Kosten beim Umzug in die Cloud im Griff behalten Azure Cost Management und Servicelevel verwalten und verstehen

Von Thomas Joos

Wer Ressourcen in Microsoft Azure bucht, muss sich über die Kosten im Klaren sein. Da Azure mit dem Pay-Per-Use-Modell arbeitet, fallen für aktiv verwendete Ressourcen Kosten an, die sorgfältig kalkuliert werden sollten.

Unter „Azure Cost Management“ finden sich Microsoft-Tools, mit denen sich die Kosten für in Anspruch genommene Azure-Cloud-Services kalkulieren und managen lassen.
Unter „Azure Cost Management“ finden sich Microsoft-Tools, mit denen sich die Kosten für in Anspruch genommene Azure-Cloud-Services kalkulieren und managen lassen.
(Bild: © SB - stock.adobe.com)

Der grundsätzliche Einsatz von Microsoft Azure ist kostenlos. Nicht kostenlos dagegen ist die Verwendung der verschiedenen Ressourcen, die Microsoft in Azure anbietet. Im Gegensatz zu Microsoft 365 erfolgt hier keine Abrechnung über ein Abonnement, sondern Unternehmen müssen die Ressourcen im Pay-Per-Use-Modell lizenzieren und bezahlen. Dabei sind die Kosten in den meisten Fällen zwar sehr transparent, gleichzeitig aber auch komplex aufgebaut, weil oft mehrere Objekte bezahlt werden müssen.

Azure Cost Management und Azure Pricing Calculator nutzen

Die Planung und Verwaltung der Kosten in einem Azure-Abonnement sind im Azure-Portal zunächst über den Menüpunkt „Kostenanalyse“ zu finden. Hier kann nach den einzelnen Ressourcengruppen, Ressourcen und Diensten gefiltert werden. Beim Überfahren mit der Maus, zeigen die verschiedenen Diagramme weitere Informationen an.

Während Azure Cost Management die angefallenen Kosten anzeigt und bei der Analyse hilft, ermöglich Azure Pricing Calculator das Kalkulieren von Investitionen. Hier erhalten Verantwortliche alle notwendigen Informationen, um den Betrieb von Azure-Ressourcen zu planen.

Der Azure Pricing Calculator ermöglicht auch das Schätzen von Kosten für bestimmten Ressourcen, zum Beispiel VMs. Dazu müssen Unternehmen nur auswählen, welcher Dienst berechnet werden soll, zum Beispiel VMs. Danach kann der VM-Typ, die Region und das Betriebssystem ausgewählt werden. Im nächsten Schritt erfolgt die Auswahl der Instanz und des Tarifs. Danach zeigt der Calculator eine Schätzung an. Diese Schätzung lässt sich auch Exportieren, speichern und für andere Benutzer freigeben.

Zusätzlich bietet Microsoft noch den Gesamtkostenrechner (TCO Calculator) für Azure an. Im Gegensatz zum Azure Pricing Calculator bezieht Azure Gesamtkostenrechner nicht nur die Kosten der Dienste in Azure in die Berechnung, sondern berücksichtigt auch die Kosten, die Unternehmen beim Betrieb der Ressourcen im lokalen Rechenzentrum haben. Dabei kann der TCO-Rechner auch auf die Daten von Unternehmen aus der gleichen Branche zurückgreifen und dabei eine umfassende Kalkulation der Kosten liefern, inklusive der Kosten aus der Cloud. Auch die potenzielle Ersparnis beim Umzug von Workloads in der Cloud ist mit dem Rechner zu berechnen. Dazu erstellt das Tool auch Berichte.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Azure-Dienste kaufen oder kostenlos nutzen

Der Kauf von Azure-Diensten ist sehr einfach. Zunächst ist ein Konto notwendig, in dem auch eine Bezahlmethode hinterlegt wird. Das Abschließen eines Abonnements kostet zunächst nichts. Beim Buchen von Azure-Ressourcen fallen erst dann Kosten an, wenn diese auch tatsächlich aktiv geschaltet sind. Der Speicherplatz von VMs muss daher bezahlt werden. Wenn eine VM aber nur zeitweise eingeschaltet ist, fallen nur beim aktiven Zeitpunkt Kosten an. Für viele Dienste gibt es kostenlose Kontingente, andere bieten einen Testzeitraum. Bei dem jeweiligen Dienst sind die Abrechnungsmodalitäten zu sehen. Eine Liste der kostenlosen Dienste ist in der FAQ von Microsoft Azure zu finden.

Bei manchen Verträgen mit Microsoft sind Kontingente für Azure dabei. Wenn kostenpflichtige Dienste bei Microsoft gebucht werden, zieht Azure erst von dem Budget den Betrag ab. Im Portal ist beim Anmelden eines Administrators der aktuell noch verfügbare Betrag zu sehen. Azure-Dienste lassen sich direkt im Azure-Portal buchen.

Azure Advisor hilft auch beim Kosten sparen

Mit dem kostenlosen Microsoft Azure Advisor lassen sich auch Informationen im Dashboard anzeigen, mit denen sich Kosten sparen lassen. Der Advisor ist Bestandteil des Portals und hilft dabei Ressourcen zu optimieren und Kosten beim Einsatz von Azure zu sparen. Nach dem Aufrufen des Advisors im Portal steht zum Beispiel der Menüpunkt „Kosten“ zur Verfügung.

Durch einen Klick auf den Menüpunkt zeigt der Advisor Tipps an, wie sich Kosten bei den aktuell eingesetzten Ressourcen sparen lassen. Zusätzlich sind auch Informationen auf der Microsoft-Seite „Reduzieren der Dienstkosten mithilfe des Azure Advisors“ zu finden.

Auf viele Tipps können Administratoren auch selbst kommen. Dazu gehört zum Beispiel das Konfigurieren der Ressourcen nur mit der Größe und Leistung, die auch benötigt wird. Wenn weniger Leistung ausreicht, ist es zum Beispiel nicht notwendig, eine größere VM zu verwenden. Wenn ein Cluster nur an einer Stunde am Tag online sein muss, um Analysen durchzuführen, kann er an den restlichen 23 Stunden am Tag offline sein. Dazu bietet VMs in Azure zum Beispiel an, automatisch zu einer bestimmten Zeit herunterzufahren.

Ausgabenlimits definieren

Im Azure-Portal steht über den Menüpunkt „Kostenverwaltung + Abrechnung“ der Menüpunkt „Kostenverwaltung“ zur Verfügung. Hierüber lassen sich für bestimmte Abteilungen auch Budgets erstellen, die maximal verwendet werden dürfen. Das hilft dabei die Kosten im Griff zu behalten. Für das Budget lassen sich Filter definieren und Beträge definieren sowie ein Erstellungs- und Ablaufdatum.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

(ID:47834244)