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Cloud-Migration und Anwendungsmodernisierung Aramex transformiert für mehr Agilität und Innovation

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Das globale Logistik- und Transportunternehmen Aramex hat seine gesamte technologische Infrastruktur von eigenen Rechenzentren zu Amazon Web Services (AWS) migriert, um die Agilität, Sicherheit und Innovationsgeschwindigkeit des Konzerns zu erhöhen.

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Der Logistikanbieter Aramex hat seine lokalen Legacy-Lösungen hin zu einem cloud-basierten Modell transformiert, das die nötige Agilität in einem zunehmend umkämpften Markt bieten soll.
Der Logistikanbieter Aramex hat seine lokalen Legacy-Lösungen hin zu einem cloud-basierten Modell transformiert, das die nötige Agilität in einem zunehmend umkämpften Markt bieten soll.
(Bild: Aramex)

Denn dieser Innovationskraft war durch die monolithische IT-Infrastruktur von Aramex Grenzen gesetzt. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs wollte das Unternehmen sich dem digitalen Transformationsprojekt unterziehen, das durch die Cloud unterstützt werden sollte. Das umfangreiche Unternehmensprogramm zur digitalen Transformation beinhaltete auch Veränderungen in anderen Bereichen, darunter Kundenerfahrung und Last Mile Innovation.

Aramex ist ein führender globaler Anbieter von umfassenden Logistik- und Transportlösungen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten und bietet eine breite Palette von Dienstleistungen, wie z.B. Expresskurierdienst, Spedition, Logistik, Supply Chain Management, E-Commerce und Dokumentenmanagement an. „Aramex wurde schon immer als Innovator in der Region und als agiles Unternehmen wahrgenommen, das in der Lage ist, den ständigen Wandel zu meistern und dem schnellen Tempo der Marktanforderungen und Kundenwünsche gerecht zu werden. Im Laufe der Jahre haben wir gesehen, wie die Branche einen bedeutenden Wandel durchmacht – in erster Linie angetrieben durch das Wachstum des E-Commerce. Und während wir weiterhin mit den traditionellen Betreibern konkurrieren, sahen wir uns im Wettbewerb mit einer neuen Art von digitalen, cloud-nativen Betreibern", erklärt Mohammed Sleeq, Chief Digital Officer bei Aramex.

Die Diskussion innerhalb der IT-Abteilung, das Potenzial der Cloud ebenfalls zu nutzen, wurde zur strategischen Vorstandsentscheidung. „Wir erkannten, dass unsere Fähigkeit, unseren Wettbewerbsvorteil aufrechtzuerhalten, von unserer Fähigkeit abhing, unsere Kernumgebung zu modernisieren und unsere Technologielandschaft so umzugestalten, dass sie agiler wird und künftige Innovationen unter Verwendung der besten verfügbaren Technologien unterstützt", so Sleeq. „Jahrelang pflegten wir nahezu religiöse Praktiken für Innovation und Selbstentfaltung, die uns halfen, an der Spitze zu bleiben“, ergänzt Mais Rihani, CTO bei Aramex. „Wir bauten mehr und mehr, aber es war alles on-Premises. Als diese neuen cloud-basierten Konkurrenten auf den Markt kamen, wurde uns klar, dass unser Umfeld – mit seinen Abhängigkeiten und veralteten Kernprodukten – uns daran hinderte, auf die sich ändernden Verbrauchertrends ebenso gut zu reagieren.“

Transformation der Technologielandschaft

Der Logistik-Dienstleister war zuvor mit sieben Rechenzentren auf der ganzen Welt verbunden, die über 60 On-Premises-Anwendungen unterstützten. Bevorzugte Cloud-Plattform sollte jetzt AWS werden. Und um Aramex bei der Verlagerung seines IT-Kern-Backbones zu AWS und bei der Transformation seiner IT-Landschaft durch Anwendungsmodernisierung zu unterstützen, empfahl AWS Rackspace Technology als strategischen Partner. Dieser sollte dem Unternehmen bei der Beschleunigung der Transformation helfen und die Designprozesse entwickeln, die die zukünftige Transformation unterstützen würden.

Die erste Phase des Projekts bestand darin, die Planung der Migrationsbereitschaft (MRP) abzuschließen, die auf dem Migration Readiness Assessment aufbaute, das AWS ursprünglich für die Infrastruktur von Aramex umgesetzt hatte. Im Rahmen des MRP richtete sich der Partner von Aramex nach der AWS-Methodik, um den aktuellen Stand detailliert zu analysieren und so die Strategie, den Zeitrahmen und den Fahrplan für die Migration festzulegen.

„Wir verfügen über ein Team von technischen Experten, die eine innovative Technologie entwickelt haben, die Aramex seit vielen Jahren an die Spitze unserer Branche stellt“, erklärte Sleeq. „Wir wussten jedoch, dass wir einen strategischen Wechsel unserer IT-Umgebung einleiteten. Die Zusammenarbeit zwischen unserem internen Team und unseren Partnern war entscheidend für den Erfolg dieses Wandels. Die Stärke der entwickelten Beziehungen war nicht nur wichtig, um sicherzustellen, dass wir während der gesamten Cloud-Migration als ein Team arbeiteten.“

Von den sieben Rechenzentren, an die der Konzern früher angeschlossen war, sind fünf inzwischen außer Betrieb genommen worden. Die Partner unterstützten bei der Schaffung des IT-Grundgerüsts der Cloud-Umgebung, das sicherstellen sollte, dass es als eine Erweiterung der bestehenden Umgebung fungierte, in der Anwendungen nahtlos interagieren konnten. Aramex wollte zudem sicherstellen, dass die Cloud-Anwendungen nativ für die Cloud-Umgebung sind und nicht nur einen SQL-Server verwenden, um Legacy-Produkte in die AWS-Plattform per „Lift and Shift“ zu übertragen.

