Digitale Transformation - Expertenwissen und sorgfältige Planung als Erfolgsgaranten

Automation als Basis und Ziel der Digitalisierung

| Autor / Redakteur: Axel Himmelreich * / Florian Karlstetter

Industrie 4.0 und Internet of Things sind klar die Treiber der Digitalisierung. Dem Thema Automation kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.
Industrie 4.0 und Internet of Things sind klar die Treiber der Digitalisierung. Dem Thema Automation kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. (Bild: © Coloures-pic - Fotolia.com)

Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten und in all ihren Facetten voran. Die unterschiedlichen Schwerpunkte sind in teils in Bereiche vorgedrungen, die bis vor kurzem von der IT noch gar nicht erfasst wurden. Industrie 4.0 und Internet of Things sind hier die Treiber.

Für mich persönlich ist die Automation der Regenschirm über die einzelnen Themenschwerpunkte der Digitalisierung. Die Automation, vor allem holistische Automation, ist das Gehirn, die Schaltzentrale und die Basis eines ganzheitlichen Regelwerks und durchdringt wie die Blutbahnen den Körper eines Unternehmens und kommuniziert mit seiner Außenwelt.

Wenn ich heute mit Kunden, Partner und Kollegen spreche, dann ist es jedem sofort klar, dass „Automation“ eines der wichtigsten Themen auf der Landkarte zum digitalisierten Unternehmen ist. Jeder Gesprächspartner versteht auch sofort, dass mit dem Thema Automation die drei großen Treiber Kosten, Qualität und Zeit adressiert werden, denn durch Automation

  • verringern sich die Betriebskosten,
  • werden die Qualität oder Service Level nachhaltig erhöht,
  • wird eine einfache Skalierung ermöglicht, mit Flexibilität bei Veränderungen,
  • wird die Time to Market verringert, weil IT-Systeme schneller zur Verfügung gestellt werden können.

Oberflächlich betrachtet könnte man jetzt denken: Ziel erkannt, wir beginnen mit der Umsetzung! Wenn man sich jedoch die Herausforderungen im IT-Betrieb ansieht und die bisherigen Outsourcing-Erfahrungen in Unternehmen reflektiert, stellt man immer wieder fest, dass das Outsourcing genau bei den oben aufgeführten Punkten überwiegend die Ziele nicht erfüllt hat.

Mit Automatisierung zu mehr Effizienz und Transparenz im IT-Betrieb

Daher ist es besser, die Digitalisierung losgelöst vom Outsourcing und hin zur Automatisierung zu betrachten. Der IT-Betrieb wird durch die Automatisierung in die Lage versetzt, effizienter und transparenter zu arbeiten. Die Automation bringt viele Vorteile mit sich, die klar messbar und ersichtlich sind. Typische Kennzahlen werden nach Messung durch die Automation sichtbar. Dies sind dann in der Regel prozentual hohe Kostenreduktionen, Ende-zu-Ende-Automatisierungen, Reduktion der Lösungszeiten, weniger Tickets im Service Desk und eine positive Kundenbewertung.

Daher setzen inzwischen viele Kunden mittlerweile auf Automation. Ob bereits in kleineren Projekten oder über interessante Plattformlösungen. Es bewegt sich was, es wird automatisiert.

Einige Erfahrung habe ich durch Automatisierungsprojekte meiner Firma, einem mittelständischen Systemhaus aus Hamburg, bereits gesammelt. Das Thema ist in unserem Portfolio ein fester Bestandteil geworden. Es zeigt sich bereits, dass ohne eine Guideline bzw. ohne eine Roadmap zur Automation schnell Ziele verfehlt werden oder der erhoffte Erfolg sich nicht einstellt.

Schnelligkeit ist gefragt

Und hier fängt das Problem in vielen Unternehmen an, denn nun geht es daran einen Business Case und eine Vorgehensweise auszuarbeiten, die es ermöglicht, so viel Automation wie möglich in kurzer Zeit, zu möglichst geringen Kosten im Unternehmen einzuführen.

