Größe geht die Rechnung erst mit DaaS auf. DaaS-Anbieter verwalten für den Kunden die zugrundeliegende Infrastruktur, Softwarelizenzen, Datensicherung und alles Drum und Dran. Die Nutzer dieser Dienste kommen so mit minimaler Komplexität und potenziell deutlich geringeren Kosten in den Genuss einer Desktop-Virtualisierung aus der Cloud, die sich vor VDI nicht zu verstecken braucht.
Azure Virtual Desktop (AVD), die RDS-Ablösung?
Microsoft wirft schon mal gerne mit dem Begriff „Azure DaaS“ um sich. Aber Vorsicht! „Azure DaaS“ versteht sich als ein Konzept, bestenfalls als allgemeine Produktkategorie, es gibt jedoch kein Produkt mit diesem Namen. Der passende DaaS-Dienst aus dem Hause Microsoft nennt sich Azure Virtual Desktop (kurz: AVD).
Mit AVD bietet Microsoft eine „VDI-Lösung aus der Cloud“ für „sichere Remote-Desktop- und -App-Erlebnisse“. AVD verspricht einen hohen Grad an Flexibilität und Kontrolle mit exklusiver Unterstützung für Windows 11 (und Windows 10) sowie Multi-Session-Kosteneinsparungen. Eigentlich gibt es im Hause Microsoft zwei konkurrierende Lösungen für diese Aufgabe, nämlich: AVD (Azure Virtual Desktop) und RDS (Remote Desktop Services). Erstere ist ein Cloud-Dienst mit Aussichten auf fortlaufende Kontinuität, letzteres ist eine existenzbedrohte „Legacy“.
Im Falle von Microsoft Remote Desktop Services (RDS) handelt es sich um eine Serverrolle in Windows Server für den Fernzugriff auf grafische Desktops und Windows-Anwendungen. RDS war eine Zeitlang die Plattform der Wahl zum Erstellen von Virtualisierungsumgebungen, die Bereitstellung individueller virtualisierter Anwendungen, sicheren mobilen und Fernzugriff auf Desktops und der Möglichkeit für Endbenutzer, Windows-Anwendungen und -Desktops in der Cloud auszuführen.
Stand: 08.12.2025
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Zwar soll RDS mindestens bis zum Jahre 2026 Unterstützung erhalten, doch Microsoft hat die Nutzungsbedingungen — in einigen Fällen offensiv, in anderen eher diskret – für diese Technologie nach und nach restriktiver ausgelegt. Obwohl es noch kein konkretes End-of-Life-Datum für Desktop-Virtualisierung mit RDS (und Windows Server) gibt, scheint der Tag immer näher zu rücken. Viele Unternehmen nutzen RDS, um eine virtuelle Desktopinfrastruktur (VDI) in ihren eigenen Rechenzentren oder über Drittanbieter zu hosten und virtuelle Desktops für entfernte Nutzer bereitzustellen. Für diesen Ansatz dürfte bald das letzte Stündlein geschlagen haben.
Microsoft favorisiert nämlich den eigenen gehosteten Dienst, Azure Virtual Desktop (AVD). Das ist mittlerweile nicht zu übersehen. Nur AVD, nicht jedoch RDS, unterstützt Mehrbenutzer-Editionen von Windows-Betriebssystemen für Endbenutzer. Diese Funktionalität erlaubt es Kunden, virtuelle Desktops mit geringeren Ressourcen zu hosten. So ist aber Windows Server die einzige Mehrbenutzer-Option für RDS auf der Seite des Windows-Clients. Der Anbieter beschränkt allerdings die Unterstützung für Microsoft 365 Apps (früher bekannt als Office 365 ProPlus) beim Einsatz in der Umgebung von Windows Server. Das hat natürlich direkte Auswirkungen auf Kunden mit lokalem RDS.
Tief im Inneren von Azure Virtual Desktop in der Cloud.
