Canonical-Umfrage zur Adaption Cloud-nativer Technologien Cloud Native ist toll, aber...

Redakteur: Ulrike Ostler

Cloud-Native-Technologien erfreuen sich wachsender Beliebtheit, haben aber noch viel Luft nach oben, was die vollständige Einführung in Unternehmen angeht. Denn 85 Prozent der Unternehmen haben Kubernetes und Cloud Native noch nicht vollständig eingeführt, so eine globale Branchenumfrage von Canonical.

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Canonical, 2004 gegründet und in Privatbesitzist befindlich, ist der Herausgeber von Ubuntu, dem Betriebssystem für die meisten Public Cloud Workloads.
Canonical, 2004 gegründet und in Privatbesitzist befindlich, ist der Herausgeber von Ubuntu, dem Betriebssystem für die meisten Public Cloud Workloads.
(Bild: kropekk_pl auf Pixabay)

Die Canonical-Erhebung basiert auf Angaben von 1.200 Befragten und Einschätzungen von sieben Branchenexperten, Sie zeigen ein schnelles Wachstum und einige Wachstumsschmerzen. Denn trotz einer hohen Geschwindigkeit bei der Übernahme der Technologien, ist noch eine große Lücke bis zu ihrer vollständigen Integration in die Unternehmens-IT zu schließen.

 

Der „Kubernetes and Cloud Native Operations Report“, an dem noch immer teilgenommen werden kann, befragt die Teilnehmer zu mehr als 40 Themen über ihre Nutzung von Kubernetes, Bare Metal, VMs, Containern und serverlosen Anwendungen. Der Bericht enthält auch Einschätzungen von Experten von Amazon, Google, der Cloud Native Computing Foundation, Weaveworks, Cloudbees und HCL Technologies, die Canonical für die Auswertung der Ergebnisse zusammengebracht hat.

 

Die Umfrage zeigt die Vielschichtigkeit der heutigen Cloud-Native-Technologielandschaft: Zwar geben 45,6 Prozent der Befragten an, Kubernetes in der Produktion einzusetzen, aber nur 15,7 Prozent nutzen Kubernetes exklusiv. Fast 30 Prozent betreiben Anwendungen in einem Mix aus Bare Metal, VMs und Kubernetes, 15,3 Prozent tun dies hauptsächlich auf VMs und planen, vollständig auf Kubernetes zu migrieren, und 13,1 Prozent arbeiten mit VMs und evaluieren Kubernetes für den Einsatz. Dazu James Strachan, Distinguished Engineer bei Cloudbees: „Die Ergebnisse zeigen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, bis wir die Infrastruktur richtig modernisiert haben."

 

Fast 78 Prozent der Befragten berichteten von mindestens einem hybriden oder Multi-Cloud-Anwendungsfall in der Produktion in ihrem Unternehmen. Diese Zahl ist wahrscheinlich höher als die Zahl, wenn Teams SaaS oder Managed Services von Drittanbietern berücksichtigen – also solche, die über das hinausgehen, was sie direkt selbst verwalten.

 

Die zunehmende Verbreitung von Hybrid- und Multi-Cloud-Lösungen führt zu neuen Herausforderungen, insbesondere bei der Verwaltung verschiedener Bare-Metal-, VM- und Kubernetes-Technologien, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Als nächste große Herausforderung wird Operations angesehen, wobei die Unternehmen eine Automatisierung über das Anwendungs- statt durch das Konfigurations-Management anstreben. Zu diesem Zweck steht bei fast 30 Prozent das Ausprobieren von Operatoren auf der To-Do-Liste, weitere 17 Prozent experimentieren bereits damit und 14 Prozent nutzen sie in der Produktion.

 

Weitere Ergebnisse:

 

  • Die Top-Nutzer von Kubernetes und Cloud-Native-Technologien sind SRE (Site Reliability Engineering)- und DevOps-Engineers, gefolgt von Infrastruktur-Architekten, Backend-Entwicklern und Full-Stack-Entwicklern.
  • Die wichtigsten Ziele beim Einsatz von Kubernetes und Cloud-Native-Technologien sind verbesserte Wartung, Überwachung und Automatisierung (von 64,6 Prozent der Anwender genannt), die Modernisierung der Infrastruktur (46,4 Prozent) und eine schnellere Markteinführung (26,5 Prozent).
  • Auf die Frage, was sie für die wertvollsten Eigenschaften dieser Technologien halten, nannten die Befragten innovative Funktionen, Entwicklerproduktivität, Elastizität und Agilität, globale Reichweite, Open Source, Portabilität, reduzierte Betriebskosten (Opex) und Investitionskosten (Capex), Ressourcenoptimierung und einfachere Abläufe.
  • Die häufigsten Anwendungsfälle für Hybrid und Multicloud sind die Beschleunigung der Entwicklung und eine stärkere Automatisierung (20,7 Prozent der Befragten), die Erweiterung der Cloud-Backup-Optionen zur Kostensenkung (13,3 Prozent), Disaster Recovery (12,6 Prozent) und Clustering von geschäftskritischen Datenbanken (5,5 Prozent).

Was sind die größten Herausforderungen durch Kubernetes für Unternehmen?

  • Für 54,5 Prozent der Befragten ist es der interne Mangel an entsprechenden Qualifikationen.
  • Es folgen die IT-Infrastruktur des Unternehmens (37,3 Prozent),
  • Inkompatibilität mit Altsystemen (32,6 Prozent),
  • Schwierigkeiten bei der Schulung von Anwendern (29,7 Prozent),
  • Sicherheits- und Compliance-Bedenken (24,7 Prozent) und
  • die Integration von Cloud-Native-Anwendungen untereinander (19 Prozent).

„Sie erkennen nicht, dass sie bereits einen Großteil der erforderlichen Qualifikationen besitzen. Tatsächlich sind diese nicht für und mit Kubernetes entstanden. Dabei handelt es sich lediglich um neue Begriffe, die für ältere Konzepte verwendet werden. Vielen Leuten fehlt das Vertrauen, weil sie glauben, dass sich die Grundlagen irgendwie verändert haben,“ kommentiert Kelsey Hightower, ein ‚Developer Advocate‘ bei Google, die Bedenken in Hinblick auf interne Qualifikationen.

 

Alexis Richardson, Gründer und CEO von Weaveworks, ergänzt: „Wenn sich die Leute Sorgen um die Grundlagen machen, also um Sicherheit, Kosten, Ressourcen, Beobachtbarkeit und Konfiguration, ist das ein Hinweis darauf, dass sie die Lücke zur vollständigen Übernahme durch Unternehmen noch nicht überwunden haben.“

Scherzhaft

 

22,5 Prozent der Befragten gaben an, dass die Kaffeezubereitung das Einzige ist, was sie gerne mit K8s machen würden und derzeit nicht können. Elf Prozent sagten „Ich kann alles, was ich brauche, mit Kubernetes machen“, eine Einstellung, die Richardson humorvoll als „Kubris“ bezeichnete.

 

David Booth, VP of Cloud Native Applications bei Canonical, fasst zusammen: „Der Bericht zeigt anschaulich, wie Cloud-Native-Technologien und die Communities um sie herum wachsen und einen geschäftlichen Wert liefern, aber auch wo es noch Raum für Wachstum gibt.“ Als aktiver Teil der Community teile Canonical diese Erkenntnisse, die sowohl die enorme Ubuntu-Nutzerbasis als auch unsere Erfahrung bei der Arbeit mit Open-Source-Software und komplexen Unternehmensumgebungen nutzten.

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