Private-Cloud-Modelle und SaaS bevorzugt Cloud-Laune der Versicherer steigt

Gut 60 Prozent der deutschen Versicherungsunternehmen verwenden bereits Cloud-Services, fast ebenso viele setzen zum Sprung in die Cloud an. Nahezu Einigkeit herrscht darüber, dass die verwendeten Cloud-Dienste auch sicher sind.

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Die deutschen Versicherer sind mit den genutzten Cloud-Diensten zufrieden und vertrauen auf deren Sicherheit; eine dezidierte Cloud First-Strategie haben allerdings wenige.
Die deutschen Versicherer sind mit den genutzten Cloud-Diensten zufrieden und vertrauen auf deren Sicherheit; eine dezidierte Cloud First-Strategie haben allerdings wenige.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Studie „Cloud Computing in der Versicherungsbranche 2022“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) macht bei Versicherungsunternehmen in Deutschland einen klaren Trend in Richtung Cloud-Nutzung aus. Insbesondere größere Institute wollen in den nächsten zwei Jahren ihre Cloud-Strategie festzurren.

Derzeit setzen 61 Prozent der deutschen Versicherer auf Cloud-Lösungen. Weitere 31 Prozent wollen ab dem kommenden Jahr ihre IT-Architektur in Cloud Computing-Umgebungen verlagern. Nach Einschätzung der insgesamt 90 befragten IT-Entscheider der Branche, wird die Relevanz der Technologie sowohl für die Branche (58 %) als auch für die eigenen Versicherungsunternehmen (43 %) innerhalb der kommenden fünf Jahre zunehmen. Die größten Herausforderungen für einen Umzug in die Cloud sehen die IT-Verantwortlichen derzeit in unklaren regulatorischen Anforderungen (47 %) und der Gefahr von Compliance-Verstößen (45 %).

Tendenz zur privaten Cloud

Knapp die Hälfte der Versicherer (47 %) verwendet eine Private Cloud über den unternehmenseigenen Server, gefolgt von Hybrid-Cloud- (27 %) und externen Public-Cloud-Lösungen (24 %). Am häufigsten werden Software-as-a-Service-Modelle eingesetzt (42 %). Die vollständige Verlagerung der IT-Architektur in eine Cloud-Umgebung kommt aber für viele noch nicht in Frage: Lediglich 13 Prozent verfügen über eine Cloud-First-Strategie.

Bislang nutzen Versicherer Cloud-Lösungen hauptsächlich in der Bestandsverwaltung (55 %), im Customer Relationship Management (CRM) und im Schaden-Leistungsmanagement (je 42 %). Aus Sicht der Befragten lohnt sich die Umstellung auf die Cloud vor allem bei mobilen Lösungen (42 %), im CRM (40 %) und bei Office-Anwendungen (38 %).

Die befragten Manager schätzen an der Cloud vor allem eine höhere Flexibilität (78 %) sowie verbesserte Sicherheit, Verfügbarkeit und zusätzliche Support-Funktionen (76 %).

Compliance und Cloud-Strategie im Fokus

Das Thema Compliance rückt ebenfalls in den Mittelpunkt: 65 Prozent haben bereits eine Übersicht über alle regulatorischen Anforderungen erstellt. Allerdings haben erst 40 Prozent obligatorische Vertragsklauseln für Cloud-Services festgeschrieben – etwa für Vereinbarungen über den Ort der Datenverarbeitung (91 %) und das Recht des Versicherungsunternehmens, Cloud-Dienstleister zu prüfen (82 %).

Lediglich 64 Prozent der Versicherer haben Prozesse zur Überwachung und Steuerung von Cloud-Risiken definiert. 23 Prozent erklärten, ihre Cloud-Anbieter seien nicht vollständig zertifiziert. Dirk Klevenhaus, Partner bei PwC Deutschland, rät dazu, dass bei Nutzung von Cloud-Diensten ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben gelegt werden sollte, „da die Sicherheit der Daten in der Cloud sowie die Verantwortung der Einhaltung von Compliance Anforderungen bei dem Topmanagement der Versicherungen verbleibt.“

Für die Studie „Cloud Computing in der Versicherungsbranche 2022“ befragte PwC 90 IT-Experten deutscher Versicherungsunternehmen im Zeitraum von März bis Juli 2021.

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