(Bild: Martins/Kobylinska - Microsoft)
Mit dieser Produktpolitik fördert Microsoft den Einsatz seiner cloudbasierten Lösung, Azure Virtual Desktop (AVD), für virtuelle Desktopinfrastrukturen und Mehrbenutzersitzungen, zum Leidwesen jener Organisationen, die auf ihre lokal gehosteten RDS-Umgebungen auf Windows Server vertrauen. Für jene Kunden – unabhängig davon, ob sie Microsoft 365 Apps verwenden – könnte dies bedeuten, dass sie ihre Bereitstellungsstrategie überdenken oder zusätzliche Schritte unternehmen müssen.
Microsoft 365 Apps für Unternehmen (der ehemaligen Office 365 ProPlus Suite) boten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Windows Server 2022 gar keine Unterstützung dafür. Im Oktober 2022 gab Microsoft den zahlreichen Kundenbeschwerden nach und stimmte zu, dass Microsoft 365 Apps für Unternehmen auf Windows Server 2022 bis Oktober 2026 lauffähig bleiben, was dem Ende der Mainstream-Unterstützung für Windows Server 2022 entspricht. Im Falle von Windows Server 2019 und 2016 läuft sie nur noch bis Oktober 2025. Es ist ungewiss, was Microsoft für zukünftige Versionen von Windows Server diesbezüglich geplant hat. RDS-Nutzer sollten nicht auf Unterstützung wetten. Die bevorzugte Lösung für Remote-Desktops mit Microsoft 365 Apps für Unternehmen ist AVD.
Dennoch ist die Zurückhaltung der Unternehmen leicht nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu AVD lässt sich RDS mit vollständig vom Internet getrennten Geräten nutzen, erfordert kein Azure-Abonnement und lässt sich sogar in Clouds von Drittanbietern betreiben. Letzteres dürfte Microsoft ein Dorn im Auge sein. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Tage von RDS gezählt sind. Azure Virtual Desktop bleibt dann die einzige Microsoft-Lösung.
Amazon WorkSpaces – Alternative für Profis
AWS bietet mit Amazon WorkSpaces eine umfassende Desktop-as-a-Service-Lösung mit Unterstützung für Laptops, iPads und Android-Tablets an. AWS stellt die Desktops in einer virtuellen privaten Cloud (VPC) bereit und weist jedem ein Speicherverzeichnis zu. Der Dienst unterstützt die Integration mit Microsoft Active Directory (AD) über den AWS Directory Service AD Connector oder eine Vertrauensstellung (damit ist eine Konfiguration gemeint, bei der zwei oder mehrere unterschiedliche Systeme oder Domänen sich gegenseitig vertrauen und Authentifizierungsdaten oder Identitäten von Benutzern ohne separate Anmeldung austauschen können). Darüber hinaus unterstützt es die Integration mit Active Directory und Radius für eine nahtlose Migration von Identitäts- und Berechtigungsmanagement sowie die Bereitstellung von persistentem Speicher für jeden Benutzer, wobei die Daten bei erneuter Verbindung des Benutzers aus S3 wiederhergestellt werden. So lassen sich bereits vorhandene Konfigurationen und Gruppenrichtlinien weiterhin nutzen.
Amazon WorkSpaces glänzt durch flexible Lizenzierungsmöglichkeiten, Verwaltung von Berechtigungen und Speicherkapazitäten. Es besteht für Unternehmen die Möglichkeit, eigene Lizenzen für Windows mitzubringen (Stichwort: Bring Your Own License, BYOL), um Kosten zu sparen, sofern bestimmte Anforderungen erfüllt sind. Die BYOL-Option für Windows setzt zum Beispiel die Bereitstellung von mindestens 200 Arbeitsplätzen in der jeweiligen Region voraus.
