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Deutsche Marken verlieren an Wert Das sind die wertvollsten Marken weltweit

Autor: Sarah Gandorfer

Die 100 wertvollsten Marken der Welt wachsen insgesamt um 277 Milliarden US-Dollar, dabei sind Innovation und Kreativität die wichtigsten Wachstumstreiber. Weltweit haben ITK-Firmen die Nase vorn. Die Hälfte der wertvollsten Marken kommt aus den USA. Asiens Marken steigen im Ranking. Deutschland ist mit acht Unternehmen dabei.

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Amazon bleibt die wertvollste Marke der Welt.
Amazon bleibt die wertvollste Marke der Welt.
(Bild: sarawut795 - stock.adobe.com)

Für das BrandZ-Ranking werden mehr als 166.000 Marken aus über 50 Märkten auf Basis der Auswertung der Markt- und Verbraucherforschung, kombiniert mit Finanzdaten von Bloomberg und dem Kantar Worldpanel, analysiert und berechnet. Weltweit belegt bei diesem Ranking Amazon den ersten Platz als Marke, in Europa sowie in Deutschland ist es SAP.

Die E-Commerce-Riesen Amazon, Alibaba und JD demonstrierten in Zeiten der Coronapandemie ihre Innovationskraft und Agilität. Das trifft allerdings auch auf traditionelle Einzelhändler wie Walmart (Rang 27, 45,8 Mrd. USD, +24%) zu, der seine Leistungen im E-Commerce-Bereich erfolgreich ausgebaut hat.

Hier nun die Top Ten der wertvollsten Marken weltweit:
1. Amazon
2. Apple
3. Microsoft
4. Google
5. Visa
6. Alibaba
7. Tencent
8. Facebook
9. McDonald's
10. Mastercard

Wie die Aufstellung zeigt, sind Technologiemarken besonders präsent. Mit Apple (Platz 2 mit 352,2 Mrd. USD), Microsoft (Platz 3 mit 326,5 Mrd. USD), Google (Platz 4 mit 323,6 Mrd. USD), Tencent (Platz 7 mit 151 Mrd. USD) sowie Facebook (Platz 8 mit147,2 Mrd. USD) finden sich hier fünf Tech-Marken unter den Top Ten. Während Apple mit solidem Wachstum von 14 Prozent der erste Verfolger Amazons bleibt, tauschten Microsoft und Google die Plätze. Microsoft steigerte den Markenwert um 30 Prozent. Ein Grund dafür ist das Wachstum des cloudbasierten Arbeitsplatz-Ökosystems mit Office 365 und Microsoft Teams. Die Lösungen haben Nutzern dabei geholfen, während des Lockdowns durch Covid-19 ihrer Arbeit wie gewohnt nachzugehen. Google hingegen verzeichnete lediglich moderates Wachstum von fünf Prozent.

Eigene Ökosysteme schaffen ist, gemäß den Analysten, zu einem wichtigen Trend der globalen Wirtschaft geworden. Dies hat auch Haier (Rang 68, 18,7 Mrd. USD) geschafft und ist hier zum zweiten Mal in Folge die führende Marke für IoT-Ökosysteme.

Mastercard findet sich in diesem Jahr erstmals in den Top Ten, was auf die starke finanzielle Entwicklung des Unternehmens zurückzuführen ist. Diese wird durch den wachsenden Markenwert insbesondere aufgrund einer verstärkten Verbindung zum Verbraucher unterstützt. So wird Mastercard im Alltag seiner Nutzer immer relevanter und baut durch eine zielgerichtete Positionierung eine enge emotionale Bindung zu ihnen auf.

Die Hälfte aller Top-100-Marken stammt aus den USA, ein Viertel stammen aus Asien. Von letzteren sind 17 aus China. Alibaba (152,5 Mrd. USD, +16%) ist die wertvollste chinesische Marke auf Platz sechs, gefolgt vom Internet-Giganten Tencent (151 Mrd. USD, +15%) auf Platz sieben der wertvollsten Marken der Welt. Auch der höchste Neueinsteiger in die Top 100 kommt aus China. Das Videoportal und soziale Netzwerk TikTok steigt auf Platz 79 ein – mit einem Markenwert von 16,9 Milliarden US-Dollar.

