Suchen

Softselect veröffentlicht Studie ERP Software 2015 Cloud-ERP kommt nicht in Gang

Redakteur: Moritz Müller

ERP-Software als Rückgrat der Unternehmens-IT zählt zu den Zugpferden im ITK-Markt. Die ERP-Hersteller vergrößern ihre Produktpalette, indem sie weitere Module an die Warenwirtschaft anbinden. Das Angebot an Cloud-Lösungen im Bereich ERP stagniert mangels Nachfrage hingegen weiter.

Firmen zum Thema

ERP-Markt wächst; die Cloud bleibt außen vor.
ERP-Markt wächst; die Cloud bleibt außen vor.
(Bild: © paisan191 - Fotolia)

ERP-Software gehört zu den Kernstücken der Unternehmens-IT mit deren Hilfe alle wertschöpfenden Prozesse im Unternehmen zentral gesteuert werden können. Genau deswegen ist die Nachfrage nach Unternehmens-Software in der DACH-Region kontinuierlich hoch. Laut dem Branchenverband Bitkom gehört Business-Software zu den Zugpferden im Markt für Informationstechnologie und Kommunikation (ITK).

Ständige Modulerweiterung

176 Lösungen wurden in der ERP-Software-Studie 2015 von Softselect genauer unter die Lupe genommen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Hersteller zunehmend auf mehr Funktionalität und Umfang setzen, um der Nachfrage der Kunden nach integrierten System aus einer Hand nachzukommen. Zu diesem Trend zählen unter anderem die Erweiterung der Warenwirtschaftssysteme um Module für die Finanzbuchhaltung, das Kundenbeziehungsmanagement (CRM) und die Produktionsplanung und -steuerung (PPS).

Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass es sich hierbei nur zum Teil um eigenständig entwickelte Module handelt, da im ERP-Markt Partnerschaften zwischen Softwarehäusern an der Tagesordnung sind, sodass oft Module von Drittanbietern unter eigenem Namen vertrieben werden (sog. White-Label-Partnerschaft).

Das sollte den entsprechenden Unternehmen jedoch nicht negativ angerechnet werden, so Michael Gottwald, Geschäftsführer der Hamburger Unternehmensberatung Softselect GmbH: „In die Entwicklung komplexer Anwendungen wie zum Beispiel PPS-Systeme sind zum Teil mehrere Personenjahre an Arbeit eingeflossen. Diesen Entwicklungsvorsprung der Spezialanbieter machen sich die ERP-Hersteller durch Kooperationen oder Zukäufe zunutze.“

Cloud kommt noch nicht an

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Der Trend zur Cloud ist zumindest im ERP-Segment nicht erkennbar. Seit Jahren stagniert das Angebot an Cloud-fähigen ERP-Lösungen, die als Software as a Service (SaaS) bezogen werden können, bei 50 Prozent.

Dies liege hauptsächlich an datenschutzrechtlichen Bedenken der Unternehmen. ERP-Systeme bilden die Kernprozesse eines jedes Unternehmens ab und arbeiten somit auch mit teilweise hochsensiblen Unternehmensdaten, welche IT-Verantwortliche nur ungern auf externen Servern sehen möchten, von deren Betreibern die Unternehmen dann auch abhängig wären. Des Weiteren sind Cloud-Angebote wie SaaS oftmals zu standardisiert und unflexibel um die individuellen und komplexen Anforderungen an ERP-Software umzusetzen.

Eine von Softselect durchgeführte repräsentative Anwenderbefragung zeigt, dass oben genannte Argumente oft den Ausschlag geben, wenn sich Unternehmen gegen Cloud-Lösungen entscheiden.

Mehr Informationen zu den aktuellen IT-Trends und Entwicklungen im Bereich von Geschäftsanwendungen finden Interessenten auf www.SoftSelect.de. Die SoftTrend Studie ERP Software 2015 (ca. 700 Seiten) ist im April 2015 erschienen. Eine kostenfreie Management Summary kann unter www.softselect.de/it-studien/erp-software-studie-2015 bezogen werden.

(ID:43472697)