Trotz der Flexibilität in der Preisgestaltung kann AWS WorkSpaces für Organisationen mit vielen Nutzern oder erweiterten Anforderungen teuer werden. Die Einrichtung und Verwaltung von AWS WorkSpaces erfordert fundierte Kenntnisse über AWS-Services. Für Unternehmen ohne spezialisiertes AWS-Know-how kann dies eine erhebliche Herausforderung darstellen.
Citrix besticht mit Flexibilität und Funktionalität
Mit einer Lösung namens Virtual Apps and Desktops bietet Citrix eine leistungsstarke Alternative zu VMware Horizon Cloud. Sie kombiniert starke Performance mit ausgereiften Sicherheitsfeatures wie robuster Datenverschlüsselung und granularer Zugriffs- und Auditkontrollen für die stringentesten Compliance-Anforderungen.
Die Plattform ist bekannt für ihre hohe Flexibilität und umfassende Funktionalität. Ein wesentlicher Vorteil von Citrix liegt in der ausgezeichneten Unterstützung für eine breite Palette von BYOD-Endgeräten, von PCs und Macs bis hin zu Smartphones und Tablets. Die HDX-Technologie von Citrix bietet fortschrittliche Netzwerkoptimierungsfunktionen für die Übertragung von grafikintensiven Anwendungen und Multimedia-Inhalten über weite Strecken, um eine konsistente Benutzererfahrung zu ermöglichen.
Citrix Desktops und Apps im Rechenzentrum (links) versus in einer Cloud-Bereitstellung im Rahmen der übrigen Unternehmens-IT (rechts, in der blauen durchgestrichelten Umrandung).
(Bild: Martins/Kobylinska - Citrix)
Citrix verfügt über ein umfangreiches Netzwerk an Partnern und Dienstleistern in Deutschland, die bei der Implementierung, Verwaltung und Unterstützung von DaaS-Lösungen insbesondere in anspruchsvollen Anwendungsfällen wertvolle Hilfe leisten können. Citrix arbeitet beispielsweise mit Cancom GmbH zusammen, um hochsichere virtuelle Desktops für Gesundheitseinrichtungen verfügbar zu machen. So erhält beispielsweise medizinisches Personal einen nahtlosen Remote-Zugriff auf hochauflösende Röntgenbilder und andere Patientendaten.
Systemintegratoren und Beratungsunternehmen im Citrix-Ökosystem sind oft auf bestimmte Branchen oder bestimmte Technologien spezialisiert und bieten maßgeschneiderte Dienstleistungen an, die von der Beratung über die Implementierung bis hin zum Support reichen. So betreut die MSG Services AG Citrix-Kunden unter anderem im Zusammenhang mit Citrix Virtual Apps and Desktops, der Client-Anwendung Citrix Workspace, Citrix ADC (Application Delivery Controller), Citrix Endpoint Management und Citrix Content Collaboration. Die Heinrich Schmid Unternehmensgruppe hat vor einigen Jahren mit Unterstützung der MSG Services GmbH den Cloud-Dienst Citrix Virtual Apps and Desktops neben dem VMware User Environment Manager und Microsoft Windows-Server als einen Schritt im Rahmen der digitalen Transformation des Unternehmens eingeführt.
Citrix arbeitet mit mehreren Cloud-Anbietern zusammen, darunter Microsoft Azure, Amazon Web Services und Google Cloud, um die breite Verfügbarkeit seiner DaaS-Dienste zu gewährleisten.
Parallels – gute Wahl, doch auch in Zukunft?
Parallels bietet mit RAS (kurz für Remote Application Server) eine Lösung zur Bereitstellung virtueller Desktops und Anwendungen, die für ihre niedrigen Kosten und die benutzerfreundliche Implementierung bekannt ist. Parallels RAS ist insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sehr beliebt.
