KPMG und Bitkom nennen Zahlen des "Cloud Monitor 2015"

Cloud-Skeptiker auf dem Rückzug

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Nach einem Patt 2013 gab es im Vorjahr erstmals mehr Cloud-Befürworter als Skeptiker.
Nach einem Patt 2013 gab es im Vorjahr erstmals mehr Cloud-Befürworter als Skeptiker. (Bild: BITKOM/KPMG)

Erstmals gibt es in Deutschland mehr Cloud-Befürworter als -Skeptiker, so eine repräsentative Umfrage im Auftrag von KPMG und BITKOM. Laut "Cloud Monitor 2015" nutzten im Vorjahr 44 Prozent der Unternehmen Cloud Computing und machten damit meist positive Erfahrungen.

Cloud Computing entwickelt sich zu einer Basistechnologie in vielen Unternehmen, sagt der Branchenverband BITKOM und verweist auf die Auswertungen des jetzt vorgestellten "Cloud Monitor 2015". Bei genauerem Blick auf die Zahlen zeigt sich allerdings auch ein differenziertes Bild.

Private Cloud schlägt Public Cloud

Demnach haben im Vorjahr 44 aller Unternehmen in Deutschland Cloud Computing eingesetzt. Während die Private Cloud mit 39 Prozent etabliert sei, bliebe die Public Cloud mit 16 Prozent jedoch ein Nischenmarkt (Mehrfachnennungen waren möglich). An diesem Verhältnis wird sich wohl auch so schnell nichts ändern: Schließlich diskutierten lediglich acht Prozent der Befragten den möglichen Einsatz von Public Cloud Computing; ganze 29 Prozent erörtern derweil den Nutzen Privater Clouds. BITKOM-Vizepräsident Achim Berg erläutert: "Unternehmen richten sich überwiegend interne Clouds ein, die öffentlich nicht zugänglich und oft vom Internet entkoppelt sind."

Je größer ein Unternehmen, desto wahrscheinlicher setzt es auf Cloud-Architekturen. 70 Prozent der Organisationen ab 500 Mitarbeitern nutzen entsprechende Lösungen. Bei kleineren Betrieben mit 20 bis 99 Beschäftigten liegt der Anteil derweil bei 41 Prozent. Der Mittelstand mit 100 bis 499 Mitarbeitern erreicht einen Wert von 52 Prozent.

Zum ersten Mal zählt der Cloud Monitor zudem mehr Cloud-Befürworter als -Skeptiker. Herrschte im Vorjahr noch ein Patt bei 39 Prozent, bezeichnen sich nun 40 Prozent der Befragten als aufgeschlossen und interessiert. Die Zahl der Kritiker sank auf 35 Prozent.

Sicherheitsbedenken und reale Gefahren

Trotz allem bremsen Sicherheitsbedenken die Cloud noch immer aus. Sechs von zehn der befragten Unternehmensvertreter befürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Daten; es folgen die Sorge vor Datenverlust (49 Prozent) und rechtliche Bedenken (40 Prozent).

Tatsächliche Cloud-Nutzer hätten derweil nur vereinzelt negative Erfahrungen gemacht, und das auch nur in der Public Cloud: Lediglich vier Prozent haben hier Grund zur Klage. Eine positive Bilanz ziehen 73 Prozent der Nutzer von Public Clouds beziehungsweise 78 Prozent der Nutzer von Private Clouds. Allerdings berichten auch jeweils acht Prozent der befragten Unternehmen von Compliance-Vorfällen mit den eingesetzten Diensten aus Private oder Public Cloud.

Groupware als wichtigste Anwendung

Als wichtigste Cloud-Anwendung können laut "Cloud Monitor 2015" Groupware-Lösungen gelten; die Dienste für E-Mail, Messaging und Terminplanung nutzten 36 Prozent der Private-Cloud-Nutzer und 46 Prozent der Public-Cloud-Anwender. Auf den weiteren Plätzen folgen bei der Private Cloud ERP-Systeme und Telefonie-Systeme (jeweils 29 Prozent). In der Public Cloud rangieren derweil CRM-Lösungen (36 Prozent) und Security as a Service (23 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei.

Der "Cloud Monitor 2015" berücksichtigt Unternehmen ab 20 Mitarbeitern und ist laut BITKOM repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. Insgesamt haben BITKOM Research GmbH und das Meinungsforschungsinstitut Aris für die Erhebung 458 Geschäftsführer und IT-Verantwortliche befragt. Auftraggeber der Umfrage ist das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG; der BITKOM tritt als Kooperationsparter auf.

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