Die nächste Phase des Projekts ist die Modernisierung des umfangreichen Anwendungsportfolios des Unternehmens von über 60 Anwendungen, darunter viele Microsoft-.Net-Anwendungen. Die Architektur der ersten neu zu schreibenden Hauptanwendung – Transport – ist aufgrund der vielen verschiedenen Anwendungen, die sie speisen, besonders komplex und kritisch.

Entwicklung von Remote-Arbeitspraktiken

COVID-19 schlug acht Wochen nach Beginn des Projekts zu und zwang die Teams, die Arbeit remote fortzusetzen. Zwar gab es anfänglich einige Bedenken hinsichtlich der praktischen Handhabung dieser Arbeitsweise, doch konnte das Team die Arbeitslast erfolgreich umverteilen und den Governance- und Produktplan entsprechend der aktuellen Anforderungen ändern. Die Partner hielten weiterhin aus der Ferne Workshops ab und die Beteiligten bei ganz Aramex – von Abteilungsleitern bis hin zu Architekten und Entwicklern – ermöglichten es nicht nur, das Projekt planmäßig voranzubringen, sondern unterstützten auch die übergreifenden Ziele für die Cloud-Transformation, um den Geschäftswandel zu beschleunigen.

Mohammed Sleeq, Chief Digital Officer bei Aramex.
Mohammed Sleeq, Chief Digital Officer bei Aramex.
(Bild: © ITP Media Group/Aramexi)

Die Loyalität und das Engagement der am Programm beteiligten Teams während dieser schwierigen Zeit habe gezeigt, wie sehr unsere Partner mit den Werten unserer Unternehmen übereinstimmten, sagte Sleeq. „Ich kann mir keine Zeit vorstellen, in der unsere Führungswerte deutlicher zu Tage traten als in den vergangenen Monaten“. Mit Blick auf die Zukunft ist Sleeq zuversichtlich, dass sein Team in der Lage sein wird, remote zu arbeiten, um komplexe Projekte als ein Team umzusetzen. In der Tat bemerkte er, dass sich der Übergang zur Remote-Arbeit aufgrund von COVID-19 als „eine gute Generalprobe für uns erwiesen hat, wenn wir zur Implementierung übergehen, und ich bin aufgrund der Erfahrungen der letzten acht Wochen zuversichtlicher“.

Schaffung einer flexiblen, robusten und agilen Cloud-Basis

Dank der strategischen Vision des Teams in Hinsicht auf das Potenzial der Cloud und der Technologie innerhalb der Organisation durchläuft Aramex inzwischen nicht nur eine Cloud-Transformation, sondern einen echten geschäftlichen Wandel. Das letztendliche Ziel dieses Übergangs besteht darin, die Technologie des Unternehmens zu modernisieren, um es flexibler, robuster und agiler zu machen, damit es sich dem schnell entwickelnden Wettbewerbsklima anpassen kann.

Aramex sieht bereits die Ergebnisse seiner Investitionen in die Cloud. Die Skalierbarkeit der Cloud-Infrastruktur war entscheidend für die Unterstützung der Kunden während der 30- bis 40-prozentigen Wachstumsraten, die Aramex während der Pandemie verzeichnen konnte. Die Verkleinerung der On-Premises-Umgebung führte zu Kosteneinsparungen, da sich das Unternehmen von den sieben Rechenzentren, die es zuvor verwaltet hatte, getrennt hat.

Und obwohl das Projekt noch im Gange ist, ist mit dem Übergang vom monolithischen Design der Legacy-Umgebung zu einer cloud-basierten Umgebung mit Mikrodiensten das Ziel, eine agilere Infrastruktur zu erreichen, in große Nähe gerückt. Beide Backoffice-Produkte wurden inzwischen modernisiert und in verschiedene Produktivitätsbereiche unterteilt.

Somit kann das Aramex-Team nun auch damit beginnen, zu untersuchen, wie cloud-basierte Machine-Learning-Modelle seine Logistik- und Transportprozesse vor Ort voranbringen könnten. „In unserem Datenpool haben wir jetzt etwa 10,2 TB Daten, die fünf bis sechs Anwendungsfälle des maschinellen Lernens in der Cloud unterstützen“, erklärte CTO Rihani. „Dies generiert über 450.000 Prognosen pro Tag, von denen jede in nur 1,1125 Millisekunden erstellt wird. Bei mehr als 100.000 Sendungen pro Tag wird der Einsatz von Mikrodiensten in diesen Machine-Learning-Modellen dazu beitragen, mehr Prozesse zu automatisieren, um eine höhere Effizienz zu erzielen, die uns dabei hilft, Leistung und Kosten zu optimieren“.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserer neuen agilen Cloud-Infrastruktur in der Lage sein werden, unsere Innovationskultur noch stärker an der Kundennachfrage auszurichten und so unsere Position als bevorzugter Partner in unseren Kernmärkten zu erhalten“, so Sleeq abschließend.

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