Rödl & Partner hat Cloudgermany neu aufgestellt. Im Gespräch mit CloudComputing-Insider erläutert Geschäftsführer Markus Merk seine Strategie: Statt individueller Betreuung sollen vorkonfektionierte Lösungsbausteine die Bedürfnisse des Mittelstands befriedigen.
Cloudgermany bediente bislang Kleinstkunden mit einfachen Portfolien, nimmt nun aber die mittelständischen Unternehmen ins Visier.
(Bild: frei lizenziert, 41330 / Pixabay)
Cloudgermany, seit 2012 eine Tochter der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner, bediente bislang Kleinstkunden mit einfachen Portfolien, wie man sie auch aus vergleichbaren Cloud-Ökosystemen der Hyperscaler kennt. Das reicht Markus Merk nicht mehr. Der Geschäftsführer von Cloudgermany ist auch für das externe IT-Geschäft bei Rödl & Partner verantwortlich und will die Angebote künftig deutlicher differenzieren, wie er im Gespräch mit CloudComputing-Insider darlegt: „Innerhalb des letzten Jahres haben wir Cloudgermany ein neues Gesicht verliehen und ein Leistungsportfolio entwickelt, um eine ganzheitliche Cloud-Nutzung für Unternehmen zu gewährleisten.“
Markus Merk, Geschäftsführer von Cloudgermany und verantwortlich für das externe IT-Geschäft von Rödl & Partner.
(Bild: Cloudgermany)
Diese Unternehmen sind im Bereich des Mittelstands oder des gehobenen Mittelstands angesiedelt, „dort wo Rödl & Partner sich wohl fühlt“. Cloudgermany stelle ihnen vorkonfektionierte Lösungsbausteine zur Verfügung, „die in dieser Form nicht am Markt als standardisierte Lösung etabliert sind“. Sie könnten sowohl an On-Premises-Plattformen als auch an die Public, Private oder Hybrid Cloud angedockt werden.
Die Vorkonfektionierung des Portfolios gebe zudem viel „Raum nach oben“: „In der Rödl IT Operation begleiten wir die Kunden hingegen sehr individuell und gehen exakt auf die Kundenanforderung mit komplexen Lösungsarchitekturen ein, die aus standardisierten Bausteinen und individuell auf die Kunden zugeschnittenen Lösungen bestehen“, erläutert Merk.
Ressourcen von Rödl & Partner
Cloudgermany verfügt aktuell über Standorte in Nürnberg, Stuttgart, Mettlach und Selb. Die Niederlassungen per se seien allerdings nicht so entscheidend, so Merk, denn „Wolken sind bekanntermaßen überall präsent.“ Analog der Standortentwicklung des Mutterunternehmens seien durchaus auch Clouds in anderen Ländern denkbar, „aber für den Moment noch nicht fokussiert“, so Merk.
Wichtig für das Geschäft sei es vielmehr, „bisher ungeschlossene Lücken in der Public Cloud zu identifizieren“. Die langjährige Erfahrung im Managed Service Umfeld, dem IT Outsourcing Markt und den Cloud-Welten der großen Hyperscaler helfe die Bereiche zu finden, „die Kunden in einem individuellen Eigen- oder Provider-Betrieb nutzen und in einem nativen Cloud-Betrieb und teilweise auch im On-Premises-Bereich nicht mehr finden. Genau darauf richtet sich unser Portfolio aus.“
Dafür greife man auf Ressourcen innerhalb von Rödl & Partner und der dort vorhandenen IT-Expertise zurück. Parallel dazu baut Merk einen festen Personalstamm für Cloudgermany auf – trotz Fachkräftemangel: „Durch diese Flexibilität in unseren eigenen Reihen und dem eigentlichen Mitarbeiterstamm kann die Cloudgermany bezogen auf Mitarbeiter skalieren.“
Lösungen für den Workspace sind in der Mache
Für besagte „bisher ungeschlossene Lücken“ offeriert Cloudgermany aktuell in drei Bereichen Lösungen. Im Bereich „SAP“ ist das der S/4HANA High Performance as-a-Service, der SAP Retirement Service, der SAP Basic Remote Service und der SAP Performance Optimization Service, die alle mehr oder weniger Remote Tuning, also mehr Leistung für das ERP-System, versprechen. Im Bereich „Cloud“ bietet man die Service-Cloud „IaaS XS – 3XL“ sowie S3-Storage und im Bereich „Security“ kann ein SecureBackup as-a-Service bezogen werden.
An Diensten für einen vierte, „Workspace“ genannten Bereich arbeite man mit Hochdruck. Konkret sitzen die Entwickler laut Merk aktuell an einer sicheren Arbeitsplatzlösungen als Gesamtpaket: „Getreu dem Motto ‚Sicheres Arbeiten in unsicheren Zeiten‘ bieten wir hier eine Lösung für Endanwender und deren Bedarfe an“, so Merk. Mehr dürfe er im Moment aber noch nicht verraten.
Als weitere Servicekategorie der Cloudgermany soll darüber hinaus ein Software- beziehungsweise Applikationsbereich eingerichtet werden. „Erste Ideen haben wir dazu bereits entwickelt, dieser Bereich soll in der zweiten Jahreshälfte entstehen.“ Dann mit Dienstleistungen, die in kombinierten Rechenzentren in Deutschland verteilt sind. Als Hauptzugangsknoten diene das hauseigene höchstverfügbare Rechenzentrum im Rhein/Main-Gebiet mit direktem Zugang zum DE CIX.
Grundsätzlich setze Cloudgermany auf stark standardisierte Lösungsmodule, also auf vorkonfektionierte Services zu transparenten Preisen. Diese gelten übrigens pro Einheit, so Merk: „Je nach Lösungsmodul fallen sie auch unterschiedlich aus. Das kann eine hochperformante Appliance für ein SAP-Produktivsystem sein oder aber auch TB-basiertes Preismodell für S3-Massen-Storage. Wir haben am Markt im Vergleich zu Pay-as-you-go eine andere These entwickelt, indem wir nicht nur Preise pro Einheit definiert haben, sondern diese auch auf unsere Webpräsenz transparent machen. Wichtig dabei ist, dass es keine versteckten Kosten, kein Datendurchleitungsgebühren und ein klares Preismodell gibt.“
Stand: 08.12.2025
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Für ihr Geld erhielten Anwender ein Spektrum an Services - von der Datenspeicherung über SAP bis hin zur Sicherheit -, die dank Vorkonfektionierung, Preistransparenz sowie einem Fokus auf die regulatorischen und rechtlichen Anforderungen einzigartig seien und Nischen bedienen könnten. „Zudem lassen sich die einzelnen Bausteine modular miteinander kombinieren, um so eine hocheffiziente IT-Infrastruktur zu gewährleisten“, so Merk. „Uns ist dabei die Kundennähe sehr wichtig, da wir daraus die weiteren Bausteine mit Mehrwerten generieren wollen.“