Es kommen Fragen auf und es müssen Antworten gefunden werden. Im Gespräch mit den Kunden müssen Fragen jeglicher Art ernst genommen werden. Warum? Automation ist ein ernstes Thema und darf nicht missverstanden oder gar als mögliche Gefahr wahrgenommen werden.

Wichtige Fragen

Hierbei tauchen dann häufig folgende oder ähnliche Fragen auf, deren Beantwortung jeweils unternehmensspezifisch, aber niemals banal sind, wie

  • Welche Automation soll man denn einführen und überhaupt: Haben wir nicht schon längst Automation im Unternehmen, die integriert werden muss?
  • Was kostet Automation überhaupt und was kann man damit einsparen?
  • Wie viel muss ich vorher investieren, bevor ich etwas einsparen kann, wann kommt mein Return-on Investment zum Tragen?
  • Wie lange dauert es bis ein gewisser Grad an Automation eingeführt wurde und was kann oder will ich denn überhaupt automatisieren?
  • Was konkret wird automatisiert, wenn die Automationssoftware eingerichtet und konfiguriert ist? Was sind die konkreten Use Cases hierfür?
  • Wie bekomme ich die bimodale IT, also "alte Enterprise IT Welt" und die "neue Cloud DevOps IT Welt" beim Thema Automation unter einen Hut, und ist das überhaupt wichtig?
  • Welche Schnittstellen muss die neue Automationslösung bedienen, damit sie Ende-zu-Ende funktioniert? Muss ich mein Monitoring, meine CMDB und mein Ticketsystem einbinden, damit ich Prozesse ganzheitlich automatisieren kann?
  • Wie verändern sich meine Betriebsmodelle und meine notwendigen Mitarbeiter Skills, wenn plötzlich viele Automaten Hand-in-Hand mit meiner humanoiden Betriebsmannschaft arbeiten?

Die Digitalisierung sollte losgelöst vom Outsourcing und hin zur Automatisierung betrachtet werden. „Mal schnell übers Knie brechen“ funktioniert bei der digitalen Transformation auch nicht, vielmehr wichtig ist eine durchdachte Roadmap, wie der Beitrag eindrucksvoll aufzeigt.
Die Digitalisierung sollte losgelöst vom Outsourcing und hin zur Automatisierung betrachtet werden. „Mal schnell übers Knie brechen“ funktioniert bei der digitalen Transformation auch nicht, vielmehr wichtig ist eine durchdachte Roadmap, wie der Beitrag eindrucksvoll aufzeigt. (Bild: © Coloures-pic - Fotolia)

Automation Roadmap

Die Automation Roadmap wurde durch meine Firma als Betrachtungsprodukt über einen langjährigen Erfahrungszeitraum entwickelt, um genau solche Fragen im Vorfeld für die Kunden zu beantworten. Die Planung der Einführung einer ganzheitlichen Automationslösung muss für die Kunden ein möglichst positives Erlebnis werden.

Die Automation Roadmap wird von erfahrenen Kollegen und Automationsspezialisten durchgeführt, damit das Ergebnis eine auf die Kundenbedürfnisse angepasste Lösung ergibt.

Der Leistungsumfang einer Automation Roadmap umfasst in der Regel 12-36 Personentage. Der tatsächlich benötigte Aufwand hängt von der Größe des Umfeldes, der Anzahl der zu automatisierenden Systeme, der Größe des Ticket-Dumps, der Integration der notwendigen ITSM Schnittstellen und natürlich der Anzahl der Use Cases ab, die später automatisiert werden sollen.

Mit der Automation Roadmap werden folgende Betrachtungen in dem IT-Kunden-Umfeld durchgeführt:

  • Analyse Ticket-Dumps der letzten 12 Monate aus Incident-, Change- und Service Request Management: Eine Analyse und Überprüfung der bestehenden Kunden-Ticketbasis auf generelle „Automatisierbarkeit“ ist der Start, bei dem anhand der gewonnenen Daten die „low hanging fruits“ definiert werden, mit deren Automatisierung möglichst gute Effekte erzielt werden können (Pattern Matching).
  • Suche nach komplexen Tickets oder Zusammenhängen, deren Automatisierung Sinn machen könnte. Es sind diejenigen Ticketklassen zu ermitteln, die nicht, oder nur schwer automatisierbar sind. Durchsucht werden Ticket-Dumps der unterschiedlichsten Formate wie CSV, XLS, TXT, MDB oder SQL.
  • Analyse Monitoring Dump / Automation in EVENT MANAGEMENT. Bereits bestehende Korrelation auf Basis des Kunden-Monitoring-Systems werden analysiert, um heraus zu finden, wie die Unternehmens-IT heute überwacht wird; daraus korrelieren wir, welche Events aus dem Monitoring System automatisierbar sind.
  • Automation im Deployment Management. Unsere Automationsspezialisten führen Interviews zum Thema Deployment Management. Welche Tasks müssen im Deployment von Storage, Servern und Applikationen durchgeführt werden und können automatisiert werden? Die Beantwortung fließt in das Gesamtergebnis mit ein.
  • Analyse Scope - eine weitere Analyse soll die Zusammensetzung eines entsprechenden Gesamt-Scopes von Storage, Netzwerkkomponenten, Server-Betriebssystemen, Datenbanken, Middleware-Komponenten und Applikationen ermitteln, der mit Hilfe der Automationsplattform betrieben und automatisiert werden soll. So kann ein Machbarkeits-Check mit dem Kunden abgeglichen werden.
  • Analyse Phasenplan: Es wird ein Phasenplan für die Aufteilung des Gesamt-Scopes in verschiedene sinnvolle Gewerke aufgebaut, die dann in einer ersten Phase in die Automationslösung überführt werden sollen.
  • Analyse Use Cases inkl. Interviews. Wir führen Interviews mit den zuständigen Personen in den jeweiligen Abteilungen, um deren Ideen abzuholen und die Ergebnisse der Ticket- und Monitoring-Dumps, sowie der Deployment Automation zu korrelieren und die Zeiten für manuelle Aufwände abzustimmen.
  • Analyse High Level Architektur. Es wird dann gemeinsam mit dem Kunden festgelegt, welche Automationsplattformen notwendig sind und in welchen Rechenzentren diese aufgebaut werden sollen (DEV, UAT, PROD, DR). Ebenfalls besprochen und festgehalten werden die notwendigen Eingangsvoraussetzungen zum Aufsetzen der Plattform sowie von eventuellen Schnittstellen zu bestehenden Monitoring-, Ticket- und CMDB-Systemen, oder anderen Datenquellen wie AD, LDAP etc.
  • Dokumentation der Analyseergebnisse: Das Analyseergebnis wird dann in ein Dokument überführt und systematisch für die Kunden festgehalten. Daraus entsteht eine Zusammenfassung der oben genannten Arbeitsthemen sowie eine Ergebnispräsentation.
  • Aufbau der Automation Roadmap inkl. Business Case. Auf Basis der Zusammenfassung werden danach die Use Cases erstellt, die den Business Case ergeben und in die persönliche Automation Roadmap für den Kunden einfließen.
  • Workshop Ergebnispräsentation

Die Ergebnisse der Automation Roadmap werden dann im Rahmen einer Automation Roadmap Studie beim Kunden präsentiert, erläutert und übergeben.

Ergänzendes zum Thema
 
Automation Roadmap Studie im Überblick

Damit liegen alle Dokumente vor, um internes Marketing für die Automationslösung durchführen zu können. Mit einem guten Marketing werden Unsicherheiten genommen, Automation erklärt und transparent gemacht.

Danach ist alles klar und man kann sich an die Umsetzung machen! Dann mal los!

Der Autor: Axel Himmelreich von Sysback
Der Autor: Axel Himmelreich von Sysback (Bild: Axel Himmelreich)

Der Autor:

Axel Himmelreich, Sales & Business Development für IT Service Management und Produktexperte bei der SYSback AG | Geschäftsstelle Köln | ist als Projektmanager, ITIL Service Manager/Expert & Trainer und als Coach beratend bei mittelständischen und Großunternehmen in Deutschland tätig. Er lebt mit seiner Familie in Köln.

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