Was gegen den Umstieg auf Parallels RAS spricht, sind die ungeklärten Zukunftsaussichten des Anbieters. Parallels, eine Marke von Corel, segelt aufgrund der turbulenten Vorgeschichte der Unternehmensgruppe ins Ungewisse. Corel, bekannt für renommierte Softwarelösungen wie WinZip, MindManager, Parallels und CorelDraw, hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Seit August 2003 ist Corel unter der Kontrolle von Wagniskapital, zuerst Vector Capital, seit Juli 2019 Kohlberg Kravis Roberts. Insofern steht die Zukunft dieser ausgezeichneten Softwarelösung im Rahmen des Corel-Portfolios auf wackeligen Beinen.
Frame adressiert in erster Linie jene Unternehmen, die eine Hybrid- oder Multi-Cloud-Strategie verfolgen. Diese vielversprechende Plattform für Desktop-as-a-Service (DaaS) stammt aus der Feder von Nutanix, einem Infrastrukturspezialist aus dem kalifornischen San Jose. Frame kam im Mai 2023 unter das Dach von LLR Partners, einer Private-Equity-Gesellschaft.
Im Rahmen dieser Übernahme soll Frame mit Dizzion verschmelzen, einem der Marktführer im Bereich der verwalteten DaaS-Lösungen mit Präsenz auf AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, und on-premises auf Nutanix AHV. So entsteht, wenn alles nach Plan läuft, einer der größten „reinen“ DaaS-Anbieter auf dem Markt mit einer umfassenden Palette von DaaS-Lösungen für ein noch breiteres Spektrum an Anwendungsfällen und betrieblichen Anforderungen. Das fusionierte Unternehmen hat sich die Marktführerschaft zum Ziel gesetzt, noch ist es aber nicht so weit. Die kühnen Pläne werfen für Unternehmenskunden eher zahlreiche Fragen hinsichtlich der Positionierung von Frame im Rahmen des künftigen Produktportfolios auf. Bisher sind diese ja offen.
VMware ist nicht aus dem Rennen
Die Verfügbarkeit von Desktop-Virtualisierung aus der Cloud hat die Zugänglichkeit und Skalierbarkeit dieser Technologie erheblich erweitert. Virtuelle Desktop- und DaaS-Angebote sind in der IT-Branche heute beinahe allgegenwärtig. Fast jedes Unternehmen hat eine solche Lösung im Einsatz.
Doch nicht alle Angebote halten, was sie versprechen, und nur einige ihrer Anbieter – wie Microsoft und Citrix – blicken auf eine halbwegs sichere Zukunft. Im Falle von Microsoft ist besondere Aufmerksamkeit geboten: Mit RDS und AVD bietet das Unternehmen zwei ähnliche, aber in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit unterschiedlich ausgerichtete Lösungen an. Wer langfristige Planungsstabilität anstrebt, für den könnte RDS ein Fehltritt sein. Microsoft Azure Virtual Desktop (AVD) erscheint in diesem Kontext als die weitaus zukunftsfähigere Option. Bei Parallels Remote Application Server (RAS) von Corel und im Falle von Frame (zuvor Nutanix Frame) ist ebenfalls Vorsicht geboten.
Cloudbasierte Dienste wie Microsoft Azure Virtual Desktop (AVD) und Citrix Virtual Apps and Desktops Service bieten Unternehmen die Möglichkeit, virtuelle Desktops bereitzustellen, ohne eigene Rechenzentren betreiben zu müssen. Dank der flexiblen Preismodelle einer Cloud-Bereitstellung leiten sich die Kosten dieser Dienste von der tatsächlichen Nutzung ab.
VMware, nun unter dem Namen „VMware by Broadcom“ bekannt, könnte im Übrigen weiterhin eine solide Wahl darstellen. Die verstärkte Fokussierung auf Großkunden und das ungewisse Abonnement-Preismodell zählen zu den Risiken dieser technisch praxisbewährten Lösung. Herausforderer wie Frame und Dizzion dürften dennoch für die eine oder andere Überraschung sorgen.
* Das Autorenduo Anna Kobylinska und Filipe Pereia Martins arbeitet für McKinley Denali, Inc., USA.