Fünf Neueinsteiger sind unter den Top 100: Angeführt wird die Liste der Newcomer von TikTok, gefolgt von UnitedHealthcare (Rang 86, 15,8 Mrd. USD), Bank of China (Rang 97, 13,7 Mrd. USD), Lancôme (Rang 98, 13,6 Mrd. USD) und Pepsi (Rang 99, 13,3 Mrd. USD).

Deutsche Marken verlieren an Wert

Wie im Vorjahr sind acht deutsche Vertreter unter den 100 wertvollsten Marken der Welt (siehe Bildergalerie). Der Softwarekonzern SAP verzeichnet zwar kein Wachstum und büßt gegenüber 2019 einen Platz ein (Platz 17, 57,6 Mrd. USD), bleibt jedoch die wertvollste deutsche und europäische Marke. Die Deutsche Telekom (Rang 32, 37,3 Mrd. USD), die Automobilhersteller Mercedes-Benz (Platz 56, 21,4 Mrd. USD) und BMW (Platz 61, 20,5 Mrd. USD) sowie DHL (Platz 93, 14,5 Mrd. USD) und Siemens (Platz 94, 14,0 Mrd. USD) verlieren ebenfalls an Markenwert.

Zu den Gewinnern zählen jedoch der Discounter Aldi (Platz 84, 15,9 Mrd. USD), der um acht Prozent zulegt, sowie Adidas (Rang 92, 14,8 Mrd. USD). Der Sportartikelhersteller steigert den Markenwert im Vorjahresvergleich um elf Prozent.

Bildergalerie

Die Schlussfolgerung der Analysten

Die Analysten des Rankings ziehen folgende Schlussfolgerungen. Zum einen, dass der Einzelhandel, angetrieben von den großen E-Commerce-Unternehmen, mit einer branchenübergreifenden Steigerung des Markenwerts um 21 Prozent das stärkste Wachstum aufzeigt. Mehr als die Hälfte der Marken im Bereich Medien und Unterhaltung finden sich unter den Top 20 der wachstumsstärksten Marken: Netflix verbesserte sich um acht Plätze auf Rang 26 (45,9 Mrd. USD, +34%), Instagram um 15 Plätze auf Rang 29 (41,5 Mrd. USD, +47%), LinkedIn auf Rang 43 (29,9 Mrd. USD, +31%) und Xbox um 22 Plätze auf Rang 65 (19,6 Mrd. USD, +18%).

Viele Marken, insbesondere im Bereich Gesundheit und Wellness, haben neuartige und kreative Wege gefunden, mit den Verbrauchern in Kontakt zu treten, um deren Vertrauen zu gewinnen oder zu stärken. Die Freizeitsportmarke Lululemon (9,7 Mrd. USD, +40%) zählt aus diesem Segment zu den wachstumsstärksten Aufsteigern. Beflügelt wurde das Wachstum, da das Unternehmen seinen Schwerpunkt von Yoga-inspirierter Kleidung auf für die Arbeit geeignete Kleidung verlagert hat und nun auch Online-Yoga-Kurse für zu Hause anbietet.

„Innovation hat sich bei den diesjährigen Top 100 als ein wichtiger Wachstumsmotor erwiesen – und als erfolgreiche Methode, um dem möglichen Abschwung zu begegnen. Auch Kreativität ist für die wertvollsten Marken der Welt ein besonders wichtiger Aspekt. Tech-Giganten wie Amazon, Apple und Google kombinieren erfolgreich beides und bleiben genau dadurch relevant für Verbraucher. Auf dieser Basis machen sie es den Menschen leichter, sich für ihre Marke zu entscheiden“, erklärt Christoph Prox, Managing Director Brand, Media & Communication bei Kantar Deutschland.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS